Isko feiert das Jubiläum seines "Jeggings" und blickt in die Zukunft

In der Textilbranche gibt es nur wenige Produkte, deren Namen beim Endverbraucher ankommt. Wenn es einer Innovation gelingt, aus dem Schatten zu treten, dann meist, durch eine besondere Eigenschaft wie die gute Isolationsfähigkeit oder Elastizität. Vor zehn Jahren schuf Isko die geschützte Marke Jeggings für Stretch-Produkte in Jeans-Optik.


An der Jeggings-Feier präsentierte die Marke verschiedene Verwendungsmöglichkeiten des Stoffs - ISKO

Ein starker Name und ein Produkt, das die Erwartungen erfüllte: Dem türkischen Unternehmen der Sanko-Gruppe gelang die richtige Mischung.

"Seit der Erfindung des Jeggings ist es nun zehn Jahre her und der Name ist fast überall bekannt. Der Begriff ist gebräuchlich geworden und hat sogar den Einzug in die englischen Wörterbücher geschafft. Isko startete mit dem Power Stretch, der viel bewegte. Damit haben wir den Markt revolutioniert. Zu jener Zeit war diese Erfindung richtig faszinierend. Heute ist der Stoff für mich zu einem Basic geworden", so die Marketingchefin des Unternehmens Rosey Cortazzi. Bei der Einführung des Jeggings arbeitete sie im Jeansbereich. "Ich denke, es ermöglichte ein wirklich einzigartiges Tragegefühl, was auch heute noch aktuell ist. Das geht über die Mode hinaus. Alle haben heute solche Produkte in ihrem Wandschrank. Als ich dem Stoff zum ersten Mal begegnete, arbeitete ich für eine Marke und ich wusste nicht recht, wie ich ihn einsetzen konnte, wie ich meine Modelle zeichnen sollte. Der Stretch-Effekt musste einberechnet werden. Denn zum ersten Mal arbeitete ich mit einem Stoff, der zu 30 Prozent aus Stretch bestand. Heute ist das ganz normal geworden und Stretch wird in so vielen Bereichen eingesetzt."

Der Jegging ist zum Bestseller aufgestiegen und ermöglichte es Isko, sich als wichtiger Akteur im globalen Denimmarkt zu behaupten. Am vergangenen Mittwoch feierte die Marke das 10. Jubiläum seines Vorzeigeprodukts in Amsterdam. Auf zehn Tafeln wurden die verschiedenen Einsatzmöglichkeiten und Verwendungszwecke des Jeggings der vergangenen zehn Jahre aufgezeigt, von der verwaschenen Jeanshose zum Athleisure-Produkt, in mehr oder weniger eleganten Ausfertigungen für Abendveranstaltungen, Business-Zwecke usw.
 
Durch die Weiterentwicklungen des Jeggings und die zahlreichen anderen Produkte von Isko ist es dem von Fatih Konukoğlu geführten Unternehmen gelungen, im expandierenden Denimmarkt Marktanteile zu gewinnen. Isko erhöhte so die Produktionskapazitäten von 250 auf 300 Millionen Meter pro Jahr. Im Marz wird in der Türkei außerdem ein neues Vertriebszentrum eröffnet.

Die Entwicklung des Jegging erfolgte parallel zur Umsetzung der zu Beginn des Jahrzehnts eingeführten Markenstrategie von Isko. Analog zu den Membran- und Materiallieferanten wollte Isko sowohl von den Marken, als auch den Endkunden anerkannt sein. "Wir sind wie die Schokolade im Schokoladekuchen: Unser Ziel ist es, zum besten Bestandteil des Rezepts zu werden und von den Kunden und Marken als solches wahrgenommen zu werden", erklärt Brand Manager Fabio Di Liberto in Amsterdam.

Es bleibt noch einiges zu tun, bis Isko den anvisierten Bekanntheitsgrad erreicht, doch positioniert sich das Unternehmen als starker, innovativer Akteur in der Denimbranche. Isko verfügt über 10 Patente und rund 100 Markenzeichen, darüber hinaus arbeiten 30 Forscher im Team. "Darunter befinden sich Wissenschaftler, Biologen, Chemiker usw. Wir nennen sie die Herren in den weißen Kitteln! Sie arbeiten an unseren nächsten Innovationen. 30 Patentanträge sind noch pendent und unzählige Projekte werden vorbereitet und dürften in den kommenden Jahren auf den Markt kommen", so die Marketingchefin.


ISKO

Isko investierte unter anderem viel Zeit in die Nachhaltigkeitsfrage. Die verschiedenen Maßnahmen und von externen Organisationen verliehenen Umwelt-Label, wie das Nordic Swan Ecolabel und das EU Ecolabel für die Earth-Fit-Linie, wurden hervorgehoben. Außerdem schloss sich das Unternehmen den Grundsätzen der ZDHC-Stiftung an, die eine Reihe schädlicher Chemikalien aus der Textilbranche verbannen will. Die Verwertung der Stoffe, die ein Materialgemisch enthalten, bleibt natürlich weiterhin eine heikle Frage. Doch betont Isko, dass das Unternehmen für alle 25000 hergestellten Produkte eine genaue CO2-Bilanz geben kann.

Das türkische Unternehmen verfolgt einen langfristigen Ansatz. "Das ist nicht einfach nur ein Engagement für unsere Website", beteuert Rosey Cortazzi. "Das bedeutet, dass unsere Kunden die umweltfreundlichste Lösung wählen und sich bei der Wahl auf konkrete Informationen stützen können. Wir haben dazu die EPD (Environmental Product Declarations) geschaffen, die können wir mit der ganzen Branche teilen, damit wir gemeinsam weiterkommen. Das verlangen Marken und Kunden. Was wir sehen, ist, dass die Generationen Y und Z bereit sind, Marken zurückzuweisen, die keinen ehrlichen ökologischen Ansatz verfolgen. Ich denke, die Marken sind deshalb bereit, den Preis dieses Angebots zu bezahlen, der Umfang der Kollektion wächst stetig ".

Diese Sensibilität hat bei Isko über die Jeanssparte hinaus Einzug gehalten. Mit der Arquas-Linie richtet sich das türkische Unternehmen bereits in der fünften Saison an Outdoor-, Sport- und Athleisure-Marken. Die Erwartungen dieser neuen Kunden konnte das Unternehmen an den Performance Days in München und der amerikanischen Messe Outdoor Retailer ermitteln. Isko verspricht gar, an der nächsten ISPO eine neue Innovation zu präsentieren.

Wie viel Platz bleibt neben all diesen Entwicklungen noch für den Jegging? "Wir machen keine Kollektion ohne Jeggings", erklärt die Marketingchefin. "Natürlich haben wir in unseren Kollektionen passende Stoffe für Loose- und weite Schnitte. Ich habe vernommen, dass einige bereits das Ende der Skinny-Jeans verkünden, aber das stimmt nicht. Sie sind immer noch sehr präsent. Wenn Sie sich die Zahlen ansehen, dann sehen Sie, dass Skinny-Jeans die größte Umsatzkategorie darstellen, und zwar nicht nur bei den Frauen, sondern auch in der Menswear. Skinny ist noch lange nicht vorbei".

So darf sich das Vorzeigeprodukt von Isko noch auf einige schöne Jahre freuen.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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