Jean-Paul Gaultier plant Show-Revue im historischen Varietétheater Les Folies Bergère

"Endlich wird mein Kindheitstraum wahr!", freute sich Jean-Paul Gaultier am vergangenen Mittwoch: Er arbeitet gegenwärtig an einer Show-Revue, die er im Oktober 2018 im historischen Varietétheater Les Folies Bergère in Paris zeigen will. Thema der Revue ist sein Werdegang über 50 Jahre durch Popkultur und Modebranche.

Jean-Paul Gaultier - photo Peter Lindbergh

Das Etablissement Les Folies Bergère war lange Zeit eine Hochburg der Pariser Varieté-Szene. Hier will das "Enfant terrible" der Mode eine ganz neuartige Show präsentieren, die die Gewohnheiten der Music Hall komplett umkrempeln soll. Der Designer, der sich nun ganz der Haute Couture widmet, verspricht eine unkonventionelle Show "zwischen Revue und Mode-Performance".

15 Schauspieler, Tänzer und Zirkuskünstler verkörpern "pfiffige, abgefahrene, schlechterzogene, gutaussehende, wagemutige und leichtbekleidete" Gestalten und Persönlichkeiten, so der 65-jährige Designer.

"Es war schon immer mein Traum, eine Show-Revue auf die Beine zu stellen. Cabaret-Musik war für mich als Kind omnipräsent. 1961 stieß ich als neunjähriger Junge am Fernsehen auf eine Show der Folies Bergère. Vor lauter Federn und Strasssteinchen kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus", so Jean-Paul Gaultier.

"Etwas später verliebte ich mich durch den Film Falbalas von Jacques Becker mit Micheline Presle in die Welt der Mode. Doch im Hinterkopf sagte ich mir immer, dass ich eines Tages eine Revue gestalten würde", ergänzt der Designer, der für seine spektakulären Mode-Shows bekannt ist. Er erklärt: "Eine Modenschau ist alles andere als ein paar Kleider auf Kleiderbügeln. Ich habe mir bei der Vorbereitung stets die Models vorgestellt, die für mich defilieren, mit Standbildern wie aus einer Revue".

Unter dem Titel "Fashion Freak Show" legt der Designer seine Revue "wie ein großes Fest" an. Er erzählt seine Geschichte von seiner Kindheit bis zu den größten Modeshows, aber auch seine Anfänge bei Cardin als Praktikant im Jahr 1970, verschiedene Begegnungen, ausgelassene Feiern in London und verweist auch auf Künstler, die ihn beeinflusst haben. Dazu zählen Pedro Almodovar, Luc Besson, Madonna und Kylie Minogue, wie auch die Choreografen Régine Chopinot und Angelin Preljocaj.

"Ich will die Andersartigkeit zeigen. Schönheit ist überall, das liegt im Auge des Betrachters. Ich hatte schon immer ein Faible für Freaks, schrullige Menschen, Provokateure, für die Durchmischung der Ästhetik, unerwartete Begegnungen, wenn der Straßenjunge plötzlich mit der Herzogin verkehrt", sinniert Jean-Paul Gaultier.

Die Kostüme entwirft der Designer höchstpersönlich, die Regie teilt er sich mit Tonie Marshall. Die Mutter der Filmemacherin, Micheline Presle, verkörpert als 95-Jährige in einem Video die Großmutter des Designers, die ihn auf den Weg der Mode brachte. Die Choreografien werden Marion Motin anvertraut.
 
1989 setzte sich Jean-Paul Gaultier in einem Song in Szene, als Interpret von "How to do that". Das dazu veröffentlichte Musikvideo ließ bereits eine neuartige Ästhetik erkennen.

Auch der Designer Thierry Mugler ließ sich bereits von einer Revue-Show verführen und zeigte 2013 und 2014 im Theater Comédia seine Show Les Mugler Follies.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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