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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
04.07.2019
Lesedauer
2 Minuten
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Jean Paul Gaultier erhebt Couture zum modischen Denksport

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
04.07.2019

Winston Churchill definierte Russland als ein Rätsel innerhalb eines Geheimnisses, umgeben von einem Mysterium. Dies trifft auch auf die jüngste Couture-Show von Jean-Paul Gaultier zu, die er am Mittwoch in Paris zeigte.


Jean Paul Gaultier -– Herbst/Winter 2019 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula


Die Mischung aus Luxus-Hochglanz, Femme Fatale, glänzender Verrücktheit und unglaublichen Schnitten in Gaultiers Couture-Kollektion "Gaultier Paris" war herrlich bizarr.
 
Gaultier war früher das "Enfant terrible" der französischen Modebranche, der "Bad Boy" der Pariser Laufstege. Heute ist er eine Institution und mit seinen pyrotechnischen Modeschauen versetzt er sein Publikum regelmäßig ins Staunen.

Er beeinflusste die Branche maßgeblich und viele Designer wohnten über die Jahre hinweg seinen Shows bei. An der jüngsten Veranstaltung saß sein begabter Kollege Alber Elbaz in der ersten Reihe unweit von einer weiteren französischen Stil-Ikone – Catherine Deneuve.

Gaultier zeigte eine Retro-Kollektion und erhielt bereits für seine Eröffnungslooks Beifall. Er startete die Show mit einem vorzüglichen Daunen-Ensemble mit gefüttertem goldenen Blumenschleier, einem purpurnen Mini-Cocktail-Kleid und einer riesigen gefütterten Zarenkrone. Ebenfalls erwähnenswert ist der grandiose und glamouröse senffarbene Kaschmirmantel mit riesigen Aufschlägen, der Greta Garbo alle Ehren machen würden. Dasselbe Modell in etwas längerer Version und im Leopardenmuster erhielt viel Beifall, wie auch ein atemberaubender Print im Verner Panton-Stil, der in Daunencaban- und Skihosenkombinationen verwendet wurde.

Gaultiers großes Mysterium ist, dass er da, wo so viele andere Designer dem unumgänglichen Fluch der Wiederholung verfallen, stets neue und technisch herausfordernde Kombinationen erfindet. Wie die außergewöhnlichen Smokings mit spitz zulaufenden Aufschlägen aus riesigen Akkordeon-Falten, die an der Hüfte wie durch Zauberhand zusammenlaufen.

Zum Abschluss zeigte Gaultier eine junge Braut in einem riesigen, transparenten Tüllmantel, unter dem sie ihren Busen mit den Händen abdecken musste. Ein Kommentar zur nie enden wollenden Obsession der Franzosen, verschiedene Formen des Schleiers zu akzeptieren oder zu verbieten. Und eine visuell beeindruckende Art, diese zum Denken anregende Kollektion des stets jugendlich wirkenden Designers zu beenden. Der 67-Jährige ließ es sich nicht nehmen, nach der Show über den 60 Meter langen Catwalk im 3. Arrondissement von Paris zu gehen, um sich zu verneigen.

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