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Jean-Paul Gaultier verabschiedet sich mit gigantischer Jubiläums-Show

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
23.01.2020
Lesedauer
4 Minuten
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Jean-Paul Gaultier lud am Abschlussmittwoch der Haute Couture-Schauen zu einer gigantischen Show in einem berühmten Pariser Theater ein, bevor sich der letzte Vorhang über seine 50-jährige Modekarriere legte.


Jean Paul Gaultier - Frühjahr/Sommer 2020 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula


Boy George eröffnete die Show mit einer schwungvollen Interpretation von Amy Winehouses Song Back to Black, zu dessen Sound zahlreiche in irre Fetisch-Kleider gehüllte Models auf der Bühne erschienen. Plötzlich marschierten sechs Tänzer in Kilts, Unterhemden und Armeestiefeln wie Leichenträger auf, mit einem mit riesigen Brustkegeln bestückten tiefschwarzen Sarg – in Anspielung an den legendären Body mit spitzen Kegeln, die Jean-Paul für Madonnas Blonde Ambition Tour im Jahr 1990 entworfen hatte. Aus dem Sarg schälte sich eine ganz in weiß gekleidete Braut, die von den 1500 Gästen im berühmten Pariser Théâtre du Châtelet lautstark bejubelt wurde.

Die Bedeutung des Designers für die Modebranche lässt sich an den zahlreichen Designern unter den Gästen ablesen – Dries Van Noten, Nicholas Ghesquière, Kenzo Takada, Clare Waight Keller, Viktor & Rolf, Christian Louboutin, Ulyana Sergenko und Ines de la Fressange stimmten nach dem Finale allesamt in die Standing Ovation des Publikums ein.

Die kolossale Show umfasste rund 250 Looks, die unter anderem von einer Auswahl von Jean-Paul Gaultiers Lieblings-Models getragen wurden: Yasmin Le Bon, Rossy de Palma, Jade Parfitt und Erin O’Connor. An ihrer Seite defilierten auch zahlreiche moderne Superstars wie Bella und Gigi Hadid sowie Irina Shayk.

"Für das 50. Jubiläum wollte ich den Themen treu bleiben, die mich schon immer fasziniert haben – Jeans, Korsetts, Matrosen und Androgynität", erklärte der Designer, der für seine letzte Runway-Show eine neue Kollektion präsentierte: Haute Couture Upcycling. In diesem Rahmen zeigte er einen aus zahlreichen Krawatten gefertigten Overall, während zwei schlaksige rothaarige Zwillinge in kurzen Jacken und Strümpfen leichtbekleidet und mit katzenartigem Schritt auf dem Laufsteg für Aufregung sorgten.


Jean Paul Gaultier - Frühjahr/Sommer 2020 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula


Der über die ersten acht Sitzreihen des Theaters führende Laufsteg wurde alsbald von Karon Elson in einem mit unzähligen Strumpfhaltern gezierten Korsagenkleid betreten. Irina Shayk defilierte im Madonna-Korsett, das sie mit einem Smoking kombinierte.

Jean-Paul unterteilte die Show in 16 Unterthemen. Seinen charakteristischen gestreiften Matrosenpullover mit weißen Hosen trug Gigi Hadid, wobei das Top als Plissée-Fächer umgesetzt und die weißen Kordhosen unten breit ausgestellt umherwirbelten. Des Designers Vorliebe für surrealistische Stickereien wurde auf einem von Bella Hadid getragenen weißen Body mit Art Nouveau-Blumendesigns vorzüglich eingeflochten.

Sein Sinn für Trompe-l’oeil-Effekte kam meisterhaft zur Geltung in einem Kleid, das auf den ersten Blick aussah, als wäre es aus wundervoller weißer Guipure-Spitze gefertigt. Bei genauerem Hinsehen stellte sich jedoch heraus, dass es aus Hunderten von Kinderhandschuhen besteht.

Jean-Paul Gaultier griff auch mehrere Filmthemen auf, so eine ausdrucksstarke Reihe von Clockwork Orange-Looks mit weißen Overalls, Melonen und schwarzen Lederteilen. Darauf folgten Anspielungen auf Fassbinders Querelle, wobei treuer Begleiter des Designers in einer mit einem riesigen Hahn verzierten Lederjacke den unartigen nachtaktiven Biker gab.


Jean Paul Gaultier - Frühjahr/Sommer 2020 - Haute Couture - Paris - © PixelFormula


"Ich wollte eine sehr britische Kollektion, und das ist mir gelungen, oder?", sagte der Modeschöpfer. Er war der erste Designer, der es je zum Rockstar-Status gebracht hat, war er nicht zuletzt seinen gefeierten Performances an der britischen Erfolgs-Show Eurotrash zu verdanken hat.

Vor einer Woche schockierte er die Modewelt mit der Ankündigung seines Rücktritts. Doch nur wenige Branchenkenner rechnen damit, dass er gänzlich aus dem Rampenlicht verschwindet. Über seine Zukunftspläne schwieg sich der Designer aus. Er könnte sich, wie viele Beobachter vermuten, stärker mit der Welt des Theaters befassen, nach dem Erfolg seiner Auftritte mit seiner Fashion Freak Show.

Die Inhaber des Modehauses, die spanische Puig-Familie, waren mit weiterführenden Informationen ebenso geizig wie der Kreativdirektor. "Ja, wir haben Pläne für die Marke. Aber heute Abend dreht sich alles um Jean-Paul. Es ist traurig, dass er seiner Tätigkeit ein Ende setzen will, doch ist die Show auch eine großartige Zelebrierung einer bemerkenswerten Karriere", so Marc Puig.

Erregter Applaus und Jubelrufe schlugen vielen Models entgegen, doch der größte Begeisterungssturm kam Béatrice Dalle zu, die rauchend defilierte und ihren Zigarettenstummel auf den Catwalk warf. Auch Carla Bruni, die neben einer weiteren Model-Veteranin, Eva Herzigová, in der zweiten Reihe saß, applaudierte laut. Karlie Kloss beeindruckte in einem hollywood-würdigen Cutaway-Kleid aus Kunststoff-Polsterung. Upcycling vom Feinsten.

"Als ich klein war, erzählte mir meine Mutter oft, wie sie aus den abgenutzten Hosen meines Vaters Röcke schneiderte. Das hat mich geprägt. Man konnte ein Kleidungsstück von neuem lieben, wenn man etwas Neues daraus machte. Das habe von meiner ersten Show an getan, besonders mit Jeans. Meinen Jeans! Von der ersten bis zu meiner letzten Show", erklärte Jean-Paul. Zum Abschied wurde er auf der Bühne von allen Models und auch seiner Backstage-Crew umringt.

"Alles inspiriert mich. Und das wird auch in meinen neuen Abenteuern nicht anders sein, das Beste kommt erst noch!", freute sich der 67-jährige Designer abschließend.

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