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Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
19.09.2019
Lesedauer
2 Minuten
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Jil Sanders Yin und Yang

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
19.09.2019

Der erste Tag der Mailänder Woche endete am Mittwochabend mit der Jil Sander Show. Im Innenhof des Palazzo Brera, in dem sich die berühmte Mailänder Kunstgalerie befindet, präsentierte die Marke ihre Frühjahr/Sommer-Kollektion 2020 unter freiem Himmel.

Jil Sander - Frühjahr/Sommer 2020 - Womenswear - Mailand - © PixelFormula


Der Innenhof dieses barocken Schlosses war mit weißem Kies bedeckt, der hier und da zu Hügeln unterschiedlicher Größe, wie Salzberge, zusammengetragen wurde. Die Models, die durch die Arkaden schritten, schienen sich wie chinesische Schattenpuppen in einer orientalischen Umgebung zwischen Mondlandschaft und japanischem Garten zu bewegen.
 
Diese Umgebung gab den Ton an für eine raffinierte Kollektion, die einen beruhigenden Minimalismus ausstrahlte. Die Farbpalette war geprägt vom Zusammenspiel von Schwarz und Weiß, unterbrochen von einigen Looks in erdigen Tönen. Inspiriert von der idealen Harmonie von Yin und Yang der chinesischen Philosophie, drehte sich die gesamte Kollektion um ein Spiel von Kontrasten: hell und dunkel, fließend und starr, glatt und strukturiert, leer und voll.

Die Models gingen über den Laufsteg in flachen Sandalen und enganliegenden Leggings, über die sie Hosen, Tuniken und andere Kleider trugen. Faltenkleider wurden lang und züchtig getragen, ebenso wie Röcke und weiße Tuniken, die bis zu den Füßen der Models reichten und dem ganzen Look etwas von "indischem Guru" verliehen.

Jil Sander - Frühjahr/Sommer 2020 - Womenswear - Mailand - © PixelFormula


Die Kreativdirektoren Lucie und Luke Meier verloren sich manchmal in übertriebenen konzeptuellen Experimenten auf der Suche nach originellen Details. Wie beispielsweise diese starren Spitzenkragen und -Säume aus Papier und die langen Bast-Fransen, die in der gesamten Kollektion auftauchten und nicht besonders praktisch oder durchdacht erschienen, ganz zu schweigen von den brustplattenartigen Makrameekragen, die in fransige Maxikleidern übergingen.

Dennoch bewahrte die Kollektion eine gewisse zarte Poesie, die sich in den bestickten Schwalben manifestiert, die auf der Spitze einer leichten Seidentunika zu sehen waren, oder in den Fischen und Wellen, die auf einem fließenden, weißen Kleid mit Tusche skizziert zu sein schienen.
 
In dieser Saison entwickelten die Designer auch die Accessoires-Linie der Marke weiter, die einen immer wichtigeren Teil des Umsatzes von Jil Sander ausmacht, und brachte eine Reihe von kleinen Handtaschen heraus.

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