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Joann Cheng will Fosun zu einem chinesischen Luxuskonzern ausbilden

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
16.03.2020
Lesedauer
6 Minuten
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Die meistbeachtete Übernahme der Konzernabteilung Fosun Fashion Group war diejenige des ältesten Haute-Couture-Hauses von Paris, Lanvin. Doch insgesamt hat die Fosun Fashion Group Mehrheits- und Minderheitsanteile an fünf unterschiedlichen Luxusmarken erworben. 2018 wickelte der Konzern neben der Lanvin-Übernahme auch den Kauf der hochwertigen Strumpfmarke Wolford ab. Mit der Gründung der Fosun Fashion Group übernahm der Konzern einen bedeutenden Mehrheitsanteil an dem italienischen Luxus-Herrenmode-Unternehmen Caruso, wie auch eine Kontrollbeteiligung an St. John Knits und an Tom Tailor.


Lanvin - Herbst/Winter 2020 - Womenswear - Paris - © PixelFormula


In jüngster Vergangenheit war die Vorstandsvorsitzende der Fosun Fashion Group (FFG), Joann Cheng, eine ruhige, doch viel beachtete Zuschauerin an den Modenschauen von Lanvin. Auch der Vizepräsident von FFG, David Chan, ist oft an ihrer Seite in der ersten Reihe. Wir trafen die beiden, um mit ihnen über ihre Vision für Fosun als rentable Luxusgruppe zu sprechen.

Fosun ist seit 2007 an der Hongkonger Börse notiert und ist als diversifizierter Mischkonzern in den Bereichen Immobilien, Pharma, Gesundheit, Vermögensverwaltung und Versicherungen tätig. 2018 erzielte Fosun einen Rekordgewinn von CNY 13,4 Milliarden (EUR 1,7 Mrd.) und CNY 109,4 Milliarden (EUR 13,9 Mrd.) Umsatz. Obwohl sich der Konzern in Privatbesitz befindet, wird er als Ausdruck von Chinas Bestreben gesehen, in den kommenden zehn Jahren weltweit mehr nichtmilitärische Macht zu erzielen. Der zahlungskräftige Konzern hat Anteile an prestigeträchtigen globalen Marken erworben. In seinem Besitz befinden sich die Fußballmannschaft Wolverhampton Wanderers, die zur Zeit in der englischen ersten Liga den sechsten Platz besetzt, mehr als 90 Prozent an Club Med, rund 18 Prozent des Bierunternehmens Tsingtao und mehrere vornehme Wolkenkratzer in Manhattan.

Joann Cheng studierte an der Shanghai University of Finance and Economics und hält einen Master der China Europe International Business School in Shanghai. Nach ihrer Studienzeit arbeitete sie zehn Jahre lang als Wirtschaftsprüferin für KPMG, bevor sie sich für Commercial Finance und Private-Equity-Fonds interessierte. Dann stieß sie zu Fosun.

"Im Jahr 2016 wurde uns bewusst, dass die Mode ein sehr saisonales Geschäft ist. Dass es ein längerfristiges Engagement und eine Langzeitvision erforderte, um eine Marke aufzubauen. So gingen wir dieses Portfolio ab 2017 viel direkter an. Wir betreiben es nicht als Investoren. Wir sind wirklich eine konzernähnliche Gruppe mit einer Langzeitvision", erklärte sie bei unserem Gespräch in Paris.


Caruso


Anfang 2009 gründete das Unternehmen die Fosun Brand Management Company mit Sitz in China, deren Ziel es ist, Marken in China zu führen. Dies umfasst die Aspekte Immobilien, die Eröffnung von Läden und die Verwaltung der Stores. Zu den betreffenden Marken zählen die fünf Marken von FFG, doch werden die Dienstleistungen auch anderen mittelgroßen externen Marken angeboten, die in China Fuß fassen wollen. Die Fosun Brand Management Company hat bereits einen Vertrag mit dem US-amerikanischen Fonds Marquee Group abgeschlossen, zu dem Marken wie Martha Stewart, Ben Sherman, BCBG, Body Glove und Bruno Magli gehören.

Doch interessiert sich Fosun selbst viel stärker für die europäische Luxus-Mode.

"Fosun erwarb konkrete Erfahrung mit einer Minderheitsbeteiligung bei Caruso und wir fanden, dass dies ein sehr attraktives Investment war. Nun haben wir Marken mit einer einzigartigen DNA. St. John ist auf Strickwaren spezialisiert, Caruso auf Luxus-Herrenmode. Lanvin ist ein unabhängiges Luxus-Couture-Haus und Wolford ist eine wichtige Marke für Strümpfe und Bodies. Sie sind alle ziemlich einzigartig. Wir wollen diese Marken unterstützen bei ihrem Wachstum in ihrem Herkunftsland und bei ihrer Eroberung des chinesischen Marktes. Bisher ist China für sie alle sehr klein im Vergleich zum Heimatmarkt. Für Lanvin macht China beispielsweise rund 20 Prozent des gesamten Einzelhandels aus", erklärte Joann Cheng.

Die anderen fünf Marken sind bei weitem nicht so prestigeträchtig wie Lanvin, das zu den berühmtesten Couture-Häusern von Paris zählt. Unter der 15-jährigen Führung von Kreativdirektor Alber Elbaz genoss das Modehaus hohe Anerkennung in der Branche und wies ein bedeutendes Wachstum vor. Seit seinem Rücktritt im Jahr 2015 wechselten sich zwei weitere Kreativdirektoren an der Spitze der Marke ab, was zu alarmierenden Kundenverlusten und Umsatzeinbußen führte, bevor Fosun das Haus im Frühjahr 2018 mit einer Verpflichtung, EUR 100 Millionen zu investieren, übernahm.

Seither ernannte das Unternehmen den erfahrenen Manager Jean-Philippe Hecquet zum CEO und Bruno Sialelli zum Kreativdirektor. Von den unerbittlichen Modekritikern aus der ersten Reihe erhielt er positive Rückmeldungen.

"Lanvin ist im asiatischen Markt sehr angesehen. Es ist eine wirklich einzigartige Marke – mit einer langen Geschichte in Paris. Sie verfügt über ein unglaubliches Archiv, was den Wert der Marke unterstreicht. So verdient dieses Label einen größeren Markt. Und wir sind wirklich überzeugt, dass Bruno über das Talent verfügt, um zur kreativen Tradition der Marke zurückzufinden", betonte die Vorstandsvorsitzende.


Wolford


Joann Cheng lobt Sialellis Arbeit in hohen Tönen, seine Kollektionen haben nicht zuletzt aufgrund ihrer exotischen Neuheit und die subtile Einflechtung der Lanvin-Substanz breiten Applaus geerntet.

"Bruno hat ein einzigartiges Talent. Wie wenn man die Schauen sieht, die ganze Stimmung ist aufgefrischt, mit einer jüngeren Komponente, und doch bleibt die Markengeschichte erhalten", freute sie sich.

Seit der Übernahme wurde das gesamte Kreativteam der Marke zusammengefasst. Zuvor waren die Mitarbeitenden auf drei Gebäude in der Nähe des historischen Flagship-Stores an der Faubourg Saint-Honoré verteilt. Nun wurden sie alle in einem siebenstöckigen Gebäude an der angesagten Rue Saint-Augustin am westlichen Zipfel des 2. Arrondissement der Stadt untergebracht.

Lanvin eröffnete in China im vergangenen Jahr drei neue Stores: Zwei in Shanghai und einer im Museen- und Retailkomplex Hongkong K11, der vom Kunstmagnaten Adrien Cheng geplant wurde. Weiter eröffnete das Label einen Pop-up-Store im Mercer in SoHo.
 
Joann Cheng und David Chan sind bemüht, keine Angaben zu den genauen Anteilen von Fosun an vielen Unternehmen sowie zum Jahresumsatz zu machen. Doch das Bregenzer Unternehmen Wolford ist an der Wiener Börse notiert und erzielte rund EUR 145 Millionen Umsatz. Tom Tailor mit Sitz in Hamburg ist in Frankfurt kotiert, mit einem Umsatz von rund EUR 850 Millionen. Somit dürfte der Jahresumsatz der Fosun Fashion Group in aller Wahrscheinlichkeit über EUR 1,25 Milliarden liegen.

Joann Chang ergänzt: "Es ist wichtig, zu verstehen, dass drei unserer fünf Marken eigene Produktionsanlagen haben: St. John verfügt über Fabriken in Mexiko, Wolford produziert in Österreich und Slowenien und Caruso stellt Kleidung für hochrangige Luxushäuser her, darunter auch Lanvin".


Joann Cheng - Photo: Fosun Fashion Group


Auf die Frage, wie Fosun westliche Marktriesen wie Kering und LVMH konkurrieren will, antwortet Joann Cheng mit Bedacht. "Wir respektieren sowohl Kering als auch LVMH. Wir wollen uns nicht mit ihnen und ihrer Marktposition vergleichen. Wir sind noch so jung, wir sind erst vor drei Jahren gestartet. Nun fokussieren wir auf die operationellen Aspekte. Wir haben den Kernmotor im Heimmarkt. Dann haben wir auch den Motor China. Wir sind im chinesischen Markt, der wahnsinnig groß ist. Und wir sind überzeugt, dass wir die Marken digital ausbauen können, wie mit Live-Stream-Schauen", erörtert die Vorstandsvorsitzende.

In der jüngsten Saison, in der das Coronavirus chinesische Berühmtheiten und Käufer von der Teilnahme an der Lanvin-Show abhielt, produzierte das Haus eine Virtual-Reality-Version der Modenschau. Diese zeigte das Luxushaus auf der riesigen Videoplattform Iqiyi und auf der chinesischen Online-Luxushandelsplattform Secoo. Das Angebot wurde 1,5 Millionen Mal angesehen, potenziell verfolgten bis zu 126 Millionen Menschen die Show.

"Chinesen mögen Mode und Luxus sehr, deshalb wollten sie diese Show unbedingt sehen. Und mit dem Livestream konnten sie dies auch. Und wir hatten 250 Artikel chinesischer Mode- und Lifestyle-Medien über die Show! Das meine ich mit dem Motor China", freute sie sich.

Anders als viele europäische Manager, die ihre Stores, Pop-up-Stores, Restaurants und gar Fabriken aufgrund der Covid-19-Pandemie schließen müssen, ist Joann Cheng überzeugt, dass das Schlimmste zumindest für China überstanden ist.

"Natürlich hatte dies Auswirkungen, doch in China beruhigt sich die Situation, in den meisten Städten gehen fast 70 Prozent und mancherorts gar 100 Prozent der Menschen wieder zur Arbeit. Wir hoffen auch, dass der Verbrauch nach ein paar Monaten wieder anzieht. Schulen funktionieren jedoch weiterhin online. Mein 14-jähriger Junge erhält seine Aufgaben noch immer online, mit demselben Lehrer par Livestream", bestätigte sie.
 

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