Junge Designtalente standen am dritten Tag der Fashion Week im Mittelpunkt

Der Vormittag der Berlin Fashion Week stand mit dem DfT und den Präsentation von Vanessa Schindler und anderen Jungdesignern ganz im Zeichen der Förderung von jungen Designtalenten. Dem folgten die Modenschau von Steinrohrer, Lana Mueller und Berlins Designerliebling William Fan.

Vanessa Schindler SS 2018 - Berliner Mode Salon

Auf Einladung von Mercedes-Benz und Elle präsentierte die Schweizer Designerin Vanessa Schindler ihre Kollektion im Rahmen des Berliner Mode Salon. Möchte man die Entwürfe der Gewinnerin des diesjährigen Festivals in Hyères charakterisieren, fallen einem sofort die hauchdünnen Stoffe, besetzt mit transparent glänzenden Ornamenten, Samt und ein Spiel mit Kontrasten und Volumina ein. Für ihre Kollektion „Urethane Pool, Chapter 2“ experimentierte die Master-Absolventin der Kunst und Design Hochschule HEAD-Genf mit dem an sich flüssigen Polymer Urethan, das sich nach einem langen Trocknungsprozess in eine transparente, gummiartige Substanz verwandelt.
 
Direkt am Anschluss wurde unter deutliche stärkeren Sicherheitsvorkehrungen im Kaufhof Jandorf der ‚Designer for Tomorrow’-Award gekürt. Zum zehnten Mal hat Peek&Cloppenburg und Fashion ID den Nachwuchspreis in Berlin vergeben. Moderatorin der diesjährigen Show war erneut Johanna Klum. In Anwesenheit von Schirmherrin Stella McCartney wurde Lara Krude mit ihrer Kollektion "Was bleibt" zur Gewinnerin 2017 ernannt. 

Lara Krude - DFT/Mercedes-Benz/IMG
 
Damit setze sich Krude gegen Fatima Danielsson, Lisa Haas, Marcella Lobo und Fanni Varga, die diesjährigen Finalisten des Nachwuchspreises, durch. Krude entwarf eine Kollektion aus asymmetrischen Schnitten, mit unterschiedlich langen Knopfleisten und Reverskragen. Kombinierte das mit Hosen über dem Mantel. Pyjama über dem Jackett. Mantel über Mantel. Die einzelnen Kleidungsstücke hat die 29-jährige Nachwuchsdesignerin dabei so dekonstruiert, dass sie das Wissen des traditionellen Handwerks, das Wissen ihres Großvaters, der Schneider war, offenlegen.
 
Darauf folgte ein junges Designerduo mit dem Namen Steinrohrer. Die Designerinnen Inna Stein und Caroline Rohner zeigten eine sommerliche Kollektion, die schon einmal auf das kommende Jahr einstimmt. Sie spielten mit Seidenstoffen und Transparenzen und verwendeten dabei große Blumenprints.

Steinrohrer SS 2018 - Mercedes-Benz/IMG
 
Noch sommerlicher wurde es danach bei Lana Mueller, die auf der Terrasse des The House of Weekend, früher The Weekend-Club, seit über 10 Jahren eines von Berlins beliebtesten Clubbing-Hot-Spots, ihre Kollektion präsentierten – fast über den Wolken.
 
Das Label wurde 2015 von den Designern Lana Müller und Gelena Roizen gegründet und spezialisiert sich auf extravagante und glamouröse Abendkleider, die vor allem die feminine Seite jeder Frau betonen sollen. Auf dem Dach mit direkter Sonneneinstrahlung zeigten sie passend eher Maxi-Kleider, Overalls und Beach-Looks – hauchdünn und teils aus kompletter Spitze in zarten Pastelltönen. Inspirieren ließ sich das Duo dafür von alten Urlaubsbildern ihrer Großeltern aus den 70er-Jahren. Sicherlich die Modenschau mit dem besten 360°-Panorama in dieser Woche.

Lana Mueller SS 2018 - Mercedes Benz/IMG
 
Etwas kühler ging es dann bei William Fan im Garten vom Kronprinzenpalais zu. Um dort seine neue Kollektion ‚Heimat’ zu präsentieren, ließ er den kompletten Garten in sein Heimatdorf umbauen. 
 
Der 30-jährige deutsch-chinesische Designer William Fan gilt als Hoffnungsträger der Berliner Mode und gehört zu einer neuen Generation Berliner Modemacher wie Marina Hoermanseder und Nobi Talai, die für sich eine ganz eigene Designhandschrift entwickelt haben. Für seine Modekollektionen liebt er es seine Geschichte zu erzählen.

William Fan SS 2018 - Berliner Mode Salon
 
Der Sohn chinesischer Einwanderer zeigte in seiner Debut-Show, im Januar 2015 auf der Berliner Modewoche, daher das Thema "Welcome Home". Für ihn war es eine modische Auseinandersetzung mit dem modernen Nomaden, der sich in der digitalisierten Welt ein Stück weit zuhause fühlt. Dem folgte eine Kollektion, die bereits auf dem Laufsteg nach Party aussah – und auch so hieß. In der letzten Saison folgte für das Publikum ein Ausflug nach Chinatown, womit Fan sich mit seiner Herkunft auseinandersetzte – und jetzt eben das Thema ‚Heimat’, da er in der Nähe von Hannover aufgewachsen ist – auf dem Land.

So zeigt er im Garten die Szenen, die er in seiner Jugend erlebt hat, startet mit der Einfältigkeit des Landlebens, das er erlebt hat. Lässt das erste Model zu Musik von Richard Kleidermann laufen, verarbeitet Snippets von den 'Simpsons'  oder der Stimme eines Moderators, die er früher gesehen hat. Verändert bekannte Logos, wie z. B. MTV und macht daraus Fan TV oder nutzt vor allem Materialien, die er mit den 1990ern verbindet: Samt, PVC, Wolle und Federboas. 

Finales Bild der Modenschau von William Fan - Melanie Müller
 
"Federboas. Das erinnert mich an meine Teenager Zeit. Da hat man sich viel mehr getraut, ist unbedarfter an etwas herangegangen und dann ist man auch mal mit einer Federboa ausgegangen", so William Fan. "Dann gab es dort Kühe, ich habe es geliebt Kühen zuzuschauen". Das bringt er dann zum Ausdruck, indem er Taschen aus Kuhfell in der Kollektion unterbringt. Das finale Bild zeigt dann alle Models als wartende Personen an einer Bushaltestelle – eben wie auf dem Land, an einer einsamen Landstraße.

Natürlich hatte die Berliner Fashion Week an diesem Tag auch bereits renommierte Label zu bieten. So zeigte Boss ihre Womenswear für die Frühling/Sommer-Kollektion 2018. 


Boss Womenswear SS 2018 - Hugo Boss

​Nachdem Boss einige Jahre die Fashion Week in Berlin ausließ, lud das Modeunternehmen in die ehemalige Kirche St. Agnes, jetzt Galerie König, nach Kreuzberg zur Studio-Präsentation ihrer Womenswear "Gallery Collection" ein. Unter den Gästen war auch Boss Kreativdirektor Jason Wu, der extra angereist war. Dabei liefen ausnahmsweise die Models mal nicht über den Laufsteg, sondern die Gäste konnten entspannt um sie herum flanieren. 

Die letzte Kollektion des Tages stellte Dorothee Schumacher im Kaufhof Jandorf vor. Gezeigt wurde hier die "Kollektion für die Weltbürgerin", bei der die Farben Weiß, Schwarz und Orange dominierten. Direkt nach dem Finallauf kamen die Models mit Drinks auf den Laufsteg zurück und eröffneten die Aftershow-Party.



Dorothee Schumacher SS 2018 - Mercedes-Benz/IMG

Das Who-is-Who traf sich dann allerdings beim Cocktail von Schuhhersteller Birkenstock. Der lud in, bzw. vor, Berlins Concept-Store Murkudis in einen silbern-glänzenden Container, um seine verschiedenen Kollektionen zu zeigen. Hier tummelte sich dann die Posse u.a. von Justin O' Shea. Der bei Brioni als Designer gescheiterte Einkäufer launchte gerade seine eigene Marke SSS World Corp. auf der Pariser Herrenwoche  – also auch ein Designer auf 'jungen' Wegen.

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