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Veröffentlicht am
27.02.2013
Lesedauer
2 Minuten
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Junge Mode in London: die Fashion Week als politische Herausforderung

Veröffentlicht am
27.02.2013

Die Präsentationen der Herbst-/Winterkollektionen 2013-2014 im Rahmen der Fashion Week in London, die zwischen den Modemessen von New York und Mailand stattfand, waren richtungsweisend und wurden vom steigenden Enthusiasmus der Behörden, Medien sowie internationalen Einkäufer begleitet, für die London von nun an fester Bestandteil ihrer Kalender ist.

Louise Gray Herbst-Winter 2013-2014 (Foto PixelFormula)


Am 15. Februar eröffnete Natalie Massenet die Messe mit den Worten: „Die britische Mode hatte noch nie zuvor ein so gutes internationales Image. Wenn es um die aktuellen Trends geht, blicken alle Boutiquen und Modezeitschriften nach London.“ Natalie Massenet wurde durch ihren auf Luxusmode spezialisierten Online-Shop Net-A-Porter bekannt und ist seit 2013 Vorsitzende des British Fashion Council. Sie sieht für die britische Modeindustrie ein klar abgestecktes Ziel: „Wir möchten die Richtung vorgeben und nicht folgen. Für uns beginnt ein neues Zeitalter sowohl in Sachen Business und Innovation als auch hinsichtlich des Vertrauens, das wir uns setzen“. Der British Fashion Council, der internationale Presse, Einkäufer sowie immer mehr junge Designer aus der ganzen Welt dazu aufruft, der steigenden Resonanz der Modebühne London zu folgen, ist eine Regierungsinstitution und somit politisch ausgerichtet. Emotional beeinflusst war sicherlich die Medienpräsenz mit Vertretern der Modezeitschriften Vogue US und Style.com, denn die meisten der anwesenden Moderedakteure und -journalisten waren gebürtige Briten, allem voran Anna Wintour und Tim Blanks.

Simone Rocha Herbst-Winter 2013-2014 (Foto PixelFormula)


Der Stil der Londoner Kollektionen ist nüchterner und es scheint, dass die von behördlicher Seite geforderte Seriosität schon auf die Kreativität der sonst sehr extravaganten Designer abgefärbt hat. Die Kollektionen der neuen Stars am Modehimmel – J.W. Anderson, Michael Van der Ham, Sister By Sibling, Simone Rocha etc. – richten sich an einen breiteren Kundenkreis als bisher. Auch die alteingesessenen Designer wie Katrantzou, Pilotto, Saunders oder Erdem haben den ungewohnten und experimentierfreudigen Kurs fortgesetzt und Kollektionen präsentiert, die ein breiteres Publikum ansprechen dürften. Mit Ausnahme der neuen, von Toilettenpapierrollen geprägten Kollektion „Hey Crazy” der turbulenten Louise Gray ist die Londoner Mode konventionell, was sich positiv auf die Verkaufsfähigkeit der Kollektionen auswirken dürfte.
Den größten Beifall erhielt zweifelsohne die Modenschau von Christopher Kane, dessen Label gerade erst an PPR verkauft wurde. Seine Kollektion aus 60 attraktiven Teilen hat das Herz von Salma Hayek erobert, die in der ersten Reihe saß und François-Henri Pinault sicherlich bei seiner Investitionsentscheidung bestärkt hat. Vielleicht soweit, dass Christopher Kane nun für immer und ewig in London präsentieren wird? Den neusten Gerüchten nach zu urteilen, ist das nicht so sicher, denn wenn dem so ist, wäre Christopher Kane das erste Londoner Label, dass von PPR gefördert wird und nicht in Paris defiliert. Stella McCartney und Alexander McQueen sind das beste Beispiel dafür.

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