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Von
Fabeau
Veröffentlicht am
21.01.2014
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Jute Stimmung in Berlin

Von
Fabeau
Veröffentlicht am
21.01.2014



Vom 14. bis 16. Januar 2014 waren alle irgendwie Berliner


Die beste Premium aller Zeiten: Anita Tillmann weiß, wie man den Markt begeistert


Die cosy und nordisch anmutende Atmosphäre der SEEK findet immer mehr Fans


Qualität vor Quantität: Die Bread & Butter bleibt wichtige Messe-Destination


Markt-Führer: Auf der Panorama wird das gezeigt, was relevant ist


Die Late-Night-Order bleibt fester Bestandteil der Show & Order


Curvy is sexy: Mehr Aufmerksamkeit für Big-Size


Der Umzug ins Kronprinzenpalais tat dem GreenShowroom gut


Die Salonshow im GreenShowroom sorgte für Medieninteresse


The Gallery Berlin: Eher ruhig gelaufen


Erfolgreicher Test-Ballon: Zum Late-Night-Shopping der Gallery Berlin kamen rund tausend Besucher
Auch wenn es Stimmen gibt, die von Berlins neuer Beliebigkeit sprechen, muss man doch sagen, die neue Professionalität tut der Stadt gut. Mittlerweile ist ein Berliner Auftritt zu Beginn der neuen Ordersaison ein Must für Marken und Händler. Fast alle Messeveranstalter zogen ein positives Resümee der vergangenen Modewoche.
PREMIUM
Für die Premium soll es die bislang beste Ausgabe seit ihrem Bestehen gewesen sein. Die neue Wegeführung, das mal wieder gut kuratierte Portfolio aus rund 2.000 nationalen und internationalen Labels und neue Tools wie das Brand-Matching wurden von den Besuchern gut angenommen. Langjährige Aussteller wie American Vintage, Twin-Set oder iheart waren zufrieden. „Alle wichtigen deutschen Kunden waren da und wir haben auch neue Kontakte machen können“, heißt es unisono. Auch der Wunsch nach mehr internationalen Kunden, etwa aus Skandinavien, Benelux oder Südeuropa wurde erfüllt. Die Accessoires-Area war ausgezeichnet frequentiert, schließlich weiß der Handel mittlerweile ganz genau, dass man mit Schals, Armbändern oder Ketten ein gutes Zubrot verdienen kann.
SEEK
Die benachbarte Seek hat sich mittlerweile gut etabliert. Viele Marken haben hier ein neues Zuhause gefunden, etwa Boxfresh oder Barbour. „Bei uns hat es drei Tage lang gerockt. Wir hatten gut zu tun. Das Publikum war sehr international“, hörte man bspw. bei Cheap Monday, die zum zweiten Mal dabei waren. „Wir sind mit unserer Premiere auf der Seek absolut happy und konnten hier 12 bis 14 neue Leeds generieren“, freut sich Ben Tattersall von Boxfresh.
BREAD & BUTTER
Auf der Bread & Butter war (noch) alles wie gehabt. Einige Aussteller sprachen davon, dass die Frequenz etwas niedriger war als in den Saisons zuvor, jedoch wird die Qualität der Besucher immer besser. War von jeher der Dienstag (oder früher eben der Mittwoch) der Bread & Butter-Tag, kommt das Gros der Besuchern nun verstärkt am zweiten Messetag zum Flughafen Tempelhof. Die Schließung des äußeren linken Hangars tat den Urban Fashion Areas gut, weil die Hallen so voller wirkten. „Wir sind total zufrieden mit unserem Auftritt hier. Die Qualität und die Internationalität der Besucher stimmt“, so Alexander Schindel, Division Manager von Set. „Die Frequenz auf dem Messestand war ausgesprochen gut. Untypisch für diese Messe haben wir zahlreiche Order von bestehenden und neuen Kunden geschrieben. Für uns ist und bleibt die Bread & Butter eine sehr wichtige Plattform“, fasst es Pepijn van Bommel, Commercial Director bei Floris van Bommel zusammen. Auch der Chef persönlich zieht ein gutes Fazit: „Die Hallen waren gut besucht und die Verweildauer der Besucher konnte deutlich gesteigert werden. Die meisten Fachbesucher kamen aus dem deutschsprachigen Raum und dem europäischen Ausland. Besonders gefreut hat mich der wieder gestiegene Besucheranteil unserer südeuropäischen Freunde. Viele Einkäufer kamen aus den USA, Kanada, Japan und Süd-Korea. Die großen internationalen Modehäuser und Department Stores waren nahezu vollständig vertreten", so das Resümee von Karl-Heinz Müller.
Stark diskutiert wurde die Ankündigung von Messechef Karl-Heinz Müller, im Sommer zwei Tage für das Publikum zu öffnen. Nicht wenige Marken sehen die Entwicklung kritisch, andere sind offen dafür und vertrauen drauf, dass Müller mal wieder den richtigen Riecher hat. „Die Umsetzung ist schwierig. Dazu müssen wir uns Gedanken machen, wenn diese Ausgabe vorbei ist“, sagen fast alle Aussteller. Ein klares Konzept für die Besuchertage haben die wenigsten.
PANORAMA
Die Panorama hat sich mit ihrer dritten Ausgabe mittlerweile sehr gut etabliert. Fast ausnahmslos wurde betont, wie gut sich die Messe in den letzten drei Saisons entwickelt hat. Die Frequenz war an allen drei Tagen gut, selbst am Donnerstagmorgen waren die Gänge und Stände noch gut gefüllt. „Es war gigantisch. Wir hatten hier einen hervorragenden Auftritt“, lobt Elke Grothues von Marc Aurel. „Während man noch vor anderthalb Jahren gesagt hat, ich geh den ganzen Tag auf die Bread & Butter und schau mal vielleicht noch ein Stündchen auf die Panorama, machen es die Händler dieses Jahr genau andersherum“, so Jens Bastian, CSO bei Broadway. Der neue Eingangsbereich mit The Mall wurde glänzend angenommen. „Wir haben viel tolles Feedback auf unser Franchise-Konzept bekommen. Das Markenumfeld passt super zu uns“, freute sich Cornelia Stecker-Gieseking von Gelco. Einzig Riani, die eine Suite im neuen Bereich L’Hotel hatten, waren weniger zufrieden: „Wir hatten uns mehr erhofft. Unser Stand ist zu versteckt. Unsere Kunden haben uns nicht gefunden. Das Ambiente hier ist schön, aber die Atmosphäre ist für uns deutlich zu ruhig. Ein Stand neben unseren Wettbewerbern wäre besser gewesen“, kritisiert Maren Šegrt-Guba.
SHOW & ORDER
Die Show & Order hatte eine fulminante fünfte Ausgabe. Viele Händler schwärmen, dass das der neue Hotspot der Berliner Messelandschaft ist. Das Erfolgsrezept von Organisatorin Verena Malta: ein liebevoll ausgesuchter, individueller Markenmix, eine relaxte Atmosphäre und ein Rund-um-Sorglos-Service. „Mit den vielen interessanten Netzwerkgesprächen und auch neuen Kundenkontakten sind wir sehr zufrieden und freuen uns auf die anstehende Saison“, schwärmt Tanja Hellmuth von St. Emile. Auch auf der Show & Order gab es einige Neuaussteller, die definitiv wiederkommen wollen, etwa Finside, Hüftgold oder Noa Noa. „Es waren viele gute und namhafte Kunden da. Unsere neue Schmuck-Linie wurde gut angenommen. Danke auch an die Messe, für die gute Organisation und Flexibilität“, freut sich Dirk Bommersheim, Sales Director der tradewithme GmbH & Co.KG. Die Late-Night-Order war ein voller Erfolg. Die Etagen im Kraftwerk waren bis Toresschluss gut gefüllt.
CURVY IS SEXY
Die Big-Size-Messe Curvy is sexy verlief ebenfalls zufriedenstellend. Über 3.000 Besucher waren gekommen, davon viele aus dem Ausland. Das Nischen-Angebot zog viele internationale Händler in die Hauptstadtrepräsentanz der Telecom. „Die Frequenz war durchgehend sehr gut und wir konnten viele Neukunden gewinnen sowie bestehende Kunden erneut emotional und persönlich ansprechen“, konstatiert Mathias Eckert, Managing Director International Wholesale und Franchise bei S.Oliver. Um die gesamte Breite der Big-Size-Produktwelt abzubilden, plant Veranstalter Stephan Sonn mit der Veranstaltung in eine neue größere Location in der Nähe des Boulevards Unter den Linden zu ziehen.
GREENShowroom & ETHICAL FASHION SHOW
Mehr Aufmerksamkeit bekamen auch die beiden grünen Plattformen GreenShowroom mit 30 Ausstellern und die Ethical Fashion Sow im ewerk mit 115 Ausstellern. Der Umzug des GreenShowrooms ins Kronprinzenpalais wurde von Ausstellern und Besuchern für gut befunden. Gute Presse brachten die Salonshow und die Dutch Eco Design Show. Die Themen Nachhaltigkeit und faire Produktionsbedingungen sorgten darüber hinaus für starkes Medieninteresse: „Gerade im exklusiven Marktumfeld achten Endverbraucher immer mehr auf die inhärenten Produktwerte – der Erfolg des Greenshowrooms zeigt, dass dieser Trend langfristig ist“, sagt Detlef Braun, Geschäftsführer der Messe Frankfurt.
THE GALLERY Berlin
Die Igedo-Plattform The Gallery in den Opernwerkstätten fand geteiltes Echo. In Anlehnung an das Nachwuchs-Engagement der CPM wurde dieses Mal auch in Berlin mit Nachwuchsdesignern aus dem diesjährigen Partnerland Polen zusammengearbeitet. Die Energie der jungen, polnischen Kreativen stimmte Project Director Ulrike Kähler euphorisch. Auch die Premiere der Publikumsnacht, dem Late-Night-Shopping im unteren Bereich, wertete sie als Erfolg. Ganz so sahen es die Aussteller allerdings nicht: Leere Gänge, wenig Frequenz, noch weniger Internationalität und eben keine strikte Trennung von Fachbesuchern und Shopping-Publikum wurden in der ersten Etage, wo Marken wie Oska, Hebbeding oder Iddi Woman ausstellten, bemängelt.

Fotos: DW, JW, Premium/ Messe Frankfurt (Toni Kretschmer)

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