K&L muss unter den Schutzschirm

K&L ist insolvent. Der bayerische Modehändler hat beim Amtsgericht Weilheim einen Antrag auf Eröffnung eines Schutzschirmverfahrens gestellt. In einer Sanierung in Eigenverwaltung soll die bereits im September 2017 eingeleitete Neuausrichtung des Unternehmens weiter forciert werden. 

CEO Jens Bächle will das Modeunternehmen wieder auf Kurs bringen. - K&L

Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Oliver Schartl (Kanzlei Müller-Heydenreich Bierbach & Kollegen) bestellt. Jens Bächle bleibe als Geschäftsführender Gesellschafter im Amt und führe die Sanierung in Eigenverwaltung fort, heißt es vom Stammsitz des Unternehmens im oberbayerischen Weilheim. 

Die operativen Geschäfte an den 57 Filialstandorten sollen während des Verfahrens ohne Einschränkungen weiterlaufen. 

"Wir haben in den ersten acht Monaten des Geschäftsjahres trotz Problemen aus der Vergangenheit und der schwierigen Marktentwicklung den Abwärtstrend des Unternehmens gestoppt. Wir sind Like-for-Like 5 Prozent im Umsatz gewachsen und haben das Ergebnis zum Vorjahr um rund vier Millionen Euro verbessert. Der September war aber im Gesamtmarkt eine Katastrophe, die dazu geführt hat, dass die bisherige positive Entwicklung und bisherige Planerreichung auf den Kopf gestellt wurden", erklärt CEO Bächle die angespannte Situation des Unternehmens.

Um den Modehändler wieder dauerhaft wettbewerbsfähig positionieren und negativen aktuellen Marktentwicklungen standhalten zu können, brauche es eine Sanierung durch ein gesteuertes Insolvenzverfahren.

Ziel sei es, den bereits begonnenen Restrukturierungsprozess verstärkt fortzuführen und das drohende Liquiditätsproblem langfristig zu lösen.

K&L wurde 1962 von Karl Ruppert gegründet. Mit Wirkung zum 1. September 2017 übernahm der bis dahin verantwortliche Finanzvorstand Jens Bächle im Zuge eines Management Buy-Outs K&L und leitete als Geschäftsführender Gesellschafter eine Neuausrichtung des Unternehmens ein.

Der vertikal ausgerichtete Modehändler deckt die komplette Wertschöpfungskette vom Design über die internationale Beschaffung bis hin zum eigenen Vertrieb ab.

Das Unternehmen führt aktuell 57 Filialen im süddeutschen Raum und beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter. Mit rund 100 Auszubildenden gehört K&L zu den großen Ausbildungsbetrieben in Bayern.

Im Geschäftsjahr 2017 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von rund 116 Millionen Euro. Für das laufende Geschäftsjahr 2018 geht CEO Bächle nach vorläufigen Berechnungen von einem Umsatz von rund 120 Millionen aus. 

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