Kampagne fordert: EU muss Hersteller und Händler von Schuhen und Leder bei Menschen- und Arbeitsrechten in die Pflicht nehmen

Die Kampagne "Change Your Shoes" hat heute einen verbindlichen Einsatz der EU für die Wahrung von Menschen- und Arbeitsrechten in der Schuh- und Lederbranche gefordert. Anlass war der Runde Tisch zur Schuh- und Bekleidungsbranche im Europäischen Parlament. Den Absichtserklärungen von Kommission, Rat und Parlament der EU in diesem Jahr müssten wirksame Taten folgen. Die Forderungen nach mehr Transparenz und sozialer Verantwortung in der Schuhbranche, die mehr als 13.000 Europäerinnen und Europäer unterzeichnet haben, sollte die Politik ernst und deshalb die Hersteller und Händler von Schuhen und Leder in die Pflicht nehmen.

Die Kampagne "Change Your Shoes" fordert einen verbindlichen Einsatz der EU für die Wahrung von Menschen- und Arbeitsrechten in der Schuh- und Lederbranche. - Ferragamo.com

"Wir begrüßen die guten Absichten der EU, an Verbesserungen in der Schuh- und Bekleidungsbranche zu arbeiten, erwarten aber nun von den EU-Institutionen, dass diesen Absichtserklärungen schnell konkrete Schritte folgen", sagte Anton Pieper vom Südwind-Institut. "Wir kämpfen für unsere Rechte vor Ort", ergänzte Ahmed Kutubuddin, Mitglied der bangladeschischen Gewerkschaft BGTLWF. "Aber um sicherzustellen, dass unsere Arbeits- und Menschenrechte nicht verletzt werden, sind wir auf die internationale Unterstützung von KonsumentInnen, Unternehmen und europäischen EntscheidungsträgerInnen angewiesen."

Kommission, Rat und Parlament der EU hatten sich im Jahresverlauf besorgt zur menschenrechtlichen Lage in der Bekleidungs- und Schuhbranche geäußert. Die Kommission erklärte im April, sie setze sich dafür ein, "Nachhaltigkeit im Bekleidungssektor wirksam zu fördern und einzubinden". Das Europäische Parlament forderte die Kommission in einem Beschluss zur EU-Leitinitiative zum Bekleidungssektor auf, über "die Veröffentlichung von Arbeitspapieren hinaus zu gehen und eine Gesetzesvorlage zu verbindlichen Sorgfaltspflichtenregelungen für Lieferketten im Bekleidungssektor" voranzubringen. Der Rat "bestärkt die Kommission darin, Maßnahmen zur Erhöhung der Transparenz und der Rückverfolgbarkeit in Bekleidungslieferketten zu unterstützen".

"Wir werden weiterhin politischen EntscheidungsträgerInnen in der EU auf den Zahn fühlen", sagte Berndt Hinzmann vom INKOTA-Netzwerk. "Beim Runden Tisch konnten wir Ideen austauschen und weitere Schritte planen. Jetzt müssen sie umsetzen, was sie versprochen haben."

​"Change Your Shoes" hat beim Runden Tisch dem EU-Parlament auch 13.606 Unterschriften von Europäerinnen und Europäern überreicht, die die Petition "Transparenz statt Versteckspiel!" unterzeichnet haben. Eine zentrale Forderung der Menschen ist, dass Unternehmen der Öffentlichkeit transparent berichten müssen. Durch Offenlegung und Berichtspflichten muss nachvollziehbar werden, dass sichere Arbeitsbedingungen geschaffen und in den Gerbereien, Fabriken und Zulieferbetrieben grundlegende Menschenrechte eingehalten werden.

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