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Karl Lagerfeld CEO Pier Paolo Righi über die Pitti, den globalen Erfolg und Karls Vermächtnis

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 10.01.2020
Lesedauer
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Nur wenige Stände zogen an der Pitti Uomo in dieser Woche mehr Besucher an als derjenige von Karl Lagerfeld. Die magische Beziehung, die der Modeschöpfer zur Mode pflegte, zieht die Menschen weiterhin in den Bann.


Rechts: Pier Paolo Righi, CEO von Karl Lagerfeld, links: Sébastien Jondeau


Das Haus Lagerfeld befindet sich in einer bemerkenswerten Wachstumsphase, um mehr als 50 Prozent stieg der Umsatz des Unternehmens im vergangenen Jahr, erklärt uns Pier Paolo Righi, seines Zeichens Vorsitzender und CEO des Modehauses.

Elf Monate nach dem Ableben des einflussreichen Modeschöpfers präsentierte das Haus eine Capsule Collection seines wohl größten Vermächtnisses: Das durch und durch elegante weiße Hemd. Der Stand befand sich am Tor zum neuralgischen Zentrum der Pitti Uomo, der Fortezza da Basso.

"Die Pitti ist ein hervorragender Berührungspunkt mit der Welt der Männermode, aber auch eine vorzügliche Gelegenheit, das ganze Universum von Karl Lagerfeld zu zeigen. Und erstaunlicherweise haben die Kunden manchmal ein besseres Verständnis der Marke als viele Händler", sagte Pier Paolo Righi in einem exklusiven Interview mit FashionNetwork.com.

Neben zahlreichen weißen Hemden umfasste der Stand auch ein Dutzend Menswear-Looks – hauptsächlich in Karls Lieblingsfarbkombination Schwarz und Weiß – und vier "verjüngte Archivdesigns" von Carine Roitfeld. An zwei Trennwänden waren über zwanzig Paar Sneakers und Sportschuhe zu sehen, ein wichtiger Wachstumsbereich für die Marke. Die Sportschuhe werden von Stephen Palmer für Overland in Lizenz hergestellt.

Die Hemden sind Teil eines Projekts von Carine Roitfeld, in dessen Rahmen über 50 Freunde und Familienmitglieder von Karl Lagerfeld avantgardistische Hemden entwarfen, die an einer Sonderveranstaltung in Paris enthüllt wurden.

Von 7 ausgewählten Modellen wurden 77 Hemden zu einem Stückpreis von 777 Euro verkauft, wobei der Ertrag an die karitative Stiftung C’est la Vie ging, die von Karl Lagerfeld gefördert worden war. Die Sieben war des Modeschöpfers Glückszahl.

Die Hemdenkollektion wurde bereits in Dubai, Moskau und New York gezeigt. An der Pitti Uomo waren Designs von Stars wie Cristiano Ronaldo und Away Lee zu sehen, aber auch Pier Paolo Righis persönliches Lieblingsdesign von Takashi Murakami.

"Das weiße Hemd wird zu einem Legacy-Stück in unseren Kollektionen, sowohl in den Damen- wie auch den Herrenlinien. Es ist ein ikonisches Element des Hauses. Karl pflegte zu sagen, wenn er etwas in der Mode gerne erfunden hätte, wäre es das weiße Hemd gewesen", betonte Righi.

Das Haus überlegt sich nun, ob diese Hemden in einer semipermanenten Ausstellung in Paris gezeigt werden sollen. Für die unmittelbare Zukunft bestehen jedoch keine Pläne, sie in einer Kollektion auf die Laufstege zu bringen. "Vielleicht machen wir das eines Tages, das ist ein laufendes Gespräch. Doch sogar Karl, der ein Meister der Organisation von Modeschauen war, wollte mit seinem eigenen Label nicht zurück ins Catwalk-Geschäftsmodell. Und er wollte der Chanel-Show keine Konkurrenz machen!", erklärte der CEO mit einem Augenzwinkern.



Eines der als Hommage an Karl Lagerfeld entworfenen Hemden



"Unser zukünftiges Wachstum wird sich in der Zeit nach Karl Lagerfeld nicht merklich verändern. Wir sind sehr schnell gewachsen, in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich um 30 Prozent, im vergangenen Jahr waren es mehr als 50 Prozent", betonte Pier Paolo Righi.

Als Marke erzielt Karl Lagerfeld inklusive Lizenzen fast 700 Millionen Euro im Einzelhandel. Der Jahresumsatz des Unternehmens liegt bei fast 200 Millionen Euro. Seit Karls Tod kommen zudem die Lizenzzahlungen seines Parfümgeschäfts dem Modehaus zu. Zuvor sammelte Karl Lagerfeld diese persönlich ein.

Das Modehaus ist nun offiziell in Amsterdam ansässig, mit einer komplexen Beteiligungsstruktur. Die zwei Hauptaktionäre sind Fred Gehring und Silas Chou. Ebenfalls beteiligt sind G3, PVH und Tommy Hilfiger – der diese Investoren anfänglich mit Karl Lagerfeld zusammenbrachte.

Unter Pier Paolo Righis Führung erzielte das Modehaus bemerkenswerte Erfolge. Jüngeren Fashionistas ist sicherlich nicht bewusst, dass das Haus Lagerfeld jahrzehntelang Verluste einfuhr und dass seine vier vorherigen Besitzer – darunter der Luxuskonzern Richemont, alle viel Geld in das Unternehmen investiert hatten.

"Was wir in den vergangenen 10 Jahren versucht haben, ab dem Zeitpunkt, an dem ich die ersten Gespräche mit Karl führte, war, uns bewusst dafür zu entscheiden, keine Kopie von Chanel oder Fendi oder anderen zu sein. Karl sagte, wenn er für Chanel arbeitete, müsse er Chanel interpretieren, aber hier wollte er nichts interpretieren. So haben wir klar festgelegt, welche Attribute Karls Welt umfassten, welche ikonischen und ironischen Elemente dazugehörten. Dann verbanden wir diese mit Karls Welt", erinnerte sich der CEO.

Doch brauchte es noch eine weitere Zutat: Zugänglichkeit. Und Karl begann sogar, Puppen von ihm und von seiner berühmten Katze Choupette herzustellen. Anders als bei den exklusiven Angeboten von Chanel und Fendy wurde Karl Lagerfeld sehr zugänglich. Darüber hinaus senkte das Unternehmen seine Preisposition deutlich und begann, seine digitale Präsenz auszubauen, um ein jüngeres Zielpublikum anzusprechen.


Ein Visual der Karl Lagerfeld-Kampagne


"Ich denke, früher blieben sie im Luxussegment, was wir nicht getan haben", so der CEO.

Heute umfasst das Vertriebsnetz rund 100 Franchise-Boutiquen und fast ebenso viele direkt geführte Stores. Außerdem arbeitet Lagerfeld mit Kaufhäusern wie Galeries Lafayette zusammen, wodurch die Marke insgesamt in über 300 Läden geführt wird.

Der Onlineumsatz erfreute sich eines starken Wachstums und macht nun fast 30 Prozent des Gesamtumsatzes aus. Das Haus arbeitet mit Yoox zusammen und wird auch von Zalando und LuisaViaRoma angeboten. Die Marke sei "schön profitabel", enthüllt Pier Paolo Righi, doch genaue Zahlen veröffentlicht das Label nicht.

Mit Blick in die Zukunft ist klar, dass Carine Roitfeld weiterhin sehr aktiv für das Unternehmen tätig sein wird. Der CEO bestätigt: "Ihre Ästhetik ist der Identität des Labels sehr nahe. Karl holte sie zunächst für eine Capsule Collection an Bord. Als Stilberaterin wird sie auch in Zukunft eng mit unserem koreanischen Kreativdirektor Hun Kim zusammenarbeiten. Er ist bereits seit fünf Jahren für Karl tätig".

Durch die gesunde Geschäftsentwicklung konnte Lagerfeld im Herzen von Amsterdam, an der 82 Herengracht, einen neuen Hauptsitz eröffnen, direkt an einem der schönsten Kanäle der Stadt. "Es ist ein wundervolles altes Bankgebäude aus dem Jahr 1850. Karl hat es vor einem Jahr gesehen, als er zur Weihnachtsfeier kam und er fand es großartig!", freut sich der CEO.

Als Pier Paolo Righi am 18. Februar 2019 vom Tod des Designers erfuhr, wollte er sich gerade auf eine Privatreise nach Südafrika begeben. "Ich war am Flughafen München und kehrte sofort um. Es war sehr schwierig. Natürlich wussten wir, was uns bevorstand. Aber für mich persönlich war es sehr schwierig. Als CEO muss man jedoch Verantwortung übernehmen und mit einer klaren Botschaft für die Zukunft vor das ganze Team stehen. Ich hatte lange darüber nachgedacht und war sehr nervös. Es war eine gewaltige Aufgabe. Doch erwies sich die Arbeit als CEO sehr einfach, da unsere Leute zusammenhielten und stolz die Verantwortung als wahre Erben von Karls Vermächtnis übernahmen. Plötzlich waren wir die einzigen, bei denen Karls Name auf der Türklingel stand. Und das Team ist diese Aufgabe sofort sehr positiv angegangen", erinnert er sich.

Karl Lagerfeld wurde in den letzten zwei Jahren seines Lebens sichtlich schwächer und seine engsten Freunde erinnern sich daran, dass er in den letzten Wochen nur ungern über seinen Tod sprach. "Er sprach davon, ohne davon zu sprechen. Er gab uns viel positives Feedback zur Art und Weise, wie wir alles machten und durch seine Bestätigung leitete er uns und mich ans gewünschte Ziel. Am Ende war er sehr stolz darauf, dass die Marke ein unabhängiges und erfolgreiches Modehaus geworden war", erklärte der CEO sichtlich berührt.

Lagerfeld brachte das Label auch mit der berühmten Influencerin Olivia Palermo zusammen, weitere gemeinsame Projekte sind bereits aufgegleist.

Karl Lagerfelds Vertrauter, Sébastien Jondeau, bleibt dem Haus als Markenbotschafter ebenfalls treu. Jondeau hat bereits mehrere Sportswear-Kollektionen entworfen, die von der Kritik positiv aufgenommen wurden. "Sébastien hat ein gutes Gefühl des Hauses und er hat so viel gelernt von Karl. Darüber hinaus sehen wir uns wie eine Art Familienbetrieb und Carine und Sébastien sind Teil dieser Familie. Und daran möchten wir nichts ändern", betonte er.

Wird angesichts der guten Ergebnisse eine Börseneinführung in Betracht gezogen? "Das ist zur Zeit kein Thema. Aber vielleicht wird dies zu einem gewissen Zeitpunkt einmal verlangt. Zunächst profitieren wir vom starken Wachstum, in ein paar Jahren sehen wir dann weiter".

Bevor er im Oktober 2011 zu Karl Lagerfeld stieß, arbeitete Pier Paolo Righi für Nike EMEA. Mit Karl konnte er Deutsch sprechen, und trotz seines italienisch anmutenden Namens, spricht er auch Englisch mit einem deutschen Akzent. Der Manager mit italienischen und deutschen Wurzeln wuchs in der Nähe von Stuttgart auf.

"Ehrlich gesagt denke ich, dass es Karl gefiel, dass ich aus einer ganz anderen Umgebung kam", sagt er lächelnd. 
 

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