Kaufhof-Chef: Zufrieden und optimistisch



2012 war für Kaufhof ein gutes Jahr, 2013 soll ebenfalls gut werden
Lovro Mandac verbreitet Zuversicht. In einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ versicherte der Kaufhof-Chef, dass er auch in 2013 „keine ernste Konsumkrise“ auf die Kaufhausgruppe zukommen sieht. Allerdings könne die fragile Konsumsicherheit leicht durch die Euro-Krise und mögliche Steuererhöhungen erschüttert werden. Mandac ist sich sicher, dass Warenhäuser in den Innenstädten deutscher Metropolen auch in Zukunft gute Chancen haben, bei kleineren Städten sieht die Lage anders aus. Hier sind seiner Meinung nach die Kommunen in der Pflicht, die Innenstädte attraktiv zu halten, sonst könnten Standortschließungen drohen – aber momentan sind für 2013 keine geplant, versichert der Top-Manager.

Zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft 2012

2012 war nach Aussage Mandacs ein gutes Jahr für die Galeria Kaufhof. Effektiv konnte die Metro-Tochter in 2012 sogar Marktanteile gewinnen. Mandac zeigte sich insbesondere zufrieden mit dem Verlauf des Weihnachtsgeschäfts, das zwei Tage kürzer als im Vorjahr war, und der Entwicklung des Onlinegeschäfts. Kaufhof konnte mit seiner neugestalteten Online-Filiale „001“ gut 25 Mio. Euro umsetzen, in 2011 waren es noch 10 Mio. Euro. Spielzeug, Basics, Eigenmarken und Wäsche verkauften sich dort besonders gut. Mandac rechnet damit, dass das Onlinegeschäft für Kaufhof mittel- bis langfristig der wichtigste Umsatzkanal werden wird. Allerdings muss bis dahin noch einiges geschehen: Neben der Technik (in der Vorweihnachtszeit war die Seite nicht erreichbar) muss das Sortiment verbessert werden: Die Onlinefiliale führt momentan gerade mal ein Zehntel des Sortiments, das die großen Häuser in Frankfurt oder in Berlin haben (rund 500.000 Produkte). Vorerst bleibt das Stationärgeschäft wichtig und auch hier investiert Mandac und ließ – wahrscheinlich angetrieben dadurch, was Andrew Jennings beim Konkurrenten Karstadt veranstaltet – das Kaufverhalten der Kaufhof-Kunden untersuchen. Sortimentsgestaltung und Laufwege wurden und werden daraufhin angepasst. Und apropos, Neuausrichtung bei Karstadt: Mandac glaubt nicht, dass der Rivale mit seinen neuen anglo-amerikanischen Marken einen großen Schnitt machen wird. Mit fremdartigen Sortimenten hätten sich schon einige „empfindlich die Finger verbrannt".

Schulterschluss der Handelsketten notwendig

Desweiteren kommentierte Mandac die Brände in den Textilfabriken von Bangladesch oder Pakistan. Er fordert eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen und dass die großen deutschen, europäischen, und sogar amerikanische Handelsunternehmen dabei an einem Strang ziehen müssen. Er plädiert dafür, dass Produzenten, die sich nicht an die vorgegebenen Sicherheits- und Sozialstandards halten, ihre Produktionsaufträge verlieren müssen.


Foto: Galeria Kaufhof

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