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Von
Reuters
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
07.06.2019
Lesedauer
2 Minuten
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Kering will mehr Kontrolle über Onlinehandelsaktivitäten

Von
Reuters
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
07.06.2019

Der Mutterkonzern von Gucci, Kering, will seine Onlinehandelsaktivitäten vermehrt selbst kontrollieren und zieht für den Vertrieb seiner Luxusprodukte eigene Markenshops oder Konzepte vor, bei denen Image und Kundendaten beim Konzern verbleiben.


Photo: Gucci



Viele Luxusmarken stiegen im Vergleich zu weniger hochwertigen Modelabels erst spät ins Onlinehandelsgeschäft ein. Die Investitionen in diesem Bereich haben zwar stark zugenommen, doch versuchen Luxushäuser nun, den Vertrieb und die Preisgestaltung so weit wie möglich intern zu kontrollieren – denn diese zwei Elemente helfen ihnen dabei, ihre Exklusivität zu verteidigen.

Kering hatte bereits in der Vergangenheit erklärt, dass die in Zusammenarbeit mit Yoox Net-A-Porter (YNAP) entwickelten Onlineshops von Marken wie Balenciaga und Alexander McQueen wieder vom Konzern übernommen werden sollten. Dies nicht zuletzt, da YNAP vom Konkurrenten Richemont übernommen wurde.

Das Joint Venture mit YNAP wird im zweiten Quartal des kommenden Jahres eingestellt, so der Digital Officer des Konzerns, Gregory Boutte.

Um den Umsatz und die Margen zu steigern, interessiert sich Kering auch bei anderen gemeinsamen Projekten mit Dritten – Multibrand-Händler wie Farfetch oder Matchesfashion – für eine Umwandlung in sogenannte Online-Filialen. Das Konzept ermöglicht es Kering, mehr Aspekte zu kontrollieren, so beispielsweise die Produktauswahl, aber auch deren Präsentation.

"Jedes Mal, wenn wir von Großhandel auf eine Lizenz umstellen, sehen wir ein deutliches Umsatzwachstum", erklärte Boutte weiter. Kering sei aber "nicht gegen den Großhandel" und wolle die Zusammenarbeit mit Drittparteien nicht grundsätzlich einstellen.

WACHSENDES TEAM

Der Konzern, dessen direkten Konkurrenten wie LVMH ebenfalls in E-Commerce-Aktivitäten investieren, äußerte sich nicht zu den finanziellen Kosten dieser Projekte. Das digitale Team, das 2017 noch 4 Personen beschäftigte, umfasst jedoch heute bereits über 80 Angestellte.

Für Boutte ist es nicht ausgeschlossen, dass sich Kering für eine Blockchain-Plattform interessieren könnte, wie sie LVMH gegenwärtig ausarbeitet. Mit der Verwendung dieser Technologie sollen Versorgungsketten überwacht und Produkte einfacher authentifiziert werden können. Denn die Branche hat oft mit Produktfälschungen zu kämpfen.

Unter Einbezug der Erlöse von Third-Party-Plattformen machte der im Onlinehandel erzielte Umsatz von Kering in Einzelhandelspreisen insgesamt 9,4 Prozent des Jahresumsatzes 2018 aus. Der Onlinehandelsumsatz auf den eigenen Markenwebsites und über seine Online-Lizenznehmer belief sich auf 4,7 Prozent des Gesamtumsatzes, so der Konzern.
 
In der Luxusgüterbranche insgesamt macht der Onlinehandel gegenwärtig 10 Prozent der Geschäftstätigkeit aus. Dem Beratungsunternehmen Bain zufolge dürfte dieser Wert bis 2025 auf 25 Prozent ansteigen.
 

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