Kerings Holdinggesellschaft Artemis übernimmt Courrèges

Die Holdinggesellschaft Artemis, die auch Anteile am Luxuskonzern Kering besitzt, übernimmt das futuristische Modelabel Courrèges. Die laufenden Verhandlungen zwischen den bisherigen Inhabern der Marke und Artémis wurden Ende 2017 aufgedeckt, wie FashionNetwork.com berichtete. Nun ist die Übernahme abgeschlossen. Die Holdinggesellschaft der Familie Pinault, die 40,9 Prozent der Aktien des französischen Luxusriesen kontrolliert und über mehr als 55 Prozent der Stimmrechte verfügt, erhöhte ihren Anteil an der futuristischen Marke von 40 auf 100 Prozent.


Die Ankündigung der Show im von Fans zertrümmerten Schaufenster - Courrèges

Die auf dem amerikanischen Modeportal WWD veröffentlichte Information wurde von Artémis auf Anfrage von FashionNetwork.com bestätigt. Der genaue Übernahmepreis wurde nicht bekannt gegeben. Das 1961 von André Courrèges und seiner Frau Coqueline gegründete Label, das sinnbildlich für die 60er und 70er Jahre steht, ging 2011 an die Werbetreibenden Jacques Bungert und Frédéric Torloting über.

Das Label ist für seine futuristischen Kreationen und reinen geometrischen Formen renommiert. Im September 2015 gelang unter der Leitung von Sébastien Meyer und Arnaud Vaillant die Rückkehr auf die Pariser Laufstege. Mit einer neuen, modernen Kollektion überzeugte das Designerduo das Publikum. Doch trotz der anfänglichen Begeisterung verflog der Elan rasch, international verschaffte es die Marke nicht zum Durchbruch.

Seit einem Jahr durchläuft Courrèges eine Restrukturierungsphase. Es wurden Stellen gekürzt und das traditionelle Atelier in Pau musste aufgegeben werden. Seit Jahresbeginn ist eine tiefgreifende Reorganisierung im Gange, dabei wurde unter anderem die Stelle der Geschäftsführerin mit Christina Ahlers neu besetzt. Ahlers war zuvor 12 Jahre lang bei Acne Studios für die internationale Entwicklung zuständig.

Ebenso wurde Yolanda Zobel als neue Kreativdirektorin an Bord geholt. Die Designerin, deren Vater ein deutscher Schmuckdesigner ist und deren Mutter aus Frankreich stammt, hat sich auf Womenswear spezialisiert. Ihre erste Kollektion für die Frühjahr-/Sommersaison 2019 wird am Mittwoch, 26. September, in einer mit Spannung erwarteten Show im Rahmen der Pariser Modewoche enthüllt.

Yolanda Zobel studierte Modedesign in Berlin. Sie "wuchs in einer Künstlerfamilie in Deutschland" auf und verdiente sich ihre Sporen 1999 bei Giorgio Armani ab. Später arbeitete sie an den Womenswear-Linien von Chloé, Jil Sander und Acne Studios. Hier begegnete sie erstmals der ebenfalls deutschstämmigen Christina Ahlers.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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