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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
27.06.2019
Lesedauer
5 Minuten
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Kim Jones über die Schaffung seines "Instant Archives" bei Dior

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
27.06.2019

Nur wenige Designer in der Modebranche können mit Kim Jones' vollem Programm mithalten. Der Kreativdirektor der Menswear von Christian Dior ist Globetrotter, Collab-Meister und seit kurzem auch Redakteur und Model.


Kim Jones - Photo: Brett Lloyd - Photo: Courtesy of Dior


Als er vor einer Woche seine dritte Runway Show für Dior in Paris organisierte, zauberte er eine der herausragendsten Kollektionen der französischen Laufstegsaison aus dem Hut, in deren Rahmen er mit dem Dekonstruktionsmeister und Künstler Daniel Arsham zusammenarbeitete. Und im Juni erschien außerdem die von ihm herausgegebene Ausgabe der Zeitschrift "A Magazine Curated By".

2017 wurde Jones nach sieben sehr erfolgreichen Jahren bei Louis Vuitton die kreative Leitung der Dior Homme-Linie anvertraut. Bei Dior, das neben Chanel und Yves Saint Laurent zu den drei historischen französischen Modehäusern zählt, lief der Kreativdirektor sowohl in seiner Arbeit als auch in seiner Kreativität zu neuer Höchstform auf.

Wir sprachen mit ihm über die Dior-Kollektion 2020 und die Accessoires, über seine Ziele und Träume bei Dior und die Schaffung dessen, was er als "Instant Archive" bezeichnet.

"Wenn man bei Dior arbeitet, passt man sich an. Es geht darum, sich selbst herauszufordern. Vuitton war im Wesentlichen eine Luxus-Lederwaren-Reisemarke. Die Aufgabe ist also nicht dieselbe und wo man auch ist, gilt es, die Codes des Hauses zu respektieren. Hier bedeutet dies Couture, Tailoring und Eleganz", so Jones.


Dior Homme -Frühjahr/Sommer 2020 - Menswear - Paris - © PixelFormula


Um sein Konzept des "unmittelbaren Vermächtnisses" zu verwirklichen, arbeitete er mit Arsham zusammen, der für die Show mit vier bröckelnden XL-Betonklötzen das Wort DIOR buchstabierte und für den Eingang eine Uhr aus gerissenem Beton entwickelte, wie sie auch in Monsieur Diors Büro hing.

"Ich habe Daniels Arbeit schon immer gemocht. Er war ein Freund und dann sah ich das Potenzial und die Art und Weise, wie es klappen und mit Dior zusammenpassen könnte. Und es gefiel mir, wie er das Projekt im aktuellen Kontext anging. Dass es ein Vermächtnis war, was auch meine Denkweise ist. Wissen Sie, Christian Dior war länger Galeriebesitzer als er Couturier war, deshalb finde ich es wichtig, das zu berücksichtigen. Dior arbeitete mit Picasso und Dalí und Max Ernest," so Kim.

Jones verbringt seine Zeit in seinen Häusern in Paris und London, wo Dior in Cavendish Square ein Designstudio für ihn einrichtete. Bei Dior arbeitet er mit CEO Pietro Beccari zusammen, der bei seiner Ankunft in Paris vor vielen Jahren Marketing- und Kommunikationsleiter von Vuitton war.


Dior Homme - Frühjahr/Sommer2020 - Menswear - Paris - © PixelFormula


Um sein Konzept des "unmittelbaren Vermächtnisses" zu verwirklichen, arbeitete er mit Arsham zusammen, der für die Show mit vier bröckelnden XL-Betonklötzen das Wort DIOR buchstabierte und für den Eingang eine Uhr aus gerissenem Beton entwickelte, wie sie auch in Monsieur Diors Büro hing.

"Ich habe Daniels Arbeit schon immer gemocht. Er war ein Freund und dann sah ich das Potenzial und die Art und Weise, wie es klappen und mit Dior zusammenpassen könnte. Und es gefiel mir, wie er das Projekt im aktuellen Kontext anging. Dass es ein Vermächtnis war, was auch meine Denkweise ist. Wissen Sie, Christian Dior war länger Galeriebesitzer als er Couturier war, deshalb finde ich es wichtig, das zu berücksichtigen. Dior arbeitete mit Picasso und Dalí und Max Ernest," so Kim.

Jones verbringt seine Zeit in seinen Häusern in Paris und London, wo Dior in Cavendish Square ein Designstudio für ihn einrichtete. Bei Dior arbeitet er mit CEO Pietro Beccari zusammen, der bei seiner Ankunft in Paris vor vielen Jahren Marketing- und Kommunikationsleiter von Vuitton war.


Kim Jones in einer Rimowa-Kampagne- Photo: Rimowa


Die Herrenmode von Dior ist relevant und elegant und höchst innovativ. Die Accessoires zeugen von zeitgenössischer Coolheit. So spielte Jones mit neuen wasserfesten Stoffen aus Satinvlies auf klassischem Mack in Dior Cannage-Ausführung oder mit dem berühmten Oblique-Muster – als Anspielung an die Dior-Herrenkollektionen der 60er Jahre. Und mit Rimowa entstand ebenfalls eine elegante neue Kollektion – eine Koffer- und Weekender-Reihe im Oblique-Muster.

"Es gibt zwei Ausführungen für Rimowa, darunter ein Wheelie-Modell. Alex fand die Idee toll", freute sich Jones, der für die Koffermarke bereits Model stand. In der Kampagne eilt er mit einem Rollkoffer in der Hand in Richtung Flugzeug, darunter steht "Niemand baut ein Vermächtnis auf im Stillstand". Die Kampagne ist in der jüngsten Ausgabe von "A Magazine Curated by" zu sehen, für die Kim Jones verantwortlich zeichnet.

Darin berichtete er über Gabber – Hardcore-Techno aus den Niederlanden und Shoots von Alasdair McLellan, zeigt Luke Smalley, von Kim gestylt, aber auch Xanadu von Coleridge, illustriert von Jake und Dinos Chapman, sowie eine Skizzenreihe kleiner Hunde von Daniel Arsham, wobei sich darunter auch Kims heißgeliebter japanischer Shiba Inu-Hund Cookie befindet.

Dior Homme - Frühjahr/Sommer2020 - Menswear - Paris - © PixelFormula


"Wenn ich arbeite, frage ich mich immer – woran wird man sich in 20 oder 30 Jahren noch erinnern? Sogar bei Vuitton, als ich Koffer designte und meine erste Show in Paris vorbereitete, fragte ich mich stets 'was wird die nächste Generation im Museum zeigen?' Als sie diese Ausstellung in Paris machten (Volez, Voguez, Voyagez im Jahr 2016) sagte ich, dass man für dieselbe Ausstellung in Tokio einige der neuen Taschen darin aufnehmen muss. Denn ich denke, es geht um ein "Instant Archive". Ich bin überzeugt, dass in der Arbeit für ein Modehaus das Vermächtnis zählt, das man dem Haus hinterlässt", erläutert der 39-jährige Designer.

Ob er für die Show eine besondere Reise unternommen habe, wollten wir von ihm wissen.

"Nein, das mache ich nicht mehr. Ich gehe ins Archiv. Die Ausgangslage ist anders. Vuitton war schon immer etwas ganz anderes. Da gab es keine Vergangenheit im Prêt-à-porter. Ich betrachtete die Idee einer Destination. Dann ging ich den Koffer an und nahm dies als Anhaltspunkt. Hier konzentrierte ich mich auf Dior und Dinge, die ihn wahrscheinlich interessiert hätten. Und was relevant ist für die heutige Zeit, besonders mit Blick auf die Künstler. Das Haus respektiert meine Arbeitsweise und den Rahmen, in dem ich gerne arbeite und ich brachte mein Team mit. Außerdem liebe ich Pietro (Beccari). Er quatscht dich nicht voll, er sagt, was er denkt. Und nun habe ich auch öfter die Gelegenheit, Herrn Arnault zu sehen, für den ich viel Respekt empfinde. Man kann direkt an die Spitze gehen, und muss sich nicht durch die verschiedenen Ebenen durchkämpfen. Es ist alles sehr direkt. Die Leute, mit denen ich früher gearbeitet habe, würden wohl behaupten, ich hätte von Anfang an hierherkommen wollen", schmunzelt Jones.
 

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