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Veröffentlicht am
20.06.2012
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Konsumschwäche trifft Procter & Gamble - Prognosesenkung

Von
DPA
Veröffentlicht am
20.06.2012

Procter & Gamble
P&G towers. (Bild P&G)
PARIS (dpa-AFX) - Die Konsumschwäche in Europa und den USA hat jetzt auch den US-Markenartikelhersteller Procter & Gamble (P&G) erreicht. Die gebremste Ausgabefreude der Verbraucher trifft die weltweite Nummer eins in der Konsumgüterbranche empfindlich. Der Hersteller von Pampers-Windeln, Gillette-Rasierern oder Ariel-Waschmittel senkte am Mittwoch seine Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Quartal und begründete dies mit einer unerwartet schwachen Nachfrage. Auch im kommenden Geschäftsjahr dürften voraussichtlich nur moderate Sprünge drin sein. P&G-Aktien verloren an der Frankfurter Börse bis zum Nachmittag knapp vier Prozent.

Für das von April bis Ende Juni laufende vierte Geschäftsquartal sei jetzt nur noch mit einem organischen Umsatzwachstum von 2 bis 3 Prozent zu rechnen, teilte P&G am Mittwoch während eines Investorentages in Paris mit. Zuvor war der Konzern von einem Plus von 4 bis 5 Prozent ausgegangen. Der Gewinn je Aktie dürfte nur noch 75 bis 79 Cent betragen. Zuletzt hatte sich P&G noch bis zu 85 Cent Gewinn je Aktie zugetraut.

TEURE MARKENARTIKEL

Dem Konzern aus Cincinnati (Ohio) zufolge haben sich in den vergangenen Monaten vor allem die Umsätze in den etablierten Märkten in Europa und den USA nicht so entwickelt wie erhofft. Zudem würden Währungseffekte belasten. Der Konzern vertreibt Markenartikel, die fast in jedem Supermarkt zu finden sind, die aber auch oft viel mehr kosten als No-Name-Produkte.

Analyst Richard Caines von Mintel International zeigte sich wenig überrascht von der Gewinnwarnung. Die Situation in Europa sei schließlich nach wie vor sehr fragil, sagte er. Allerdings ließen die Äußerungen von P&G darauf schließen, dass auch andere Konsum getriebene Unternehmen unter der Situation litten. An der Börse wurden deshalb auch die Aktien der Konkurrenten Henkel <<<21>>>, Beiersdorf <<<22>>> oder Unilever <<<23>>> in Sippenhaft genommen, die zwei Prozent oder mehr einbüßten.

DANONE SENKTE BEREITS MARGENPROGNOSE

Für P&G ist es bereits die zweite Prognosesenkung in diesem Geschäftsjahr. Am Tag zuvor hatte zudem der französische Lebensmittelkonzern Danone von schleppenden Geschäften im Krisen gebeutelten Südeuropa berichtet und seine Margenziele für das Gesamtjahr gesenkt. Um den Verkauf seiner Joghurts und Mineralwasser anzukurbeln, will Danone die Preise senken und das Marketing verstärken. Das Unternehmen ist als weltgrößter Hersteller von Milchprodukten besonders von der Entwicklung der Milchpreise betroffen. Die Danone-Papiere gerieten am Vortag unter die Räder und verbuchten am Mittwoch erneut Kursabschläge.

Auch P&G will die Kosten stärker unter Kontrolle bringen. Im Februar hatte der Konzern ein Sparprogramm angekündigt, das auch den Abbau von 5.700 Stellen vorsieht. Gespart werden soll quer durch alle Bereiche. Bis zum Jahr 2016 sollen sich die Einsparungen auf 10 Milliarden Dollar belaufen. Der Stellenabbau findet in diesem und im kommenden Jahr statt. Für das Fiskaljahr 2013 erwartet der Konzern ein organisches Umsatzwachstum von 2 bis 4 Prozent. Der Gewinn je Aktie soll angesichts der Währungseffekte bestenfalls im mittleren einstelligen Bereich zulegen./she/nmu/kja

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