Kosmetikkette Lush setzt nach Brexit-Abstimmung auf Europa

Die britische Kosmetikkette Lush verlagert ihren Schwerpunkt aufgrund der durch das britische EU-Referendum verursachten wirtschaftlichen Unsicherheit auf Kontinentaleuropa. Dadurch sollen Produktion, Vertrieb und die internationale Belegschaft geschützt werden.

Kosmetika von Lush - Un échantillon des cosmétiques Lush


Das Unternehmen mit Sitz in Südengland – wo die Ablehnung beim Referendum besonders stark ausfiel – verwies auf starke Währungsschwankungen, die einem „wahren Albtraum“ glichen. Lush bietet seinen Angestellten nun die Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz an den neuen Produktionsstandort in Düsseldorf zu verlegen.

Lush zeigt sich erleichtert über dieses zweite Standbein, das in der EU verbleibt. Obwohl die Befürworter der Brexit-Kampagne ins Feld führten, dass der starke Wertverlust des Pfunds für britische Produzenten eine willkommene Gelegenheit sei, um wettbewerbsfähiger exportieren zu können, sieht Lush die Situation aufgrund des Imports der Rohstoffe anders. Am Standort Düsseldorf soll die Nachfrage der gesamten EU gedeckt werden, während sich die 1400 Angestellten in Poole hauptsächlich auf den britischen Markt konzentrieren werden.

In Großbritannien sollen zwar keine Arbeitsplätze gestrichen werden, doch erhielten die Mitarbeiter in Poole die Möglichkeit, freistehende Stellen in Düsseldorf zu besetzten.

„Nun können wir ihnen Jobs in Deutschland bieten, innerhalb der Eurozone. Wir werden sicher einen Teil der Produktion nach Deutschland verlagern. Das war schon immer geplant, doch könnte die Verlagerung umfangreicher ausfallen als ursprünglich vorgesehen“, so die Ethikbeauftragte von Lush, Hilary Jones.

2015 erwirtschaftete der Konzern einen Vorsteuergewinn in Höhe von 24,5 Millionen Pfund. An der Umsatzprognose mit einem Anstieg um 19 Prozent hält das Unternehmen weiterhin fest, die Zahlen werden jedoch täglich überprüft.

Die Schwankungen an den Devisenmärkten beeinträchtigen die Geschäftstätigkeit von Lush. Das Unternehmen importiert Waren aus aller Welt nach Großbritannien, produziert seine Produkte vor Ort und exportiert sie dann wieder in die ganze Welt. Durch die Turbulenzen an den Währungsmärkten wächst nun das Bedürfnis, den Exportanteil zu erhöhen.

„Wir haben nicht das Gefühl, Großbritannien den Rücken zu kehren“, so Jones. Doch fügt sie hinzu: „Wir befinden uns auf einer Achterbahn, wie auch der Rest des Landes, doch zum Glück haben wir auch externe Standbeine. Wehe denjenigen, die nicht auf diese Stütze zählen können“.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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