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L.O.C.K.: Karl-Heinz Müller verwirft Messepläne wieder

Veröffentlicht am
today 09.11.2018
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Jetzt doch nicht: Nur wenige Tage nach der Ankündigung eines als Off-Show geplanten Revivals des L.O.C.K.-Formats für den kommenden Januar, sagt der Bread & Butter-Gründer Karl-Heinz Müller dieses bereits wieder ab.

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben: Laut Müller könne L.O.C.K. zu einem späteren Zeitpunkt doch noch stattfinden. - Bread & Butter


Grund hierfür sind bestehende Irritationen und zu große Unsicherheiten rund um die Anmietung des Hangar 7 auf dem ehemaligen Flughafen Berlin-Tempelhof, wo die besonders selektiv ausgerichtete L.O.C.K.-Area (Labels Of Common Kin) schon zu Hochzeiten der Bread & Butter untergebracht war.

"Damit fehlt mir als Veranstalter einer Fachmesse die längerfristige Perspektive. Ich habe spontan die Initiative ergriffen, weil in Gesprächen mit mir nahestehenden Labels und Brands wie auch mit den entsprechenden Einkäufern und Händlerkollegen eine tiefgreifende Unzufriedenheit mit den bestehenden Messeformaten in Berlin, aber auch in Europa insgesamt, immer deutlicher wird", lässt Müller in einer Art Brief an Medien und Öffentlichkeit wissen.

Zu wenig Besucher, mangelnde Internationalität, keine klare Segmentierung,
fehlende positive Grundstimmung, die gerade zum Saisonauftakt wichtig sind, seien nur einige Mankos, die dabei in zahlreichen Gesprächen zutage gekommen sind, heißt es in dem Dokument.

Den Veranstaltern der bestehenden Messeformate den "schwarzen Peter" zuzuschieben sei aus Müllers Sicht zwar falsch, zu einfach und ungerechtfertigt. Niemanden von ihnen könne man seine Bemühungen absprechen. Klar sei für ihn und seine nicht näher genannten Gesprächspartner aus der Branche, dass herkömmliche Messen überholt seien.

"Es braucht etwas Neues", ist Müller überzeugt. So habe es ihm u.a. auch der Vertreter einer bedeutenden Marke gesagt, die im Januar 2019 keine der zur Verfügung stehenden Messeplattformen in Berlin nutzen werde.

Ausgerechnet die Food-Branche führt Müller als Vorbild an, um die Branche insgesamt aus der Sackgasse zu holen. 

"Schöne Feinkost- und Bio-Läden, spezielle Cafés, tolle Restaurants, die etwas Besonderes bieten und wo sich der Gast wohl fühlt, bestehen erfolgreich neben Discountern, Fast Food-Ketten und Systemgastronomen", erklärt Müller.

"Das eine schließe das andere nicht aus. Und in der Mode sei es nicht anders", so Müller.

Die Verbraucher seien heute dank Google & Co bestens informiert. Gerade deshalb spiele Individualität eine immer wichtigere Rolle. Hier böten sich "ungeahnte Möglichkeiten". Das müsse man in der Branche erkennen und nutzen.

"Für mich sind Ehrlichkeit und wahre Werte der Schlüssel zu einer befriedigenden Wertschöpfung, die unsere Branche in allen Stufen so dringend braucht. Ich glaube an eine großartige Zukunft für gute, besondere Produkte und den inhabergeführten, spezialisierten Facheinzelhandel mit gut ausgebildeten, informierten und motivierten Verkäufern".  

"Weitsichtige Vermieter mit Locations in guten Innenstadtlagen werden dies erkennen und außergewöhnlichen Konzepten mit angepassten Mieten wieder eine Chance geben. So werden schöne und besondere Geschäfte in 1A-Lagen zurückkehren können, um die öden Innenstädte wieder zu beleben", führt Müller seine, angesichts der Marktlage fast schon utopisch klingende, Vision einer besseren Zukunft des Modehandels aus. 

Seine L.O.C.K.-Pläne seien dabei nur auf Eis gelegt. Zu einem späteren Zeitpunkt könne die Wiederauflage des Formats als eigenständige Messe doch noch stattfinden.  

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