LVMH Award: Designer ohne Gender-Grenzen

Am 6. Juni wird die Jury des LVMH Awards ihre Entscheidung treffen. Hier die letzte Episode unserer Serie, die den neun Finalisten der Ausgabe des Wettbewerbs von 2018 gewidmet ist, wenige Stunden vor der Bekanntgabe des Namens des Nachfolgers von Marine Serre. Nach den Kreativen in London und den Duos, liegt heute der Fokus auf der Kategorie Unisex, ein starker Trend, der von Ludovic de Saint Sernin, Matthew Adams Dolan und Doublet repräsentiert wird.

Matthew Adams Dolan - LVMH Prize

Mit gerade 30 Jahren hat Matthew Adams Dolan bereits die Scheinwerfer auf sich gerichtet. Schuld daran war Rihanna, die sich eine seiner Oversize-Jacken aneignete. Der Amerikaner wurde in Massachusetts geboren, bevor er seine Kindheit und Jugend in Australien verbrachte, wo er die Brücken zwischen Mode, Kunst und Kultur für sich entdeckte. Der Junge, der heute in New York lebt, lernte die High School in Japan kennen und besuchte Kurse in französischer Literatur an der Universität Lausanne. Nachdem er in einem Alexander Wang Geschäft gearbeitet hatte, um sich sein Studium in den USA zu finanzieren, machte er 2014 seinen Abschluss an der New Yorker Parsons School of Design mit dem Schwerpunkt "Modedesign und Gesellschaft".

Aufgrund seiner ersten Fashionshows in New York wird der Designer schnell entdeckt. Er geht bewusst auf die Wurzeln der amerikanischen Bekleidungskultur ein und erkundet die Outfits und Alltagskleider lokaler Arbeiter. Er verwendet Jeans genauso wie formale Stücke. Für Blazers, Hemden, Bügelfaltenhosen, Strickjacken und sogar für Anzüge aus seiner letzten Kollektion spielt Matthew Adams Dolan mit den Proportionen, um eine Unisex-Mode zu liefern, die zu einer dekonstruierten Eleganz tendiert. Mit Referenzen zu Figuren der Popkultur und durch die Beherrschung der Codes der 90er-Jahre konnte der Designer bereits mehr als 30 Händler in Europa, Asien und Amerika mit seiner Mode überzeugen.

Masayuki Ino, Gründer von Doublet - LVMH Prize

Doublet fährt eine ziemlich ähnlichen Strategie, indem die Kleiderschränke der 90er-Jahre für Jungs und Mädels erkundet und neu interpretiert werden, aber mit einer eher punkigen Note. Der Japaner Masayuki Ino, der auf die 40 zugeht, gründete sein Label 2012 mit einer ersten eigenen Kollektion für Frühjahr 2013, nachdem er zuvor Schuhe für das Label Mihara Yasuhiro entworfen hatte. Mit Oversize-Schnitten, aber vor allem durch die Multiplikation von Patches und gedruckten Slogans verdeutlicht der Designer – ein Absolvent der Tokyo Mode Academy – seine Vision von Sportswear.

Unterstützt von dem bildenden Künstler Takashi Murakami gewann er 2017 den ersten Tokyo Fashion Award und präsentierte seine erste Ausstellung in der japanischen Hauptstadt im selben Jahr. Seit letztem Jahr stellt er seine Kreationen auch in einem Pariser Showroom aus. Der Designer nimmt Bezug auf seine Verbindung zur Skater- und BMX-Kultur aus seiner Jugend, genauso wie auf den Einfluss durch Undercover, Jeremy Scott oder sogar Warhol im künstlerischen Bereich und Darren Aronofsky für den Film. Es gibt durchaus weniger talentierte Bilderstürmer! Auf diese Weise streben Masayuki Inos Kleider manchmal ein Konzept an, wie die T-Shirts und Hemden dieser Saison, die im Blister präsentiert werden. Das Label wird in Asien und Europa repräsentiert.

Ludovic de Saint Sernin - LVMH Prize

Ludovic de Saint Sernin zeigt ebenfalls seit letztem Jahr mit einer Show, aber in Paris. Der Franzose, zwischen der Stadt des Lichts und London pendelnd, präsentierte für seine ersten beiden Kollektionen Männermode... die stark bei den Frauen gefragt war. Sein Overall, der aus mehreren hundert, mit goldenen Haken verbundenen, roten Keramikstücken bestand, war ein Volltreffer. Für seine letzte Kollektion kollaborierte er zudem mit der Schuhmarke Repetto und der schottischen Kaschmirmanufaktur Begg & Co.

Der 27-jährige Designer, Absolvent für Modedesign der Ecole Duperré, machte mit seiner von Robert Mapplethorpes Fotografie inspirierten Welt auf sich aufmerksam. Nach Praktika bei Saint Laurent und Balmain trat Ludovic de Saint Sernin unter der Leitung von Olivier Rousteing dem Studio für Prêt-à-porter-Mode für Damen bei Balmain bei – ein in seinen Kreationen übersetztes Know-how, das den maskulinen Körper betont, wie durch Overalls, Ledermäntel oder besonders feminin wirkende Oberteile und Hosen. Der Designer, der sich stark auf die Gay-Kultur bezieht, genießt auch eine weibliche Kundschaft.

Übersetzt von Elisa Gerlach

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