LVMH beendet Partnerschaft mit Edun

LVMH hat beschlossen, seine Partnerschaft mit Edun, der ökologischen Modemarke von Ali Hewson und ihrem Ehemann, U2-Sänger Bono, zu beenden. Steht mit dieser Entscheidung die Zukunft des Unternehmens auf dem Spiel?

Bono and Ali Hewson, rechts, neben Bernard Arnault

Ein Sprecher bestätigte, dass LVMH, die größte Luxusgruppe der Modebranche, ihren Anteil an Edun ohne finanziellen Ausgleich wieder an das Label abtritt.
 
Der einzige eigene Store der Marke in der Lafayette Street 265, einer exklusiven Einkaufsgegend in New York, schloss bereits im vergangenen Monat und es gibt derzeit keine aktuellen Pläne für weitere Kollektionen.
 
"Nach einer gemeinsamen Überprüfung des Geschäfts unterzieht sich Edun in Vorbereitung auf sein neues Kapitel einer Neustrukturierung und LVMH wird seine Anteile an die Gründer zurückgeben. Die Gründer bleiben der Edun-Mission für nachhaltige Mode weiterhin verpflichtet und danken LVMH für die Unterstützung und Hingabe während dieser gemeinsamen Reise", sagte LVMH in einer Erklärung.
 
Die Marke, die im Jahr 2004 unter großer Medienpräsenz ins Leben gerufen wurde, schreibt seit Jahren rote Zahlen. Nach Angaben der Firmenzentrale mit Sitz in Irland, erlitt Edun 2016 einen Verlust von 5,3 Millionen Euro. Damit hat das Unternehmen seit der Eröffnung ein Minus von insgesamt 65,8 Millionen Euro erwirtschaftet. Hinzu kommt ein Anstieg der Nettoverschuldung von 43,4 Mio. Euro auf 47,9 Mio. Euro.

Gegründet mit dem Ziel, einen konstruktiven Wandel in Afrika zu erreichen, den dortigen Handel zu fördern und die Kollektion auf dem Kontinent zu produzieren, wurde Edun in erster Linie durch "Aktionärsdarlehen" finanziert, wie aus dem Bericht für 2016 hervorgeht.

LVMH, zu dem Luxusmarken wie Louis Vuitton und Christian Dior gehören, investierte im Jahr 2009 erstmals in Edun und übernahm 49 % der Anteile.
 
Unter der Anleitung von LVMH wechselte Edun den Creative Director und stellte den irischen Designer Ulsterwoman Sharon Wauchob ein, der den US-amerikanischen Künstler und Modedesigner Rogan Gregory ersetzte.

Ebenfalls unter der Führung von LVMH, gab Edun 2013 das Zepter an Danielle Sherman als Creative Director. Sie trat im Jahr 2016 zurück und das Design wurde einem "Kollektiv" aus Designern übergeben.

Als LVMH Chairman Bernard Arnault das erste Mal investierte, betonte er: "LVMH teilt die Vision und die ethischen Werte von Edun, ein Pionier im Bereich der ethischen Bekleidung, und seinen Gründern." Zu dieser Zeit bezog Edun seine Produkte aus kleinen Fabriken in verschiedenen Teilen der Welt, darunter Indien, Peru, Tunesien, Kenia, Uganda, Lesotho, Madagaskar und Tansania.


"Unsere Gruppe ist stolz darauf, zur operativen Entwicklung von Edun und der lokalen Gemeinschaften beizutragen. LVMH engagiert sich dafür, sowohl die sozialen als auch ökologischen Aspekte in der Produktion voranzutreiben, was eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung unserer Marken spielt", so Arnault weiter.

Kurz darauf erschienen Bono und Ali in der Vuitton Core Value Werbekampagne aus dem Jahr 2010, die von Annie Leibovitz fotografiert wurde. Darin landeten sie in einem Privatflugzeug in Afrika im Edun Outfit und mit Louis Vuitton Handtaschen. 

LVMH Quellen beschreiben Edun als eine Marke, die ihrer Zeit voraus ist. Führungskräfte bei LVMH haben immer argumentiert, dass Edun eine Lernkurve für die Gruppe darstelle, um die wachsenden Märkte in Afrika und die ökologische Bewegung in der Mode besser zu verstehen.

Im Laufe seiner Geschichte erhielt Edun viel Unterstützung von Modemagazinen und Medien, die vor allem auf die Prominenz des U2-Stars Bono zurückzuführen war. Das fehlende Wachstum und der mangelnde Erfolg bei der Akquise von Aufträgen in Kaufhäusern oder Spezialboutiquen, führten schließlich zu der Entscheidung von LVMH, die Partnerschaft zu beenden. 

Nach fast neun gemeinsamen Jahren und vielen Verlustgeschäften wird Arnault nicht weiter in Edun investieren. 
 

Übersetzt von Eva Bolhoefer

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