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Lagebesprechung zur Coronavirus-Krise mit den vier wichtigsten Modeverbänden

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
27.03.2020
Lesedauer
2 Minuten
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Angesichts der Coronavirus-Pandemie, von der die Textil- und Bekleidungsbranche voll erfasst wurde, fanden die wichtigsten Institutionen der Branche für eine Lagebesprechung zusammen. Vor wenigen Tagen wurde zu diesem Zweck eine Telekonferenz mit den Vertretern der amerikanischen, britischen, französischen und italienischen Modeverbände organisiert, um zum Austausch anzuregen und Strategien zum Schutz der Branche zu erarbeiten.
 

Die Show von Ermenegildo Zegna im Januar in Mailand - © PixelFormula

 
Die vier Präsidenten sowie Exekutivpräsidenten und CEOs der Fédération de la Haute Couture et de la Mode (FHCM), der Camera Nationale della Moda Italiana (CNMI), des Council of Fashion Designers of America (CFDA) und des British Fashion Council nahmen am virtuellen Treffen teil. "Wir haben uns versammelt, um über unsere Standpunkte zu diskutieren und die katastrophische Lage zu besprechen, in der wir uns befinden. Besonders mit Blick auf Italien, das ein wahrer Produktions-Hub der internationalen Luxusbranche ist. Wir haben die Schwierigkeiten der Branche besprochen und Maßnahmen angedacht, die wir einführen könnten, um ihr zu Hilfe zu eilen", erklärte der Präsident der italienischen Modekammer, Carlo Capasa, im Gespräch mit FashionNetwork.com.

"Es bedarf eines umfassenden Beitrags der Regierung und Europas, um den Schutz des Wirtschaftszweigs zu stützen", sagte er. "Gerade Italien ist mit einer Zulieferkette, die aus zahlreichen Manufakturen, kleinen Ateliers und unabhängigen Kunsthandwerkern besteht, besonders bedroht".

"Es kann nicht sein, dass einer dieser Akteure verschwindet. Wenn wir auch nur die kleinste dieser Realitäten verlieren, wird die ganze Branche hart getroffen", betonte er. Vor einer Woche haben die wichtigsten Vertreter des Made in Italy, wie die CNMI, Altagamma und der italienische Arbeitgeberverband der Modeindustrie, Confindustria Moda, einen Aufruf gestartet und der Regierung eine Liste mit Vorschlägen unterbreitet, eine Art Marshall-Plan zum Schutz der Branche.

Am Treffen wurden auch die geplanten Veranstaltungen erörtert. Allen voran der Modewochen-Marathon im Juni, an dem die Menswear-Kollektionen und die Precollections der Damenmode präsentiert werden. Gemäß dem aktuellen Programm fällt der Startschuss am 13. Juni in London, darauf folgt die Pitti Uomo vom 16. bis 19. Juni, deren Ausgabe bereits bestätigt wurde, und dann Mailand und Paris, wo der Marathon am 28. Juni ein Ende findet.

"Es ist offensichtlich, dass die kommenden Modewochen nicht wie üblich stattfinden können. Wir müssen verstehen, wie sich die Situation entwickelt und vielleicht alternative Formen finden. Wir arbeiten an diesen Fragen. Zurzeit ist es jedoch noch zu früh, darüber zu entscheiden", so Carlo Capasa. Angesichts der unsicheren Entwicklung wurde am 7. April ein neues Treffen der vier Verbände vereinbart, um eine Entscheidung bezüglich des Juni-Programms zu treffen.

Ganz offensichtlich werden es die aktuellen Produktions- und Lieferschwierigkeiten einigen Marken verunmöglichen, ihre Kollektion bis im Juni fertigzustellen. Und ganz abgesehen davon ist es auch wahrscheinlich, dass es bei den Einkäufern nach einer fast vollständigen Einstellung ihrer Geschäftstätigkeit finanzielle Engpässe geben dürfte …

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