Lanvin verabschiedet Alber Elbaz



Alber Elbaz sagt (offenbar nicht ganz freiwillig) "Au revoir" zu Lanvin
Alber Elbaz tritt von seinem Posten als Kreativdirektor des renommierten Modehauses Lanvin zurückgetreten, das bestätigte das Unternehmen am Mittwochabend. Die Herbst/Winterkollektion 2016, die Anfang Oktober in Paris präsentiert wurde, war seine letzte für Lanvin. 14 Jahre lang hatte der 54-Jährige die stilistische Handschrift des Modehauses geprägt. Mit opulent drapierten Partykleidern und markantem Schmuck hatte der das französische Traditionshaus Anfang der Nuller-Jahre wiederbelebt.
Zu Gründen seines Abschieds gab es keine offizielle Stellungnahme vom Unternehmen, Elbaz fügte aber selbst hinzu dass die Trennung auf „Entscheidung der Mehrheitseigner“ beruhe. Lanvin, das 1889 gegründet wurde und damit als ältestes Pariser Modehaus gilt, gehört seit 2001 zu großen Teilen der Harmonie S.A. hinter der wiederum der taiwanesische Medienmogul Shaw-Lan Wang steht. Elbaz soll ebenfalls Anteile halten. Der kleine Nebensatz des Designers wird in der Branche als Zeichen dafür gedeutet, dass es hinter den Kulissen Unstimmigkeiten innerhalb des Unternehmens gab. Lanvin galt mit 250 Mio. Euro Jahresumsatz als kleines, aber profitables Modehaus. Die Profitabilität sank allerdings, es heißt sogar, dass das Haus aktuell mit Verlusten rechnet.
Elbaz hatte in der Vergangenheit kritisch angemerkt, dass die Modeindustrie, insbesondere die namhaften, international renommierten Häuser, den kreativen Couturiers „mit Träumen, Werten und Gefühlen“ den Jobtitel "Kreative Director" aufdrücken - einen Job, bei dem es weniger um schöpferischen Freiraum als vielmehr um die Erzeugung eines permanenten Hypes geht, der die finanziellen Interessen der oftmals dahinter stehenden aktiennotierten Konglomerate erfüllen soll. Dieser Druck wird für viele Designer zu groß: Raf Simons kündigte er letzte Woche seinen Rückzug bei Dior an, bereits einige Zeit davor erklärte Alexander Wang seinen Abschied von Balenciaga. Sie alle wollen sich auf ihre eigenen Labels konzentrieren. Was Elbaz vorhat, weiß man nicht. Jobangebote gäbe es zuhauf, aber ob dabei auch die (für ihn) notwendige Leidenschaft und genügend Herzblut dabei ist, ist fraglich.


Foto: H&M

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