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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
08.01.2019
Lesedauer
2 Minuten
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LFWM-Trends: Weg mit dem Alten, her mit dem Neuen

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
08.01.2019

Die London Fashion Week Men's begnügte sich lange damit, London als Geburtsstätte der Maßschneiderei und eleganter Herrenlabel zu feiern. Nun hat sich die Veranstaltung in eine der experimentierfreudigsten ihrer Art verwandelt. Das neue Herzstück der LFWM liegt in der ehemaligen Brauerei Truman Brewery im Londoner East End, wo einst Jack the Ripper sein Unwesen trieb. Wir gehen auf fünf Trends ein, die aus dieser neuen Location hervorgingen.


Edward Crutchley - Herbst/Winter 2019 - Menswear - London - © PixelFormula


Maßanzüge sind Mangelware
London wurde lange als Geburtsstätte der klassischen Herrenschneiderei betrachtet, in der Savile Row wurden die berühmtesten Kunden eingekleidet: von der Königsfamilie bis hin zu James Bond. Doch dem ist nicht mehr so. Heute braucht der Beobachter eine Lupe, um überhaupt jemanden erkennen zu können, der in dieser Saison einen Anzug trug, von Krawatten ganz zu schweigen! Mit Ausnahme der großartigen Show von Edward Crutchley war kaum ein Anzug in den Schauen zu sehen.



John Lawrence Sullivan - Herbst/Winter 2019 - Menswear - London - © PixelFormula


Eleganter Rocker
Weiter zeugten die Kollektionen vom großen Revival des eleganten Rockers, am anschaulichsten in John Lawrence Sullivans vorzüglichen Show. Sein Schlüsselelement: Der Rockstar-Mantel. In dieselbe Kategorie fällt auch die überraschende Debütkollektion von Mowalola an der Fashion East. Sie zeigte fantastische Ledermäntel, auf deren Rücken ineinandergreifende Hände oder Oberkörper abgebildet waren. Die Nachwuchsdesignerin ließ sich für ihre Kollektion von der Erdölindustrie in Lagos, der Hauptstadt ihrer Heimat Nigeria, inspirieren.

 

Art School - Herbst/Winter 2019 - Menswear - London - © PixelFormula


Fließende Geschlechtsübergänge
Transgender, Crossdressing und fließende Geschlechtsübergänge erreichten in dieser Saison in London ein neues Niveau. Der erste Look der ersten Show – Art School – war ein schwarzes, schräg geschnittenes Cocktailkleid und die Gala-Show von Charles Jeffrey Loverboy am Samstagabend stand unter dem Motto "Queer Couture". Doch erfolgte die Entwicklung in dieser Saison auf sanftere, freundlichere Weise – mit Flapperkleidern für Herren.


Iceberg - Herbst/Winter 2019 - Menswear - London - © PixelFormula


Athleisure mit einer Prise Naivität
Athleisure war lange der mit Abstand bedeutendste Trend im britischen Markt. Läden unterschiedlichster Art, von Primark bis zum allseits gerühmten Store "End" unweit der Carnaby Street, konzentrierten sich in den niederen Etagen auf wenig anderes. Nun brachten die Menswear-Designer in London neue Facetten in den Trend: Mit sportlichen Ikonographie-Prints (James Long für Iceberg), naiven Bilderwelten (Bobby Abley) und abstrakten Rennstreifen (Astrid Andersen).


Private Policy -Herbst/Winter 2019 - Menswear - London


Anti-Materialismus
In dieser Saison nahmen mehrere angesagte chinesische Marken an den Londoner Schauen teil. Interessant daran: Zwei der bedeutendsten unter ihnen brachten anti-materialistische Ideen hervor. Von Private Policys Show "Money vs. Human" bis hin zur Rekonstruktion der Mao-Jacke bei Pronounce, schienen sich ihre Kollektionen fast nach einer einfacheren, bescheideneren Zeit zurückzusehnen. Dabei wurde Crazy Rich Asians doch für die Golden Globes nominiert!
 

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