Lübeck: Haute-Couture-Ausstellung als Publikumsmagnet

Mit den "Modemythen der 50er bis 70er Jahre" hat die Lübecker Kunsthalle St. Annen einen echten Coup der Sommersaison gelandet. Die Haute-Couture-Ausstellung zeigt noch bis zum 29. Juli Roben berühmter Modehäuser und Designer, u.a. von Oscar de la Renta, Pierre Cardin, Chanel, Pucci, Yves Saint Laurent, Nina Ricci, Elsa Schiaparelli und Christian Dior.  

Mantel von Christian Lacroix. - Sammlung Monika Gottlieb

Gezeigt werden rund 55 Kleider aus den 1950er- bis 70er-Jahren sowie Schuhe, Handtaschen, Hüte und Modeschmuck. Die Exponate reichen vom klassischen Tweedkostüm bis hin zur opulenten Abendrobe aus bemaltem Samt aus dem Haus Jean-Louis Scherrer.

Alle Exponate stammen aus der Privatsammlung der Düsseldorferin Monika Gottlieb und werden in Lübeck erstmals in einem Museum gezeigt.

Die Ausstellung schafft es dabei, einen spannenden Rundumblick über die Mode der Nachkriegszeit zu liefern – vom New Look Christian Diors bis zur Luxusmode amerikanischer Designer wie Norman Norell und Billy Blass. 

Exponate von Emilio Pucci, 1974. - Sammlung Monika Gottlieb

"Besonders die großen Ballroben mit ihrem rauschenden Taft, mit unendlich aufwendigen Stickereien und dem magischen Funkeln der passenden Schmuckstücke verbinden träumerische Phantasie und elegante Lebensart", so Dagmar Täube, Kuratorin der Ausstellung und Leiterin des Museums St. Annen. 

Nach knapp drei Monaten Ausstellungsdauer zieht Täube gegenüber FashionNetwork.com ein äußerst positives Fazit: "Die Ausstellung war ein sehr großer Erfolg für die Sammlerin, für das St. Annen-Museum und für Lübeck. Das öffentliche Interesse war riesig und besonders schön war es zu sehen, dass sich auch die Besucher modisch inspiriert fühlten", so die Kuratorin. 

Robe 'Lips' von Stéphane Rolland für Jean-Louis Scherrer, Paris 2003-2004 - Sammlung Monika Gottlieb

Für Täube unterstreicht die Ausstellung auch das Grundkonzept der Museumsarbeit der Kunsthalle St. Annen: "Ein Prinzip der Ausstellungen des St. Annen-Museums ist es, über den Tellerrand zu schauen und den Bogen zwischen verschiedenen Zeiten und Künsten zu schlagen. Unser Haus verwahrt den kostbaren Danziger Paramentenschatz und besitzt daneben eine bemerkenswerte historische Textilsammlung", erklärt Täube gegenüber FashionNetwork.com. 

"Auch wenn diese Stücke in ganz anderen inhaltlichen Zusammenhängen stehen, spielen dennoch feinste Stickereien und Stoffe eine grundlegende Rolle, ebenso wie die Tatsache, dass sie alle handgefertigt sind. Die Ausstellung zeigt, welche Rolle die 'hohe Schneiderkunst' auf dieser historischen Basis heute spielt und ist immer noch Spiegel der Zeit, in der sie entstanden ist", so die Museumschefin. 

Da dieser Ansatz sehr gut beim Publikum angekommen sei, wolle man das Thema künftig neben anderen weiter verfolgen.
 
Flankiert wird die Haute Couture mit einer Sonderausstellung von Arbeiten sechs lokaler Modeateliers und Auszubildender im Modedesign der Lübecker Dorothea-Schlözer-Schule. 

Mit der Sonderausstellung soll vor allem auch die lebendige Modeszene der Hansestadt erlebbar werden. 

Die Ausstellung endet am kommenden Sonntag, 29. Juli.

Copyright © 2019 FashionNetwork.com Alle Rechte vorbehalten.

Luxus - VerschiedenesEvents
NEWSLETTER ABONNIEREN