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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
29.04.2022
Lesedauer
3 Minuten
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Luxusbranche eröffnet neue Läden bevorzugt in China statt in Europa

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
29.04.2022

Aufgrund der Pandemie und der dadurch erschwerten internationalen Reisemöglichkeiten tätigten die chinesischen Luxuskunden ihre Einkäufe vermehrt im Inland anstatt wie bisher auf Reisen im Ausland. Im vergangenen Jahr bedienten die Luxusmarken diese erhöhte Nachfrage und eröffneten 55 Prozent der im Jahresverlauf eingeweihten neuen Verkaufsstellen im chinesischen Markt. Dies ermittelte eine Studie des britischen Immobilienberatungsunternehmens Savills. Die Unternehmensberatung Bain & Company erklärte darüber hinaus, dass 21 Prozent der Luxusproduktausgaben 2021 auf China entfielen.


Swarovski-Flagship in Schanghai - Savills


Im Jahr 2021 wurden in Schanghai allein 16 große Luxus-Retailprojekte gelauncht. Doch das Wiederaufflammen der Epidemie zu Jahresbeginn könnte diese Dynamik bremsen: "Im ersten Halbjahr 2022 werden aufgrund des Erstarkens der Epidemie und der Rückkehr von regionalen Lockdowns sowie erheblicher Reiseeinschränkungen innerhalb des Landes zweifellos deutlich weniger Läden eröffnet", bemerkte Nick Bradstreet, Retail Manager von Savills in Asien.

Auch im Nahen Osten ist ein Anstieg der Eröffnungen zu verzeichnen, doch auf diese Region entfallen nur 3 Prozent der auf weltweiter Ebene umgesetzten Projekte. "In Dubai sind viele Luxusmarken in Monobrand-Stores vertreten, die im Besitz von Franchisen- und regionalen Partnern sind. Mit den jüngsten Änderungen der Regierungspolitik können internationale Marken nun direkt aktiv sein und die vollständige Kontrolle über ihre Stores übernehmen", erklärte Kenny Lam, Retail Counselor bei Savills im Nahen Osten.

Im vergangenen Jahr konzentrierten sich die Ladeneröffnungen auf Standorte mit einer hohen Bevölkerungsdichte und einer relativ wohlhabenden Bevölkerung. "Kairo, Saudi-Arabien und Bahrein bieten für Luxusmarken gute Rahmenbedingungen", so Lam weiter.


Eröffnungen im Jahr 2021 (Vergleichsjahr: 2019), nach Luxuskategorie aufgeschlüsselt - Savills


Diese Dynamik in China und Nahost erfolgt auf Kosten des europäischen Markts. Auf die EU entfielen 2021 lediglich 14 Prozent der Neueröffnungen, 2019 waren es noch 35 Prozent. Als Gründe lassen sich die rückläufigen Touristenausgaben während der Coronakrise anführen, aber auch die größere Reife des europäischen Marktes für Luxusprodukte.

"Die Anzahl internationaler Reisenden kehrt voraussichtlich nicht vor 2025 zum Vorkrisenniveau zurück. Wir erwarten jedoch in Europa und Nordamerika grundsätzlich eine viel schnellere Erholung, was die Nachfrage nach Luxusmarken ankurbeln wird", prognostiziert Marie Hickey, Leiterin des Forschungsclusters von Savills.

In Nordamerika nahm die Anzahl Ladeneröffnungen Ende 2021 zu, was für 2022 einen Anstieg der Projekte vermuten lässt. Dennoch sank der Anteil europäischer Verkaufsstellen von 25 Prozent im Jahr 2019 auf 14 Prozent im Jahr 2021. In der Region sind es ungeachtet der intensiven Geschäftstätigkeit in New York und Los Angeles eher zweitrangige Städte mit einer wohlhabenden Bevölkerung, wie Dallas und Houston, die gut abschneiden.

Auch bei den Branchenakteuren, die ihr Netzwerk ausweiten, ist eine Konzentration zu beobachten. Im vergangenen Jahr wurden 41 Prozent der weltweit erfolgten Eröffnungen von den drei Schwergewichten der Branche durchgeführt: LVMH, Kering und Richemont (im Vergleich zu 33 % im Jahr 2019). "Diese Gruppen haben ihre Fusionstätigkeiten in den vergangenen 12-18 Monaten intensiviert, somit wird sich diese Dominanz noch deutlicher bemerkbar machen", so die Studie.

Im Ausblick für 2022 bleibt Savills vorsichtig und verweist darauf, dass die Eröffnungsrate aufgrund der neuen Lockdowns in China und der Rückkehr der Inflation voraussichtlich weniger hoch sein wird als im ersten Halbjahr. "In Kombination mit der geopolitischen Unsicherheit, die durch die tragischen Ereignisse in der Ukraine entstand, könnte diese Situation die Investoren bei der Übernahme neuer Läden bremsen. Dennoch denken wir, dass es sich um ein kurzfristiges Problem handelt und die mittelfristigen Perspektiven weiterhin positiv sind", erklärt Marie Hickey abschließend.

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