Luxusmarkt: China generiert 65 Prozent des weltweiten Wachstums bis 2025

Laut einer Studie von McKinsey werden bis 2025 40 Prozent der Gesamtausgaben im Luxusgütermarkt von chinesischen Kunden getätigt. Das Land dürfte so von 2018 bis 2025 65 Prozent des Wachstums des Weltmarkts generieren. Den Schätzungen von McKinsey zufolge werden chinesische Konsumenten EUR 159 Milliarden (CNY 1,2 Billionen) für Luxusgüter ausgeben, im Vergleich zu gegenwärtig rund EUR 102. Dieser Anstieg zeugt nicht zuletzt vom Generationenwechsel, der auf dem Markt stattfindet.


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Die 80er-Jahre-Generation ist heute noch Haupttreiber des chinesischen Luxusgütermarkts. Sie umfasst 10,2 Millionen Luxusgüter-Käufer und trug in den vergangenen Jahren maßgeblich zum wirtschaftlichen Boom Chinas bei. Jährlich geben Vertreter dieser Generation durchschnittlich EUR 5500 für Luxusgüter aus, insbesondere um ihren wirtschaftlichen Erfolg zur Schau zu tragen. Die Nachfolgegeneration, die in den 90er-Jahren zur Welt kam, umfasst gegenwärtig rund 6,7 Millionen Luxusgüter-Kunden. Es wird erwartet, dass sie zwar zurückhaltender als ihre Vorgängerin sein wird, aber dennoch als wichtiger Treiber für den chinesischen Luxusmarkt dient. Diese Kunden geben durchschnittlich EUR 3300 für Luxusgüter aus, genauso viel wie die Generationen der 60er- und 70er-Jahre.

Die 90er-Jahre-Generation wird im Großen und Ganzen finanziell noch von ihren Eltern unterstützt, doch wird sie laut McKinsey nach und nach an Einfluss gewinnen. Jeder zweite Konsument dieser Generation begann erst im Verlauf des vergangenen Jahres, sich für Luxusgüter zu interessieren. 42 Prozent davon tätigten ihren ersten Luxuskauf erst vor zwei oder drei Jahren. Grund dafür sei, so die Studie, dass nur 13 Prozent der Millennials in einem Luxusumfeld aufgewachsen sind.



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Die Autoren gehen davon aus, dass in Zukunft eine große Chance für diejenigen Luxusmarken besteht, die sich für die passenden Kommunikationsstrategien entscheiden. Dies scheint zu bekräftigen, dass westliche Marken, die oft auf eine jahrhundertelange Geschichte zurückblicken können und bei reichen Chinesen stark von ihrem Luxusimage profitieren, mit steigender Konkurrenz zu rechnen haben, nicht zuletzt aus China.

Weiter geht aus der Studie hervor, dass die Millennials-Generation von der Engagement-Kultur der sozialen Medien gesteuert wird und Kaufentscheidungen viel schneller fällt als andere Generationen. 60 Prozent davon, so die Studie, entscheiden sich nach der Entdeckung eines neuen Luxusprodukt innerhalb von 6 Tagen für oder gegen den Kauf. Bei älteren Generationen entscheiden sich nur 31 Prozent innerhalb von 4 – 6 Tagen und 57 Prozent in der Folgewoche. Insgesamt werden generationenübergreifend 92 Prozent aller Luxuskäufe noch immer in Verkaufsgeschäften getätigt. Die Studie betonte jedoch, dass der Anteil online abgewickelter Käufe bis 2025 auf 12 Prozent steigen werde.


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"Während einige [Luxus-]Marken aufgrund der sinkenden chinesischen Nachfrage enttäuschende Zahlen veröffentlichten, berichteten LVMH und Cartier im letzten Quartal des vergangenen Jahres von einer Beschleunigung ihres Umsatzwachstums. Dies deckt sich mit dem Ansatz, wonach es im chinesischen Luxusgütermarkt nur für den Gewinner etwas zu holen gibt. Dieser Trend spiegelt sich in der Zusammensetzung des lokalen Modemarkts".
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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