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LVMH: Bernard Arnault prognostiziert "profitable Entwicklung" für 2020

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
29.01.2020
Lesedauer
5 Minuten
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LVMH, der weltgrößte Luxuskonzern, verzeichnete ein "Rekord"-Jahr 2019 mit einem weltweiten Umsatz von 53,7 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 15% gegenüber dem Vorjahr entspricht.


LVMH CEO Bernard Arnault - LVMH


In Bezug auf das organische Wachstum gab der französische Riese am Dienstag in Paris bekannt, dass sein Umsatz um 10% gestiegen sei. Obwohl teilweise durch die Ereignisse in Hongkong geschwächt, stiegen die Verkäufe im letzten Quartal um 12%. Der Gewinn aus wiederkehrenden Geschäften stieg ebenfalls um 15% auf 11,5 Milliarden Euro, während die wiederkehrende Betriebsmarge 21,4% erreichte. Der Anteil der Gruppe am Nettogewinn betrug 7,2 Milliarden Euro, ein Plus von 13%.

"LVMH hatte ein weiteres Rekordjahr, sowohl bei den Einnahmen als auch bei den Erträgen. Die Attraktivität unserer Marken, die Kreativität und Qualität unserer Produkte, die einzigartige Erfahrung, die wir unseren Kunden bieten, das Talent und das Engagement unserer Teams sind die Stärke der Gruppe und haben einmal mehr den Unterschied gemacht", sagte Bernard Arnault, CEO und Mehrheitsaktionär von LVMH, während einer Präsentation am Hauptsitz von LVMH in der Avenue Montaigne in Paris.

Mit Blick auf die Zukunft sagte Bernard Arnault: "Für 2020 denke ich, dass die wirtschaftliche Situation wie in anderen Jahren profitabel sein wird. Aber es besteht immer die Möglichkeit einer Wirtschaftskrise, besonders wenn die Zinssätze nahe Null liegen. Irgendwann wird es eine Neuanpassung geben müssen".

Vor der Konferenz gab LVMH bekannt, dass es der chinesischen Rotkreuzstiftung 16 Millionen Renminbi (2 Millionen Euro) zur Finanzierung der medizinischen Versorgung in Wuhan zugesagt hat.

Auf die Frage, was er über die Epidemie denke, antwortete Arnault: "Es ist noch sehr früh, um eine Antwort zu geben, welche Auswirkungen dies haben wird. Allerdings ist dieses Virus offenbar etwas weniger aggressiv als das von SARS in Hongkong. Die chinesische Regierung hat sehr stark reagiert, und ihre Effektivität im Umgang mit dieser Situation rund um die Epidemie dürfte eine große Wirkung haben. Wir haben den Eindruck, dass sie bis Mitte März unter Kontrolle sein sollte. Zumindest nach dem, was ich gelesen habe."

Mode- und Lederwaren machen ein Drittel des Umsatzes der Gruppe aus



Bei der Analyse der Umsätze nach Kategorien erzielte LVMHs Schlüsselsektor, Mode- und Lederwaren, eine Umsatzsteigerung um 20% auf 18,455 Milliarden Euro, was ein Drittel des Gesamtumsatzes von LVMH und das Dreifache des Umsatzes der Parfüm- und Kosmetiksparte ausmacht, die 6,092 Milliarden Euro erreichte. Der Geschäftsbereich Wein und Spirituosen hatte einen Wert von 5,143 Milliarden Euro und der Geschäftsbereich Uhren und Schmuck 4,123 Milliarden Euro. Die zweitgrößte Sparte des Luxuskonzerns ist der selektive Vertrieb, der einen Umsatz von 13,646 Milliarden Euro erwirtschaftete.


Louis Vuitton - Herbst/Winter 2020 - Menswear - Paris - © PixelFormula


Vor 300 Analysten, Pressevertretern und Führungskräften schwärmte Arnault von seinem Podium aus über den "großen Erfolg" der beiden Designer von Louis Vuitton, Nicholas Ghesquière und Virgil Abloh, das wachsende Filialnetz der Marke und deren Sichtbarkeit.

"Vuitton ist eine weltweit führende Luxusmarke. Wir haben in Frankreich und in den Vereinigten Staaten zwei neue Fabriken eröffnet, aber sie reichen immer noch nicht aus, um die Nachfrage zu befriedigen", prahlte er auf Französisch.

Kim Jones und Maria Grazia Chiuri – "hervorragend"



Im Hinblick auf die "zweite Modemarke" – Christian Dior – hob er den historischen Erfolg der Londoner Ausstellung "Christian Dior: Designer of Dreams" hervor, die angeblich mehr als 600.000 Besucher anzog; er gratulierte auch den beiden künstlerischen Leitern des Hauses: Kim Jones und Maria Grazia Chiuri, und fügte mit einem Lächeln hinzu: "Sie sind beide hervorragend".

Bei Fendi beklagte er das traurige Ableben des historischen Designers Karl Lagerfeld, während er bei Loewe den Designer Jonathan Anderson als "extrem talentiert" würdigte, "was dazu geführt hat, dass Loewe Jahr für Jahr ein bemerkenswertes Wachstum verzeichnen konnte".
 
Schließlich hatte er einige positive Worte für Berluti, das "großartige Herrenbekleidung" herstellt, und für Rimowa für sein "bemerkenswertes Wachstum seit der Übernahme" – eine Bemerkung, die den beiden CEOs, seinen ältesten Söhnen Antoine und Alexandre, ein Lächeln schenkte.
 
Im vergangenen November übernahm LVMH für 16,2 Milliarden Dollar (14,7 Milliarden Euro) die Kontrolle über den amerikanischen Juwelier Tiffany & Co, der für seine Verlobungsringe und Diamantketten bekannt ist. Diese Transaktion war die größte Übernahme, die LVMH CEO Bernard Arnault – der reichste Mann Europas – je getätigt hat, und brachte ihn in direkten Wettbewerb um die Vorherrschaft im globalen Schmuckgeschäft mit der Richemont-Gruppe, u.a. Eigentümer von Cartier. Trotz dieser großen Übernahme ist der Cashflow von LVMH sehr gesund und die bereinigte Nettoverschuldung beträgt nur 16,2%.
 
In Bezug auf diesen Deal sprach Arnault auch über Bulgari, seine größte Uhren- und Schmuckmarke. Seit LVMH die italienische Marke im Jahr 2011 gekauft hat, haben sich die Umsätze mehr als verdoppelt und die Gewinne verfünffacht. "Wenn das Gleiche mit Tiffany passiert, dann haben wir sehr gute Arbeit geleistet", betonte er.

Eine "echte Verbesserung" für Marc Jacobs


 
Auf Fragen aus dem Saal verteidigte er das Sorgenkind der Marke in den USA, Marc Jacobs.
 
"Es ist eine echte Verbesserung eingetreten. Wir haben ein neues Parfüm auf den Markt gebracht, das großartig ist. Und Marc arbeitet sehr hart mit einem neuen Managementteam zusammen."
 
Dann wies er die Frage eines italienischen Journalisten nach einer möglichen Übernahme der Fußballmannschaft des AC Milan durch LVMH zurück.
 
"Diese Geschichte ist ein wahres Rätsel. Milan ist ein großartiger Verein mit großartigen Spielern. Aber das muss das sechste oder siebte Mal sein, dass mir diese Frage gestellt wird. Und ich wiederhole: Wir haben kein Interesse an diesem Club!"


Ein Ring aus Chaumets "Bee My Love"-Kollektion


Dann winkte er eine weitere italienische Frage zu einem möglichen Kauf von Prada durch LVMH ab und sagte: "Die italienische Presse schreibt viel!"
 
In Bezug auf die Online-Aktivitäten wies er die Andeutung zurück, dass LVMH im Internet – das einen winzigen Prozentsatz des weltweiten Umsatzes ausmacht – nicht erfolgreich gewesen sei.
 
"Ich bin ein bisschen skeptisch, was den Luxus im Web betrifft. Wissen Sie, wenn man sich diese großen Mode-Websites anschaut, dann verlieren sie alle Geld. Wir entwickeln uns also bescheidener und versuchen, einen Weg zu finden, um Geld zu verdienen", antwortete er.
 
LVMH besitzt etwa 75 Marken, darunter eine Reihe bemerkenswerter Namen wie Christian Dior, Louis Vuitton, Givenchy, Hennessy, Bulgari, TAG Heuer, Guerlain, Dom Perignon, Veuve Clicquot und Sephora.
 
Bernard Arnault verteidigte auch das Joint Venture mit Rihanna, das nach Angaben der Einzelhändler nur sehr langsam anläuft. Auf die Frage von FashionNetwork.com nach Gerüchten über ein Angebot von LVMH für TechWorld, Rihannas Partnerunternehmen für die exponentiell wachsende Dessous-Marke Savage X Fenty, antwortete der CEO nur: "Es ist ein brandneues Modehaus, also lassen wir Rihanna etwas Zeit".

In Sachen Beauty und Kosmetik hob er die "ausgezeichnete Dynamik" der Dior-Linien und die "rasche Entwicklung" der Prestige-Schönheitspflege hervor: "Ich habe es sogar selbst probiert, und es war wirklich gut", fügte er hinzu und brachte damit das Publikum zum Lachen.
 
Als er sich schließlich den Uhren & Schmuck zuwandte, so schien er besonders von Chaumet begeistert zu sein, insbesondere von der "Bee My Love"-Serie, die – wie er stolz und ausnahmsweise auf Englisch sagte – "out of stock" ist.

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