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Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
08.06.2020
Lesedauer
2 Minuten
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LVMH fordert Quellen zufolge vorerst keine Neuverhandlung des Tiffany-Deals

Von
Reuters API
Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
08.06.2020

Der französische Luxusgüter-Riese fordere nach anfänglichen Überlegungen keine Neuverhandlung seiner 16,2-Milliarden-Dollar-Übernahme der US-Schmuckkette Tiffany & Co, wie mit der Angelegenheit vertraute Quellen am Freitag sagten.

Photo: Tiffany & Co


LVMH CEO Bernard Arnault hatte vergangene Woche Gespräche mit seinen Beratern geführt, um Wege zu finden, Tiffany unter Druck zu setzen, den vereinbarten Preis von 135 US-Dollar pro Aktie in bar zu senken, wie Reuters am Mittwoch berichtete.

Er überlegte, ob er argumentieren könne, dass das in New York ansässige Unternehmen gegen seine Verpflichtungen aus dem Fusionsvertrag verstoße, sagten Quellen damals. LVMH teilte am Donnerstag auch mit, dass sein Vorstand die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf sein Abkommen mit Tiffany diskutiert habe.

LVMH habe sich entschieden, die Frage der Neubewertung des Deals mit Tiffany, nach Abwägung der damit verbundenen rechtlichen Hürden, vorerst nicht weiter zu erörtern, so die Quellen.

Der Deal muss noch einige der notwendigen behördlichen Genehmigungen erhalten, und es ist unklar, ob LVMH die Frage vor Abschluss der Transaktion erneut aufgreifen wird, insbesondere wenn sich die finanzielle Lage von Tiffany verschlechtern sollte.

Während Tiffany die mit seinen Gläubigern vereinbarten Verpflichtungen einhält, wird LVMH die Finanzen von Tiffany in den kommenden Wochen genau beobachten, um festzustellen, ob dies weiterhin der Fall sein wird, fügten die Quellen hinzu.

Sollte Tiffany gegen die Vereinbarungen verstoßen, könnte LVMH dies als Begründung im Rahmen des Fusionsabkommens nutzen, um eine Neuverhandlung der Bedingungen zu fordern, sagten die Quellen. Tiffany hat seinerseits Gespräche mit seinen Gläubigern geführt, um sicherzustellen, dass es seine Schuldvereinbarungen weiterhin erfüllt, fügten die Quellen hinzu.

Die Quellen baten darum, nicht genannt zu werden, da die Verhandlungen vertraulich seien.

LVMH und Tiffany reagierten bislang nicht auf Bitten um Stellungnahme.

Die Tiffany-Aktien stiegen angesichts der Nachrichten sprunghaft um 8% an und wurden am frühen Freitagmorgen bei 123,95 Dollar gehandelt. Dies entspricht einem Abschlag von 8% auf den Verkaufspreis von 135 Dollar pro Aktie. Die LVMH-Aktien stiegen um 3,4% auf 403,3 Euro.

Tiffany wird LVMH einen größeren Anteil am lukrativen US-Markt verschaffen und sein Angebot im Schmuckbereich, dem am schnellsten wachsenden Sektor für Luxusgüter, erweitern.

Das Beratungsunternehmen Bain erwartet, dass die weltweiten Verkäufe von Kleidung, Handtaschen, Schmuck und Kosmetika im High-End-Bereich in diesem Jahr um bis zu 35 Prozent zurückgehen werden, da der Ausbruch des Coronavirus Marken dazu gezwungen hat, weltweit Geschäfte zu schließen, und der internationale Reiseverkehr zum Erliegen gekommen ist.

Mehrere Käufer haben im Zuge der Pandemie Vereinbarungen aufgegeben oder neu verhandelt. Im Einzelhandelssektor hat sich die Übernahmefirma Sycamore Partners im vergangenen Monat von einem 525-Millionen-Dollar-Deal zur Übernahme einer Mehrheitsbeteiligung an Victoria's Secret von L Brands Inc. zurückgezogen.
 

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