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LVMH-Mitgründer Alain Chevalier ist gestorben

Von
AFP
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 05.11.2018
Lesedauer
access_time 3 Minuten
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Alain Chevalier hat mit Bernard Arnault den französischen Konzern LVMH, die weltweite Nummer eins der Luxusbranche, gegründet. Nun ist er im Alter von 87 Jahren verstorben, wie der Elysée-Palast am Sonntag ankündigte. Der Branchenveteran machte aus einer Champagnermarke im Zusammenspiel mit dem Modehaus Louis Vuitton einen weltweit tätigen Luxuskonzern.


Alain Chevalier und Bernard Arnault - AFP


Alain Chevalier "stellte seine Intelligenz und sein Talent in den Dienst der Politik und der Industrie und trug durch seine Vision und seine Zielstrebigkeit dazu bei, Frankreich die führende Position im Luxus zu sichern", betonte die französische Regierung in einer öffentlichen Mitteilung. Sie würdigt ihn als einen "visionären Menschen".

Der französische Luxuskonzern, der heute 70 Unternehmen überblickt und weltweit 150 000 Angestellte zählt, gedenkt seinerseits einem "großen Unternehmer".

Der Samstagsausgabe der französischen Tageszeitung Le Figaro ist zu entnehmen, dass Alain Chevalier am 1. November in seinem Anwesen in Megève gestorben ist. Die Beerdigung findet laut Familienangaben am Mittwochnachmittag in der Basilika Sainte-Clotilde in Paris statt.

Der Unternehmer wurde am 16. August 1931 in Alger geboren, seine Familie war seit 1880 in Algerien ansässig. Laut Elysée-Palast blieb Chevalier "der Erinnerung seines Heimatlands bis zum Ende treu".
Nach einem Studium der Rechts- und Politikwissenschaften absolvierte Alain Chevalier die französische Eliteschule ENA. Zunächst war er als Rechnungsprüfer am Rechnungshof tätig und arbeitete dann in verschiedenen Ministerien (Algerische Angelegenheiten, Bildung, Industrie), bevor er in der Privatwirtschaft Karriere machte.

Im Jahr 1970 übernahm er die Geschäftsleitung von Moët et Chandon, dem damals größten Champagnerproduzenten Frankreichs. Sein Ziel: Das Traditionshaus aus Reims nach und nach zu einem global tätigen Luxuskonzern zu entwickeln. Mit dem Präsidenten Robert de Voguë sei alles "sehr schnell gegangen, wir hatten Glück", erklärte Chevalier im Jahr 1974.

Durch Annäherungen und Übernahmen (die Cognacmarke Hennessy, die Parfümlizenz von Christian Dior, die Laboratoires Roc) verwandelte er das Unternehmen in ein Vorzeigemodell in Sachen Wachstum und Management.

1987 ließ er das Unternehmen, das zu diesem Zeitpunkt Moët Hennessy hieß, mit dem Luxusriesen Louis Vuitton fusionieren, um eine drohende OPA abzuwenden. Louis Vuitton wurde damals von Henry Racamier geführt, der 2003 verstorben ist.

Doch der Zusammenschluss besiegelte auch das Ende der Karriere von Alain Chevalier. Als reiner Manager besaß er nie die geringste Aktie, sei es von Moët oder später von LVMH. Ohne Beteiligung am Kapital der Gesellschaft gelang es ihm nicht, das Vordringen von Bernard Arnault aufzuhalten, der nach und nach zum Hauptaktionär von LVMH aufstieg.

Manager gegen Aktionär

Sein Beruf war die Unternehmensführung. "Ich hatte mehrere Wochen lang nicht mehr gearbeitet, so groß waren die Probleme zwischen den Aktionären", erklärte er bei seinem Rücktritt 1989. "Die Zeit der Manager liegt hinter uns. Nun übernimmt das Kapital das Ruder", sinnierte er damals.

Die Unternehmen Moët Hennessy und Louis Vuitton, die "bereits unter seiner Führung einige der renommiertesten Marken im Bereich Wein und Spirituosen, Mode, Parfüms und Kosmetika umfassten, sind hervorragende Botschafter der französischen Eleganz und Raffinesse", betont der Elysée-Palast in seiner Hommage. Chevalier sei "vor allem ein Liebhaber der Kultur und der Freiheit" gewesen. Er habe "nicht einem Mann oder einer Partei gedient, sondern folgte dem, was für ihn richtig und gerecht war".

Von 1979 bis 1981 war er Mitglied der französischen Arbeitgebervereinigung CNPF (Vorgänger der heutigen Medef), lehnt es jedoch ab, diese zu präsidieren. So wie er auch 1986 die von Jacques Chirac angebotene Stelle als Industrieminister zurückweist. Von 1989 bis 1991 stand er dem Couture-Haus Pierre Balmain vor.<<<5>>>
Alain Chevalier war verheiratet und Vater von vier Kindern.
 

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