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Veröffentlicht am
16.04.2020
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LVMH verzeichnet starken Umsatzrückgang und senkt Dividende um 30 Prozent

Von
DPA
Veröffentlicht am
16.04.2020

Die weltweite Corona-Pandemie trifft den französischen Luxusgüterkonzern LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton mit voller Wucht. Der Umsatz bricht ein, die Dividende wird gekappt, Investitionen werden gekürzt und auch sonst muss der in den vergangenen Jahren so erfolgreiche Konzern an allen Ecken und Enden sparen, um die Folgen der Krise abzufedern. Hoffnung macht aber die Entwicklung in China, wo das Geschäft vor allem am Anfang des Jahres stark gelitten hatte. Dort habe sich die Lage zuletzt zumindest wieder etwas erholt.

Louis Vuitton - Herbst/Winter 2020 - Womenswear - Paris - © PixelFormula


"Die Krise ist extrem heftig", so LVMH-Finanzvorstand Jean Jacques Guiony bei einer Telefonkonferenz. Sie hinterlasse tiefe Spuren in allen Bereichen und werde die Investitionen des Konzerns lange beeinflussen. So will der Konzern die Bilanz schonen – und auch die Aktionäre bekommen es direkt zu spüren. So soll die Gewinnbeteiligung für das vergangene Jahr nur noch 4,80 Euro je Aktie betragen, teilte das EuroStoxx-50-Schwergewicht am Donnerstag in Paris mit. Ende Januar hatte LVMH noch eine Dividende von 6,80 Euro in Aussicht gestellt.

Der Umsatz sank im ersten Quartal bereinigt um die Effekte von Übernahmen und Wechselkursumrechnungen um 17 Prozent auf 10,6 Milliarden Euro. Das ist allerdings keine große Überraschung mehr, nachdem das Unternehmen bereits Ende März mitgeteilt hatte, dass der Erlös um bis zu 20 Prozent zurückgehen könnte. Besonders heftig war der Rückgang in Asien, wo der Erlös außerhalb Japans um ein Drittel sank. In Japan und Europa ging der Umsatz um zehn Prozent zurück und in den USA um acht Prozent.

Da in Europa und den Vereinigten Staaten die Corona-Krise erst ab Ende Februar beziehungsweise Mitte März ihre volle Wucht entfaltet hat, werden die Folgen allerdings vor allem im zweiten Quartal zu sehen sein. Da derzeit viele Fabriken und Läden des Konzerns geschlossen sind und es unklar ist, wie sich die Krise entwickelt, sei es zu früh, eine Prognose abzugeben, sagte der LVMH-Manager. Ende Januar war das Management um den Konzernchef und Großaktionär Bernard Arnault für das Jahr 2020 vorsichtig optimistisch, obwohl China schon vom Virus getroffen wurde.

Damals sah LVMH die Unruhen in Hongkong, einem wichtigen Absatzmarkt des Konzerns, als größtes Problem an – von diesen war in der Mitteilung zum Umsatz im ersten Quartal keine Rede mehr. Arnault verzichtet wegen der Krise auf sein Gehalt für die Monate April und Mai. Außerdem werde er für das Gesamtjahr keine variable Vergütung erhalten. Auch andere Topmanager würden ihre Einkünfte vermindern. Für Arnault ist der Verzicht mehr eine Geste – schließlich zählt er zu den reichsten Menschen weltweit.

Er kontrolliert fast die Hälfte der Anteile des französischen Unternehmens, das nach einem starken Anstieg des Aktienkurses in den vergangenen Jahren etwas mehr als 175 Milliarden Euro wert ist. Der Finanzdatenanbieter Bloomberg beziffert das Nettovermögen Arnaults auf knapp 75 Milliarden Dollar – er ist damit der reichste Europäer in der Aufstellung und nach dem Amazon-Chef Jeff Bezos und Microsoft-Gründer Bill Gates weltweit die Nummer drei.

LVMH Moët Hennessy Louis Vuitton ist nach eigenen Angaben der weltweit führende Luxusgüterkonzern und damit ein Aushängeschild der französischen Wirtschaft. Zu der Gruppe gehören auch Champagnerhäuser wie Veuve Clicquot Ponsardin oder Krug. Zudem will LVMH den berühmten US-Juwelier Tiffany für rund 16 Milliarden Dollar kaufen. Finanzvorstand Guiony betonte, dass der Konzern an diesem Plan festhält.

Die LVMH-Aktie gab in dem Corona-Crash, der die Finanzmärkte seit dem 24. Februar fest im Griff hat, um rund 15 Prozent nach und zählt damit noch zu den besten Werten im Eurozonen-Auswahlindex, der seitdem rund ein Viertel einbüßte. Das Papier des französischen Unternehmens gehört mittel- und langfristig zu den besten Titeln am Aktienmarkt. So stieg der Kurs in den vergangenen fünfzehn Jahren um rund 100 Prozent und über ein Jahrzehnt gesehen summiert sich das Kursplus auf 335 Prozent.

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