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Veröffentlicht am
20.09.2017
Lesedauer
2 Minuten
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Mailand eröffnete mit Gucci

Veröffentlicht am
20.09.2017

Gucci startete die Milan Fashion Week mit einer hyper-überladenen Kollektion, die in einem riesigen Set inszeniert wurde, wo die antike Welt auf einen Nachtclub in der Innenstadt traf.


Gucci - Frühjahr/Sommer 2018 - Womenswear - Mailand - © PixelFormula



Obwohl sie alle wie für eine große Party in Brooklyn oder Berlin, Tokio oder Shanghai gekleidet waren, marschierte die Besetzung unter einer Reihe von riesigen Statuen hindurch: ein lächelnder Buddha, die wütende Sphinx, ein strenger Julius Cäsar und der triumphierende Perseus mit dem blutigen Kopf der Medusa. Die Kleider vermischten all das und mehr darüber hinaus. Michele griff nur so nach den Jahrhunderte und auch Kulturen: von der Prinzessin aus der Ming-Dynastie zu Picasso würdigen Clowns bis hin zu Capes im Dracula-Stil mit glitzernden Kügelchen überzogen.

Schönheit und Intelligenz waren vereint, wie an diesem Pullover ersichtlich wurde: "Don’t Marry a Mitford." (dt.: Heiraten Sie keine Mitford.). Dazu gesellten sich viele klassische Herrenanzüge mit verschiedenen verrückten Stickereien und Disco-Trainingsanzüge – alle von ihnen sicherlich ein echter Renner an der Kasse. Vor dem Finale gab es eine wissbegierige Schönheit in einem verblichen-rosafarbenen, bodenlangen Chiffon-Plissee-Kleid, ihre Schultern mit Kristallen und ihre Augen mit einer Perlen-Brille bedeckt. An ihrem Arm hing der neuste Insider-Gag von Michele, eine gold-schwarze Handtasche mit dem falsch geschriebenen Logo "Guccy".

"Ich musste mich der Antike bedienen, um die Dinge neu zu machen.", sagte Alessandro Michele lächelnd im Backstage-Bereich, nachdem er von einer Horde von kreativem Adel umarmt worden war. Von der Oscar-Preisträgerin und italienischen Grand Dame-Produzentin Marina Cicogna bis hin zum Fotografen Mick Rock, der gerade die Resort-Kampagnen von Gucci aufnimmt.


Gucci - Frühjahr/Sommer 2018 - Womenswear - Mailand - © PixelFormula



Seine Programmheftnotizen waren intellektueller. Mit der Betitelung seiner Show als "Der Akt der Schöpfung als ein Akt des Widerstands" zitierte Michele Philosophen wie u.a. Albert Camus und versicherte: "Die Revolte fordert das Bestehende im Namen dessen heraus, was fehlt, aber sein könnte".

Die Kollektion war eine zeitgemäße Erinnerung daran, dass Michele sicherlich ähnliche Themen in vielen seiner Shows verarbeitete, er aber definitiv neue Wege beschreitet – im Wesentlichen durch die Feinabstimmung seiner Vision von moderner, über die Standards herausreichender Opulenz.

Die Geschäfte könnten für Gucci nicht besser laufen. Man musste nur das Gesicht von CEO Marco Bizzarri ansehen – der die weise Voraussicht hatte, den unbekannten Michele anzuheuern. Er hat dieser Tage das breiteste Lächeln Europas.

"Wir haben im ersten Halbjahr 2,9 Milliarden Euro Umsatz erzielt, was bedeutet, dass wir das Jahr als zweitgrößte Luxusmarke der Welt abschließen werden. Noch hinter Louis Vuitton, aber wir überholen Chanel und Hermès. Das ist, nun ja, ziemlich gut!", sagte Bizzari mit einem monumentalen Grinsen.

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