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AFP-Relaxnews
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
24.08.2020
Lesedauer
2 Minuten
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Mailänder Modewoche plant physische und digitale Laufstegschauen

Von
AFP-Relaxnews
Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
24.08.2020

Die Camera Nazionale della Moda Italiana hat ihr provisorisches Programm für die vom 23. bis 28. September stattfindende Mailänder Modewoche enthüllt. Während die Veranstalter für diese Ausgabe zu einem traditionelleren Ansatz zurückfinden und über die Hälfte der Schauen physisch vor Ort gezeigt werden, finden 20 Shows dennoch digital statt. So dürfte das Publikum auch in dieser Saison die Möglichkeit haben, einige Präsentationen aus der ersten Reihe mitzuverfolgen.


Prada - Herbst/Winter 2020 - Womenswear - Milan - © PixelFormula


Die globale Gesundheitskrise zwang Modedesigner und Label, einen neuen Ansatz zu erarbeiten, um die von den verschiedenen Regierungen in aller Welt eingeführten Social-Distancing-Regeln einhalten zu können. Aus diesem Grund mussten verschiedene Modewochen im Juni und Juli in digitaler Form abgehalten werden. Für die direkt betroffenen Akteure handelte es sich dabei um einen tiefgreifenden Umbruch, doch für die Öffentlichkeit, die zum ersten Mal – virtuell – an zahlreichen Schauen teilnehmen konnte, war es ein höchst erfreulicher Wandel.

Nun kündete der Veranstalter, die Camera Nazionale della Moda Italiana, für die Schauen der Frühjahr-/Sommerkollektionen 2021 die Rückkehr zum üblichen Format an – oder fast. Ganze 28 Shows finden im September in Mailand in altbekannter Form statt, mit lediglich einer beschränkten Gästeanzahl, um die Social-Distancing-Maßnahmen einzuhalten. Fendi, Alberta Ferretti, N°21, Prada, Max Mara, Etro, Boss, Tod's und Salvatore Ferragamo zählen zu den Marken, die zum traditionellen Laufstegformat zurückkehren.

Ist die Zukunft der Mode 'phygital'?

Die Kombination von physischen und digitalen Elementen – kurz: phygital – könnte in den kommenden Saisons für die Modewochen und die Modebranche im weiteren Sinn zur neuen Norm werden. Da die Pandemie in absehbarer Zukunft offensichtlich nicht einfach von der Bildfläche verschwinden wird, sehen sich einige Labels verleitet, ihre Kollektionen online zu enthüllen. Langfristig könnte sich dieser neue Trend für viele Marken dauerhaft verankern. Im September planen Missoni, Dsquared2, Genny, Philipp Plein, Marco de Vincenzo und Ermanno Scervino digitale Schauen.

Abgesehen von den Modeschauen brachte die Gesundheitskrise Luxusmarken und Modelabel ganz allgemein dazu, stärker auf den digitalen Bereich zu fokussieren und virtuelle Showrooms einzurichten. Dadurch können zahlreiche Kunden die jüngsten Kollektionen von ihren Sofas aus ansehen und bestellen. Ein besonders bemerkenswertes Beispiel ist die digitale Nachbildung des legendären Balmain-Stores in Paris, inklusive einer virtuellen Kopie von Kreativdirektor Olivier Rousteing, der die Kunden online begrüßt.

Obwohl Onlineshops kein Novum sind und auch nicht durch die im Rahmen der Covid-19-Epidemie ergriffenen Maßnahmen in Verbindung stehen, könnten sie mehr und mehr die Funktion physischer Stores übernehmen oder zumindest ein wahres digitales Schaufenster der Marken werden. Über AR-Technologien können Nutzer Kleider im virtuellen Umkleideraum anprobieren oder Makeup-Tests in die digitale Welt verlagern. Ein wichtiger Schritt für die Branche, um sich neu zu erfinden.
 
 

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