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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
20.06.2022
Lesedauer
6 Minuten
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Mailänder Modewoche: Prada, Etro und J.W. Anderson am Sonntag

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
20.06.2022

Zum Auftakt und fast zum Ende der Prada-Show gab es in Mailand perfekt geschnittene Anzüge zu sehen, ein schneiderischer Kraftakt mit konzeptuellen Vichy-Modellen. Auch Etro und J.W. Anderson defilierten am Sonntag.

Prada: Konzeptuell und kommerziell



Wie auf der Einladung – einem Vichy-Shirt aus rotem Wachspapier in Originalgröße – führten Vichy-Muster durch ein Dutzend Looks der Frühjahr-/Sommerkollektion 2023 von Prada.


Prada Frühjahr-/Sommerkollektion 2023 - Prada


Enthüllt wurden die Entwürfe im Prada Torre, dem domähnlichen Showspace der Marke, der mit riesigen Rollen umweltfreundlicher weißer Papierdekorationen geziert wurde. Die ausgeschnittenen Fenster und Enklaven riefen De Chiricos Werke in Erinnerung.

Doch zunächst kamen exakt geschnittene Anzüge in Super-100-Schurwolle, eine saubere und elegante Kombination klassischer Prada-Stoffe und Raf Simons großzügiger belgischen Silhouette. Verankert wurden die Entwürfe in einer Reihe fabelhafter neuer Cowboystiefel mit nach oben gebogenen Spitzen, die wegweisend sein werden.

Darauf folgten umgehend zerknitterte Lederlooks und fünf Outfits aus ausgewaschenem Denim, darunter Shorts, Chirurgenhemden, Tops und Westen. Doch Vichy-Karos waren allgegenwärtig und wurden für saubere Hemden, Trench-Coats und Regenmäntel verwendet.

Vor langer Zeit, bevor die italienische Küche in Mode kam – es muss mindestens 40 Jahre her sein – wurden Vichy-Tischtücher mit billigen Restaurants in Verbindung gebracht, in denen Spaghetti Bolognese serviert wurde. Somit fühlte es sich sehr clever an, wenn eine Luxusmarke wie Prada den Stoff mit viel Ironie aus diesem Kontext löst und ihn zu etwas Elegantem verarbeitet. 
 
Doch ungeachtet der geistreichen Ironie war die Show alles andere als makellos. Der wütende Soundtrack-Mix von Sonic Youth fühlte sich eher bombastisch als dramatisch an. Und wieso das in jüngerer Vergangenheit mit Influencern besessene Label sich dafür entschied, sie in Winterkleidung zu hüllen, blieb bewusst exzentrisch. Selbstsüchtige Männer in der glühenden Hitze in schweren Ledermänteln, Strickpullovern und Jacken mit pelzbesetztem Leder zu sehen, wirkte ziemlich absurd.

Nach der Show strömten alle Stars in den Backstage-Bereich –Jake Gyllenhaal, Jeff Goldblum und Rami Malek – um Miuccia Prada mit großen Augen und viel Lob zu umarmen.

Wenigstens trugen sie Sommerkleidung.

Etro: Eine Utopie vor dem Generationenwechsel



Bei Etro ging mit der letzten Kollektion von Kean Etro und einem eleganten Generationenwechsel eine Ära zu Ende. Mit seiner 'Utopia' verabschiedete er sich optimistisch und stilvoll vom Modehaus, das von seinem Vater gegründet wurde.


Etro Frühjahr-/Sommerkollektion 2023 - Etro


Die Show fand im Garten der besten Business School in ganz Italien statt – Nuovo Bocconi. Die Models schlenderten unter modernistischen Säulengängen durch und präsentierten mit der Kollektion alles, was an Keans Sinn für Design so fabelhaft ist: Außergewöhnliche Stoffe, wundervoll bedruckte Seide, Haute Bohémienne und klassisches Tailoring.

Am besten funktionierte an diesem Wochenende die fließenden Art Liberté-Prints auf Seidenhemden und Djellabas, leichte Strickwaren mit Satin-Säumen, fließende Seiden-Kleider mit passenden Schwimmhosen und mehrere himmlische Seiden-Pyjama-Anzüge mit Chinoiserie-Details.

Doch Keans eleganteste Designs waren die silbernen Blazer mit Blumenstickereien, Fantasie-Smokinghemden und ein großartiger bitterorangenfarbener Seiden-Pyjamaanzug an einem Model, das barfuß defilierte. Das Outfit schrie förmlich danach, von einem Rockstar getragen zu werden.

Vor der Show beauftragte Kean einen Dichter damit, viele Redakteure anzurufen und ihnen ein persönlich ausgewähltes Gedicht zu rezitieren. Für unsere Redaktion wurde ein Gedicht von Victor Hugo gewählt.

"Wie Oscar Wilde sagen würde, ist die Utopie für den Fortschritt in einer Gesellschaft, in einem kreativen Unterfangen unabdingbar. Genau das wollte ich in den vergangenen Jahrzehnten hier zeigen. Und in einem gewissen Sinn ist die Utopie die Abwesenheit des Egos. Ich weiß, dass das sehr schwierig ist, besonders in der Mode", erklärte Kean vor der Show.

Auf die Frage, wie er sich kurz vor der Show fühle, antwortete er: "Ich bin ziemlich entspannt. Auf der Kehrseite kann ich mich auf einen neuen Lebensabschnitt freuen. Lassen Sie uns sehen, wie ich in den kommenden sechs Monaten reagiere. Das weiß man nie. Doch mein Gefühl jetzt ist: "Wow, nach 25 Jahren bin ich endlich frei!", lachte Kean.

In den vergangenen 25 Jahren schlug sich Kean mit seinen brillanten Designs und Schauen eine Scharte in der Mailänder Mode. Mal baute er eine Autowaschanlage in eine Show ein, ein anderes Mal führte er Ochsen und mit Models vollgestopfte Wägen über die Hauptstraßen der Stadt. Mit seiner Schwester Veronica bleibt er dem Unternehmen als Berater treu. Diese enge Verbindung ist in Italien, wo la famiglia noch immer heilig ist, sehr wichtig.

Der Generationenwechsel erfolgt ein Jahr nachdem das französische Luxuskonglomerat LVMH über L Catterton einen Mehrheitsanteil an Etro erwarb. Bei dieser Übernahme wurde der Wert des Unternehmens auf 500 Millionen Euro beziffert.

Vor Kurzem verkündete Etro die Ernennung von Marco de Vincenzo zum neuen Kreativdirektor der Marke. Sein Debüt gibt de Vincenzo an der kommenden Damenmodewoche im September. Der gefeierte unabhängige Designer arbeitet seit über einem Jahrzehnt mit Fendi zusammen. Schon lange war er für die Funktion des Kreativdirektors eines bedeutenden Modehauses bestimmt.

J.W. Anderson: Schick und exzentrisch


 
Mit besonderer Spannung wurde am Sonntag das italienische Debüt des angesagtesten Designers Londons erwartet: Jonathan Anderson mit seiner Marke J.W. Anderson. Das Ergebnis war zugleich schick und exzentrisch.


JW Anderson - Frühjahr/Sommer 2023 Menswear - Milan - © PixelFormula


Die Gäste wurden in einer heruntergekommenen Fabrik im Osten Mailands von einem halben Dutzend Live-Statuen begrüßt, von dünnen Models in wolliger Unterwäsche, Tops und sogar Suspensorien und Masken. Sie standen auf hellgrauen Würfeln und vermieden demonstrativ jeglichen Blickkontakt.

Andersons zentrale Idee in dieser Saison war es, wenn auch nicht zum ersten Mal, den Kleidungsstücken Gegenstände hinzuzufügen: Scharniere im Rücken seiner Blazer oder metallische Aufreißlaschen, Disketten und vergrößerte Barcodes auf Hoodies, Tops, Hosen und T-Shirts.

Der Designer ließ sich von Philip Ridleys Werk The Pitchfork Disney inspirieren. Es handelt sich um ein surrealistisches Melodrama, das der britische Autor in den frühen 90er-Jahren schrieb, als er noch ein Student an der St. Martins School of Art war.

“Ich war damals von der Idee des Theaterschocks beeindruckt. Davon, Kleidungsnormen zu nehmen und sie mechanisch zusammenzufügen, wie Scharniere oder industrielle Handschuhe. Kleidungsstücke neu zusammenzubringen, verkleinert oder in Übergröße, oder mit Barcodes und Disketten abzurunden. Und wieder zu dekonstruieren", erklärte Anderson nach der Show.

Eine weitere Grundidee war die Einflechtung von Rembrandts Werken. Die Einladung war beispielsweise ein Selbstporträt aus dem Jahr 1630 – in der genauen Originalgröße – das auch auf übergroße Wollpullovern aufgedruckt wurde. Der für Rembrandt typische Ringkragen hielt Einzug im gerüschten Halsausschnitt eines dunkelgrauen Pullovers.

“Während der Pandemie habe ich eine Begeisterung für den Klassizismus entwickelt. Und ich habe das Gefühl, dass dieses Selbstporträt eines der wichtigsten Porträts der westlichen Kunst der vergangenen 500 Jahre ist. Zudem zeigt es auch eine freche Seite von Rembrandt. Wir haben stets das Gefühl so unheimlich modern zu sein heute, doch er machte das Selfie zu einer großen Kunst vor vielen, vielen Jahren. So sehr wir auch neues zu erfinden versuchen, diese Dinge hat es alle schon gegeben", sagte der Designer aus Nordirland.

Wobei er freilich eine unter Fans von Rembrandt van Rijn verbreitete Meinung kundtat. Und wie steht es um den selbstbewussten jungen Nachwuchskünstler aus dem Jahr 1929, der im Mauritshuis zu sehen ist, oder seinen weltlichen und weisen Künstlers vor seiner Staffelei im Kenwood House aus dem Jahr 1665?

Wie dem auch sei – ​de gustibus non disputandum est.

Jonathans Design fand auch seinen Weg in einen Nachtclub, wo Rembrandt wohlwollend von zahlreichen Riesenballons herunterlächelte, während sich Hunderte Gäste an der Post-Show-Party vergnügten.

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