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Veröffentlicht am
26.09.2018
Lesedauer
3 Minuten
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Maison Margielas rebellische Methode

Veröffentlicht am
26.09.2018

Maison Margiela veranstaltete am Mittwochmorgen einen Mix aus Runway-Show und Duft-Launch, ein zeitgemäßes, geschlechterübergreifendes, transgressives Mode-Statement und eine Erinnerung an das Vermögen der Mode, sich für frische Denkweisen einzusetzen.

Maison Margiela - Frühjahr/Sommer 2019 - Womenswear - Paris - © PixelFormula


Sowohl die Show als auch der Duft waren mit "Mutiny" (dt.: Meuterei) betitelt und die Model-Besetzung und die "geschlechtslose Mode" dürften auf die meisten konservativen Augen auf jeden Fall ziemlich rebellisch gewirkt haben.

Vor der Show wurde ein großartiges Schwarz-Weiß-Video – der neueste Podcast von Galliano für das Modehaus – auf die weißen Wände des Grand Palais projiziert. Die Darsteller waren Leute wie Willow Smith, Sängerin Princess Nokia, die Models Molly Bair und Hanne Gaby Odiele, letztere die bekannte Intersex-Ikone.

"Wir sind bereit, Schmerzen zu ertragen." oder "Ich kann Steine zertrümmern, so stark bin ich", lauteten einige der Slogans, die in punkigen Grafiken im Video zu sehen waren. Dann begann die Runway-Action: brillant geschnittene Filzjacken und Ponchos, mit allen möglichen Laser-cut-Einsätzen, bemerkenswerte Fischgrat-Tweed-Sakkos und fließende Oversize-Trenchcoat-Ponchos.

Maison Margiela - Frühjahr/Sommer 2019 - Womenswear - Paris - © PixelFormula


Außerdem waren alle Accessoires auffällig, von den riesigen Zylindern mit Einsätzen über die Cowboystiefel mit Cut-outs bis hin zu den wunderschönen, weißen Lackleder-Plateausandaletten, die stark nach Margiela-DNA rochen.

All dies hätte wie ein politisches Pasticcio aussehen können, aber dank der großartigen Schnitte, der neuen Proportionen, der schlauen Inszenierung und der ikonoklastischen Züge des Kreativdirektors John Galliano war es tatsächlich eine großartige Show.

Es ist wahr, dass es oft schwierig war, das genaue Geschlecht jedes Models zu erkennen. War das ein Mann oder eine Frau, der/die den verlängerten Smoking-Mantel trug? Oder die unglaubliche Kombination aus hautenger, türkisfarbener Leggings, Cut-out-Cowboystiefeln, Tweed-Reiterjackett und das alles getoppt von einer riesigen Jacquard-Schleife mit Blumenprint – Junge oder Mädchen? Eine von einem halben Dutzend riesiger Schleifen, die ein Leitmotiv dieser gemischten Kollektion darstellten. Hybridmode für hybride Menschen.

"Den Sitz, Schnitt und die Drapierung ohne Rücksicht auf das Geschlecht für Damen- und Herrengarderobe zu erkunden", erläuterte das Programmheft. Beim Finale gab es einen enormen Applaus, sowohl für die Sache als auch für die Kleidung. Galliano, wie üblich seit er bei Margiela ist, verbeugte sich nicht.

Maison Margiela - Frühjahr/Sommer 2019 - Womenswear - Paris - © PixelFormula


Nach der Show projizierte vor dem Grand Palais ein riesiger LED-Bildschirm von einem Lastwagen aus die Werbung für den neuen Duft – um die Meuterei auf die Straße zu bringen, in einer brillanten Art des Straßenmarketings.

Galliano ist sicherlich nicht der einzige Designer, der die Außengrenzen der geschlechtslosen Mode auslotet. Alessandro Michele, um nur einen zu nennen, war auch ziemlich beschäftigt damit. Aber die stilistischen Experimente des "The Englishman" wurden mit einer Zuneigung und einer Neugier für ihr Thema unternommen, sodass sie diesen wirklich bewundernswerten Moment ausmachten. Mode, die eine sehr nützliche soziale Funktion erfüllt und dabei auch verdammt gut aussieht.

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