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Veröffentlicht am
20.04.2016
Lesedauer
2 Minuten
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MAK zeigt Historie der Mode-Utopien

Veröffentlicht am
20.04.2016

Die MAK-Ausstellung „Mode-Utopien. Haute Couture in der Grafik“ zeigt aktuell und noch bis zum 4. September 224 Werke aus 500 Jahren europäischer Modegeschichte. MAK-Direktor Christoph Thun-Hohenstein möchte Mode als „Kernbereich der angewandten Kunst“ verstärkt in das Programm des Museums für Angewandte Kunst integrieren.


Um die Ausstellung stattfinden zu lassen wurden im Vorfeld sechs Jahre lang über 4.000 Mode-Illustrationen sowie 5.000 weitere Modeblätter von Kuratorin Kathrin Pokorny-Nagel sortiert und durchforstet.

Schon im 16. Jahrhundert hat die Mode einen großen Stellenwert in der Kunst eingenommen, dies verdeutlicht die Ausstellung. Laut Pokorny-Nagel bietet MAK zwar keinen Gesamtüberblick, aber doch einen Überblick über einzelne Phänomene der europäischen Modezeichnung.

Wesentlich dabei ist die Utopie. So sagt die Kuratorin anlässlich eines Presserundgangs: "Bei Vielem handelt es sich um untragbare, unleistbare und oft auch bis heute noch unproduzierbare Mode. Schon damals war Haute Couture oft mehr Kunstwerk als Alltagsbekleidung."

Besonders faszinierend sei auch der Umstand gewesen, wie sehr die damaligen Künstler "die neue Stofflichkeit der Renaissance in Schwarz-weiß auf die Kupferplatte übertragen haben". Um alle Details zu entdecken, wurden in der Schau extra Lupen aufgelegt, mit denen man jede kleinformatigen Abbildung von modischen Kreationen genauer betrachten kann.

Von Holzschnitten aus dem Jahre 1571 bis zu niederländischen Blättern und Entwürfen der Wiener Mode aus dem Jahr 1893 gibt es zahlreiche Arbeiten zu bewundern.

Kuriositäten haben ebenfalls einen Weg in die Ausstellung gefunden, wie zum Beispiel die Kupferstichserie "Mascarade a la Grecque" (1771) des Franzosen Ennemond Petitot. Seine Arbeiten legte er als Satire auf den neuen Stil der Barockzeit und des Klassizismus an. Auch Elemente verschmolzen hier mit der Mode.

Auch die Anfänge des Modejournalismus werden auf der Ausstellung thematisiert. Es wird das von 1786 bis 1827 erschienene "Journal des Luxus und der Moden" gezeigt, das mit seinen kolorierten Kupferstichen die aktuellen Trends an der Schwelle vom Klassizismus zum Biedermeier ins Licht rückte.
Pokory-Nagel betont, dass man in den 1930er-Jahren aufgehört, habe Modezeichnungen für das MAK zu sammeln. Sie nennt die aufkommende Modefotografie als Grund.

Wer sich noch weiter mit der Materie befassen möchte, hat die Möglichkeit, die mehrere tausend Werke umfassenden Blätter aus dem Archiv im Internet auf der Website des MAK zu durchforsten. Im Juni widmet man sich dann im Rahmen eines zweitägigen Symposiums (24. und 25.Juni) dem "System Mode / Revisited - (Psycho-)Analytische Zugänge".
 

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