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Mango-CEO Toni Ruiz: "Wir sehen uns nicht als Fast Fashion-Unternehmen"

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
15.03.2020
Lesedauer
9 Minuten
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2019 stellte in der Geschichte Mangos einen Wendepunkt dar. Nicht zuletzt, da das Unternehmen nach drei aufeinanderfolgenden Verlustjahren wieder schwarze Zahlen schrieb, aber auch, da der Umsatz auf rekordhohe EUR 2,37 Milliarden anstieg. Die Serie guter Nachrichten steht Toni Ruiz ins Gesicht geschrieben. Er erschien zu unserem Treffen mit dem Selbstvertrauen eines Studenten, der seine Hausaufgaben gemacht hat. An einem sonnigen Morgen war der CEO des Unternehmens mit FashionNetwork zu einem Gespräch verabredet. Wir sprachen über die jüngsten Geschäftsergebnisse, anhaltende Investitionen im Bereich Design und Qualität und die Auswirkungen der Coronavirus-Krise.


Toni Ruiz, CEO vonMango - Mango


FashionNetwork.com: Wie würden Sie die Geschäftsergebnisse des Unternehmens im Jahr 2019 beschreiben?

Toni Ruiz: 2019 war ein außergewöhnliches Jahr. Wir erzielten einen Rekordumsatz von EUR 2,37 Milliarden, eine Verbesserung um 6,3 Prozent. Das Wachstum erstreckte sich über alle Kanäle (eigene Stores, Franchisen, Onlinehandel) und Kategorien (Womenswear, Menswear, Kidswear). Der klassische Ladenumsatz stieg um 5,5 Prozent, das ist ein gutes Ergebnis. Ebenfalls bemerkenswert ist das Wachstum im Onlinehandel, mit einem Plus von 26,7 Prozent übertraf dieses unsere Erwartungen. Und der Onlinekanal macht nun 23,7 Prozent unseres Umsatzes aus. Das Gute daran ist, dass wir mehr verkaufen, aber auch, dass wir im Profitbereich arbeiten und effizienter wurden. Es ist uns gelungen, in die Gewinnzone zurückzukehren und die Schulden zu reduzieren. Diese werden wir in den kommenden drei bis vier Jahren umstrukturieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die finanzielle Gesundheit von Mango auf einem zehnjährigen Höchststand ist. Ich bin sehr zufrieden, diese Ergebnisse erzielt zu haben, ohne dabei unsere Zukunft aus den Augen verloren zu haben.

FNW: Welche Schritte wurden ergriffen, um die Geschäftstätigkeit des Unternehmens wieder in die Gewinnzone zu führen?

T.R.: Wir sind sehr zufrieden mit den Verbesserungen bei unserer Marke und Produkten. Wir konzentrieren uns auf die Bereitstellung eines koordinierten, klaren und kohärenten Produktangebots. Wir haben die Verwaltung der Womenswear-Sparte verändert. Zuvor war diese zu stark untergliedert, stützte sich auf Stoffe und Produktpaletten. Nun haben wir eine Ebene hinzugefügt, die für die notwendige Koordination und Kohärenz sorgt, wodurch wir unser Angebot rationalisieren konnten. Wir haben unseren Fokus stärker auf Kunden gelegt und Überschneidungen zu vermeiden versucht, sowohl hinsichtlich der Artikel als auch des Stils. Dies trifft sowohl auf größere als auch auf kleinere Stores zu, wobei wir stets bedacht sind, unsere Geschichte, Message und Produkte kohärenter zu gestalten. Es ist sehr wichtig, dass alle Mango-Stores dasselbe Gefühl ausstrahlen.

Darüber hinaus ist unser Produkt cooler und die Qualität besser. Wir haben in Stoffe investiert und Capsule Collections eingeführt, die sehr gut funktionierten. Diese Produktverbesserungen widerspiegeln sich in unseren Umsatzzahlen. Weiter haben wir in unsere Stores investiert, um sie attraktiver zu gestalten. All dies ist mit unserem Datenprogramm, der digitalen Transformation und besseren Produktinformationen verbunden.

FNW: Wie hat sich das Produktangebot von Mango in den vergangenen Jahren weiterentwickelt und zeigt sich dies auch hinsichtlich der Qualität und der Preispunkte?

T.R: Wir versuchen, uns nicht als Fast Fashion-Unternehmen zu sehen, wir wollen die jüngsten Trends aufgreifen und sie unseren Kunden auf bestmögliche Weise präsentieren. So können wir auch mit Blick auf das Design mutiger sein und ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Alle Capsule Collections stießen auf positive Rückmeldungen bei den Kunden und ich denke, dass wir in diese Richtung weitermachen wollen. Wir haben einen weiten Weg vor uns und bei einigen Produktpaletten noch viel zu tun.



Frühjahr-/Sommerkollektion 2020 - Mango


FNW: Können Sie uns die Geschäftsergebnisse nach Kategorien aufzeigen? Bleibt Violeta nach Violeta Andics Rücktritt im vergangenen Jahr weiterhin eine Priorität für das Unternehmen und wie unterscheidet sich die Linie von den anderen Kollektionen?

T.R: Die Womenswear-Kollektion, einschließlich Accessoires, generierte 2019 82 Prozent des Gesamtumsatzes, und erreichte damit fast denselben Wert wie 2018. Die verbleibenden 18 Prozent entfallen auf die anderen Kategorien. Wir haben noch immer ein paar Violeta-Stores in Frankreich, legen den Fokus jedoch hauptsächlich auf Spanien. Es stimmt, dass die Grenzen zwischen einigen Produkten und Kollektionen etwas verwischt sind. Doch wir sind bemüht, Violeta, das sich online sehr gut entwickelt, einer jüngeren und moderneren Zielgruppe anzunähern. Unsere Strategie war es, Violeta zu verjüngen und auf den Binnenmarkt zu konzentrieren.

FNW: Und arbeitet Mango weiter an der Umgestaltung des Ladenparks?

T.R: In den vergangenen Jahren haben wir unser Ladenportfolio tiefgreifend überarbeitet. Wir haben nun einen Punkt erreicht, an dem wir zu "Business as usual" zurückgekehrt sind. Wir verfügen über 2188 Stores, doch viele Mietverträge laufen bald aus und wir haben die Möglichkeit, einige Läden an neue Standorte zu versetzen … doch dies ist alles Teil unserer üblichen Dynamik. Ende 2019 verfügten wir über fünf Läden mehr als im Vorjahr und wir wollen ebenso wachsen und sich bietende Gelegenheiten nutzen.

Wir bekennen uns klar zu 500 m² großen Läden, sogenannten Megastores, die ausreichend Platz bieten für die Womenswear-Kollektionen und andere Angebote und Kategorien. Diese Läden sind hinsichtlich der Markenpositionierung sehr gut. Es stimmt, dass wir in einigen Ländern, so in Deutschland, in Kaufhäusern sehr erfolgreich waren. Wir analysieren, wie wir diese Information verwerten können und fassen eine weitere Implementierung ins Auge. Was wir wollen, ist es, mit großen Einzelhändlern zusammenzuarbeiten, doch in gewissen Märkten muss man sich anpassen.

Für uns ist ein Ladengeschäft ein Ort, in dem wir mit den Kunden interagieren können. In Spanien werden 30 bis 35 Prozent der Online-Bestellungen in den Stores abgeholt und 70 bis 75 Prozent der Rücksendungen werden ebenfalls über die Stores abgewickelt. Physische Geschäfte sind ein wesentlicher Teil unserer aktuellen Omnichannel-Strategie und werden dies in der Zukunft noch mehr sein.

FNW: Was sind Ihre größten Märkte und Wachstumsambitionen?

T.R.: Unser umsatzstärkster Markt ist Spanien, auf den 23 Prozent des Umsatzes entfallen. Frankreich ist mit Abstand der zweitgrößte Markt. Darauf folgen Deutschland, Russland und die Türkei. Fast 70 Prozent des Umsatzes werden in Europa umgesetzt und wir glauben, dass in diesen Ländern für uns ein großes Potenzial liegt. Doch wir legen auch Städte und Läden fest, die weiter verbessert werden können. Mango hat sich durch seine Expansionspläne schon immer von anderen abgesetzt.




Mango launchte eine Schmuckkollektion mit 3D-Druck - Mango


FNW: Wie vernetzen Sie Online und Offline und wie wirkt sich dies auf Ihre Rentabilität aus?

T.R: Die Entwicklung einer Omnichannel-Strategie war für uns immer entscheidend, um den Menschen das zu geben, was sie wollten. Aus finanzieller Sicht kostet es weniger, einen Artikel in einem Geschäft zu verkaufen als online, wo jede Transaktion von einer Reihe an Rechnungsoperationen begleitet wird. Mango befindet sich nicht in einem Datenrennen. Das Unternehmen verkauft immer mehr Online, doch wir fahren besser aus betrieblicher Sicht, verbessern die Verwaltung der Rücksendungen und bemühen uns, unsere Kunden besser zu verstehen.

FNW: Wo liegt der ideale Onlinehandels-Anteil am Einzelhandelsumsatz?

T.R: Dies ist von Land zu Land unterschiedlich. Einige reife Märkte reagieren anders als andere. Es wäre sehr kompliziert, Ihnen eine genaue Zahl zu nennen, doch ich bin überzeugt, dass es wichtig ist, dass wir den Kunden ein breites Angebot an Möglichkeiten zur Auswahl bieten. Ich würde sagen, zwischen 25 und 30 Prozent wäre sehr gut. Ich denke nicht, dass es sinnvoll ist, diesen Wert zu übersteigen. Diese Entscheidung hängt von den Bedürfnissen der Kunden ab. Ich denke, wir werden schlussendlich mehr über Kunden reden als über den Onlinehandel.

FNW: Mango hat sich der RFID-Technologie zögerlicher angenähert als die Konkurrenz. Ist RFID für das Unternehmen ein offenes Anliegen?

T.R: In der Tat sind wir da nicht so weit wie andere Branchenakteure. Wir sehen dies als große Chance. Wir haben die Technologie in Barcelona und Madrid entwickelt und wollen sie auch in Frankreich einführen. Die Ergebnisse waren spektakulär. Doch wir haben auch gemerkt, dass die Daten die Art und Weise, wie wir arbeiten, verändern. Ziel ist es, die Technologie in drei Jahren einzuführen. Wir würden dabei gerne zügig vorgehen. Wir mögen In-Store-Technologie mit unsichtbaren Elementen.

FNW: Bei der Enthüllung des neuen Logistik-Zentrums in Barcelona wurde die Eröffnung mehrerer regionaler Lager zur Unterstützung regionaler Lieferungen angesprochen. Wurde dieses Projekt bereits aufgegleist?

T.R: Wir haben zehn Anlagen für Onlinebestellungen. Wir sind überzeugt, dass es besser ist, in den Läden nicht zu viel Inventar zu haben und dafür Produkte schnell von unseren Warenlagern aus zu versenden. So können wir schneller reagieren, ohne auf die in den Läden vorrätigen Produkte angewiesen zu sein.


Mango frischt Violeta auf - Violeta


FNW: Wie bereitet sich das Unternehmen auf das Coronavirus vor und wie wird die Lage in China und Italien die Produktion und den Umsatz beeinträchtigen?

T.R: Wir leben in ungewissen Zeiten und wissen nicht genau, was vor sich geht. Für die Beschaffung arbeiten wir mit Lieferanten der Mittelmeerländer und aus der Türkei, aber auch mit Unternehmen in Südostasien. 20 bis 25 Prozent der Produktion sind in unweit von Spanien gelegenen Ländern angesiedelt, die verbleibenden 75 bis 80 Prozent in Asien. Wir haben auch viele Kollektionen, die zunächst in Asien gelauncht werden und dann in Europa, um schneller auf die Nachfrage reagieren zu können.

Einige Wochen lang gab es Lieferschwierigkeiten in China, doch handelte es sich nicht um Spitzenbedarfszeiten und die Produktion in China machte weniger als die Hälfte des Gesamtbedarfs aus. Stellenweise gab es auch Kapazitätsengpässe. Einige Produkte mussten per Luftfracht versendet werden, um den Vorgang zu beschleunigen. In anderen Fällen mussten wir auf Nearshore-Partner setzen. Wir wissen, dass dies zu höheren Kosten führt, doch denke ich nicht, dass diese zu stark ins Gewicht fallen werden.

Gegenwärtig sind die fünf wichtigsten chinesischen Zulieferer von Mango nur zu Mindestkapazität ausgelastet. China ist jedoch zu normalen Produktionsbedingungen zurückgekehrt und Mango wird keine weiteren Supply-Chain-Schwierigkeiten mehr haben. Es bleibt abzuwarten, was in Italien, Spanien und den anderen Ländern geschieht. Es wird für uns eine komplett neue Situation. Doch die Frage ist nicht, wann es geschieht, sondern wie lange es dauern wird. Wir sind optimistisch, denn wir haben gesehen, dass es in China trotz der Komplexität der Situation relativ schnell gegangen ist. Unsere Stores in China sind wieder geöffnet, doch erzielen wir in China weniger als 1 Prozent des Umsatzes und 70 Prozent davon wird online abgewickelt. Italien ist nicht einer unserer wichtigsten Märkte. Wir bereiten uns auf ein Szenario vor, in dem sich das Virus weiter ausbreiten könnte. Und wir sind bereit, unsere Mitarbeitenden in Tele- und Heimarbeit zu beschäftigen, sollte sich die Situation verschlimmern.

Die Krise trifft uns in einer deutlich stärkeren Position als in den Vorjahren. Wir sind nicht börsenkotiert, so können wir die Dinge anders angehen. Hätten wir eine IPO gewagt, würden Aktionäre auf schnelleres Wachstum pochen, doch das hätten wir so nicht erreichen können. Wir haben einen einzigen Shareholder, unseren Präsidenten, dadurch können komplizierte Entscheidungen schnell getroffen werden. Und aktuell befinden wir uns in bester finanzieller Gesundheit.

FNW: Was sind die jüngsten Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit und wie kann Mango sicherstellen, dass die Projekte eine echte Wirkung erzielen, wenn die meisten Maßnahmen nicht reguliert werden?

T.R: Wir machen gute Fortschritte in Nachhaltigkeitsfragen und ich bin überzeugt, dass wir, wenn die ganze Branche zusammenarbeitet, auch ohne staatliche Vorgaben auf die Situation reagieren können. Ich denke, es ist möglich, nachhaltige Kleidung zu produzieren und dabei ein angemessenes Einkommen zu erzielen. Wir zeigen es vor und unser Engagement ist stark. Was uns fehlt, ist die entsprechende Schulung, besonders in den Verkaufsstellen. Wir haben Maßnahmen ergriffen, doch müssen wir darüber berichten und uns darin verbessern.

FNW: Wie viele Frauen arbeiten für Mango und welchen Frauenanteil ergibt dies?

T.R: Rund 70 Prozent unserer Angestellten sind Frauen. Bei Mango glauben wir an die Chancengleichheit. Die meisten Stellen, die direkt mit dem Produktdesign und der Produktentwicklung zusammenhängen, werden von Frauen besetzt. Doch gibt es im Führungsteam noch Verbesserungsmöglichkeiten. Bei Meetings fällt bei Mango das junge Durchschnittsalter der Angestellten und der Frauenanteil auf. Unser Geschäft ist für Frauen.

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