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Veröffentlicht am
15.01.2014
Lesedauer
3 Minuten
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Männerschauen: Mailand übergibt an Paris

Veröffentlicht am
15.01.2014

Viel Neues wartet auf uns. Paris zeigt ab Mittwoch die Menswear-Kollektionen für den kommenden Winter. Fünf Tage lang bringen rund 50 Präsentationen frischen Wind in die französische Hauptstadt. Ungeachtet der Abwesenheit von Gaultier (der Produktionspartner wechselt), Lacroix und Ann Demeulemeester, die ihre jüngste Kollektion in ein paar Wochen fern ab des Messekalenders vorstellen wird, stehen zahlreiche neue Namen auf dem Programm.

Die erste positive Überraschung dürften die Anfänge des belgischen Designers Glenn Martens bilden. Der an der Académie d’Anvers ausgebildete Belgier präsentiert für die Neuausrichtung des Pariser Labels Y/Project 20 Silhouetten für die Menswear und zum ersten Mal in derselben Schau auch 8 Silhouetten in der Womenswear. Genauso ungeduldig wird das Ergebnis des Wechsels Raf Simons/Sterling Ruby am selben Tag erwartet. Der belgische Designer und der zeitgenössische Künstler aus Deutschland werden gemeinsam eine ganze Kollektion von A-Z entwerfen, bis hin zum Etikett teilen sich die beiden alles ganz genau. Schrecklich modern und arty.


Einer der Stars der Saison: Valentino – Frühjahr-/Sommerkampagne 2014, Craig McDean.


Der erste Messetag ist den Neuankömmlingen vorbehalten. Zu sehen sind unter anderem Carven, Julien David, John Lawrence Sullivan und Walter Van Beirendonck. Des Weiteren gibt es ein neues Menswear-Angebot von Haider Ackermann zu sehen, der im vergangenen Jahr zaghaft bei den Männerterminen aufgetaucht ist, was ihm offensichtlich gut bekommt.

Auch Valentino ist am selben Tag zu sehen. Die Marke profitiert von der Verjüngungskur, die das römische Label der Menswear verordnet hat. Der Männerkollektion hat das Label in seinem jüngsten Flagshipstore in Paris 400 Quadratmeter Ausstellfläche gewidmet. Die Marke feiert die Eröffnung am selben Abend mit einem Cocktailempfang im Store.

Am darauffolgenden Tag richtet sich das Augenmerk auf die kreativen Ideen des Künstlers Boris Bidjian Saberi, der in keine Schublade passt. Er ist wieder auf den Pariser Laufstegen zu sehen, und dies am selben Tag wie Yohji Yamamoto, Damir Doma und Rick Owens, der mit seiner letzten Womenswear-Modenschau erneut seine innovative Ader bewiesen hat. Das japanische Ehepaar Junichi und Chitose Abe stellt am 16. Januar (Kolor) und am 18. Januar (Sacai Man) seine neusten Kollektionen vor.

Das Wochenende dürfte auch gepackt sein mit neuen Angeboten. Zum einen steht Sport auf dem Programm, vermischt mit avantgardistischen Zügen aus Brooklyn. Treffpunkt im Palais Bourbon am Samstagmittag für die erste Pariser Show des Labels Hood By Air, das am Rande der Fashion Weeks von New York entdeckt wurde. Zudem sind drei neue Mitspieler anzutreffen: Icosphere, Officine Générale und Umit Benan stehen am Samstag und Sonntag auf dem offiziellen Programm.


Umit Benan ist von nun an in Paris zu sehen.


Umit Benan, Unruhestifter aus dem Mittelmeerraum, der von der internationalen Presse gefeiert wird, war zwei Jahre lang für den Style von Trussardi verantwortlich. In dieser Saison kehrt er Mailand jedoch den Rücken zu, um in Paris mit seiner eigenen Marke auf den Laufstegen zu sein. Seine Kollektion ist zweifellos gewagt, die Inspiration dafür stammt laut Einladungskarton von der Geschichte eines Baseballspielers aus den 40er Jahren (siehe Bild).

Am selben Tag feiert die Marke Y-3, die aus der Zusammenarbeit von Adidas und Yohji Yamamoto entstanden ist, ihr zehnjähriges Jubiläum. Zu diesem Anlass kehrt Y-3 nach Paris zurück, wo sie im Couvent des Cordeliers bereits ihre ersten Schritte gemacht hatte.

Als Auftakt für das Samstagsprogramm eröffnet die koreanische Marke Wooyoungmi am Donnerstagabend ihre erste Boutique im Herzen von Paris. In der Zwischenzeit wird in den Galerien des Palais Royal auf das Hause Kitsuné angestoßen, im Rahmen der Elektro-Einweihung des Kitsuné Café. Es ist dies das jüngste Projekt des temperamentvollen Pariser Duos.

Später am Abend übernimmt Roland Mouret die Festlichkeiten in den Räumen von Maxim’s. Als neuer Creative Director feiert er die Einführung der ersten Männerkollektion von Robert Clergerie, für den er vor 25 Jahren bereits einmal gearbeitet hatte.

Den Auftakt zum Ende gibt wie mittlerweile am Ende jeder Saison ein anderer Exil-Franzose: Hedi Slimane. Er schließt wie gewohnt für Saint Laurent, bevor er den Ball an Donatella Versace weitergibt. Sie gibt ihrerseits den Startschuss für die Frühjahr-Sommersaison 2014 der Haute Couture – dieselbe Übung aber mit ganz anderen Regeln.

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