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Marie-Claire Daveu (Kering): "Nachhaltigkeit ist im Luxus-Segment nicht mehr optional"

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 18.10.2018
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Marie-Claire Daveu begann ihre Karriere bei Kering vor sechs Jahren, als Verantwortliche für die Nachhaltigkeitsstrategie. Heute leitet sie die Nachhaltigkeitsabteilung des französischen Luxuskonzerns und kümmert sich um institutionelle Fragen im internationalen Geschäft. Sie sprach mit FashionNetwork.com über den von Kering verfolgten Ansatz, die erzielten Fortschritte und die Ziele, die sich das Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit gesetzt hat.

Marie-Claire Daveu - ©Jean-François Robert_modds


FashionNetwork.com: 2015 veröffentlichte Kering seinen ersten Umweltbericht. Wo steht das nachhaltige Engagement des Konzerns heute?

Marie-Claire Daveu: Für den Zeitraum 2012–2016 haben wir einen Aktionsplan ergriffen, der stark auf die Umwelt ausgerichtet war und quantifizierbare Ziele anvisierte. Der Zeitraum war zwar zu kurz, um die Dinge tiefgreifend zu verändern, doch stärkte uns diese Erfahrung darin, einen holistischen Ansatz und eine langfristige Vision zu verfolgen. Deshalb erweiterten wir den Umweltaspekt um eine soziale Komponente. Im Januar 2017 veröffentlichten wir unsere neue Strategie bis 2025. Alle drei Jahre ziehen wir Bilanz, die erste erscheint Anfang 2020. Um der Bedeutung dieser Anliegen gebührend Rechnung zu tragen, engagieren sich die Mitglieder der Konzernleitung im Lenkungsausschuss unserer Strategie.

FNW: Welche neuen Zielsetzungen werden in der Strategie festgehalten?

MCD: Die primären Umweltziele umfassen eine Reduzierung unseres ökologischen Fußabdrucks um 40 Prozent und unserer CO2-Emissionen um 50 Prozent bis 2025. Bis Ende 2018 wollen wir die Rückverfolgbarkeit unserer Rohstoffe zu 95 Prozent sicherstellen und bis Ende 2025 sollen alle Rohstoffe zu 100 Prozent rückverfolgbar sein. Parallel dazu haben wir Standards im Umgang mit den Rohstoffen und für den Fertigungsprozess eingeführt, die im Januar auf unserer Website veröffentlicht wurden. Nach zweijähriger Arbeit befinden wir uns nun in einer Pilotphase, in der wir verschiedene Prozesse und Materialien testen können. Die neuen Standards werden bis Ende 2025 vollständig anwendbar sein. Unsere Strategie stützt sich auf drei Säulen: "Care" für die Umwelt und natürlichen Ressourcen, "Collaborate" für den sozialen Aspekt und "Create" für die Innovation, die für die Erreichung unserer Ziele grundlegend ist.

FNW: Was bedeutet das konkret?

MCD: Wir wissen, dass wir unseren ökologischen Fußabdruck mit den Maßnahmen und Projekten, die wir in der Produktion und im Bereich Sourcing festgelegt haben – beispielsweise mit nachhaltiger Wolle, Bio-Baumwolle usw. – um 20 Prozent reduzieren können. Doch das reicht nicht, um unser 40-Prozent-Ziel zu erreichen. Dafür brauchen wir Innovationen und disruptive Technologien für die Prozesse, Materialien usw. In ein paar Jahren werden ganz unglaubliche Innovationen aufkommen, die heute noch gar nicht möglich wären und deren Auswirkungen wir uns noch gar nicht vorstellen können. Darin liegt die Herausforderung!

FNW: Wie wollen Sie diese Herausforderungen in Angriff nehmen?

MCD: Es braucht einen unternehmerischen Ansatz und eine Offenheit gegenüber den unzähligen Möglichkeiten, die überall auftauchen. Neues muss getestet werden, um zu sehen, ob es funktionieren kann. Deshalb ist es auch so wichtig, hier anzusetzen. 2015 investierten wir mit H&M in das Start-up Worn Again, das ein Verfahren erfand, um Kleider aus Mischgewebe zu zersetzen und die Farbstoffe und anderen Kontaminationsstoffe vom Polyester und der Zellulose zu trennen. 2017 knüpften wir eine Partnerschaft mit dem Unternehmensbeschleuniger Fashion for Good/Plug and Play. Wie können zum Beispiel Färbungen durch Mikroorganismen erzielt werden? Oder wie kann Kunstleder im Labor hergestellt werden? All diese Ansätze erfordern hohe Investitionen.

FNW: Nachhaltige Entwicklung hat einen Preis. In welcher Größenordnung bewegen sich diese Investitionen?

MCD: Was Sie als Preis bezeichnen ist für uns ein Investment. Nachhaltigkeit ist im Luxus-Segment nicht mehr optional. Wenn wir weiter im Luxusgeschäft bleiben wollen, müssen wir an allen Fronten auf Nachhaltigkeit achten. Nun ist es aber in diesem Bereich nicht möglich, eine klassische Rentabilitätsrechnung zu machen. Bei der Verringerung des Energieverbrauchs ist der ROI leicht zu errechnen. Doch für andere Parameter gestaltet sich diese Überlegung schwieriger. Es kann vorkommen, dass sich die Investition in eine neue Technologie oder Start-up als ein Schlag ins Wasser entpuppt.

FNW: Können Sie die jüngsten Projekte nennen, die im Rahmen Ihrer Nachhaltigkeitsbestrebungen entstanden sind?

MCD: Mit dem London College of Fashion haben wir in diesem Jahr den ersten Online-Kurs zur Nachhaltigkeit im Luxusbereich erarbeitet. Er nahm die Form eines sechswöchigen Massive Open Online Course (MOOC) an, der allen kostenlos zugänglich war. An der ersten Session im April nahmen über 10.000 Personen aus 144 Ländern teil. Mit einem solchen Erfolg hatten wir nicht gerechnet. Die zweite Session beginnt in ein paar Tagen.

FNW: In den sozialen Netzwerken steigt der Druck auf Marken in ethischen Fragen stark. Wie sehen Sie diese Entwicklung?

MCD: Die sozialen Netzwerke haben einen doppelt positiven Effekt: Einerseits ist da der pädagogische Aspekt, da Informationen einfach und schnell geteilt werden können. Andererseits werden schlechte Verhaltensweisen an den Pranger gestellt. Wenn eine Marke nicht authentisch ist oder Greenwashing betreibt, dann geht das gleich nach hinten los. Ich empfinde dies als positiv und wichtig. Die Verbraucher nehmen ihre Verantwortung wahr.

FNW: Die Politik hingegen scheint sich in diesen Themen eher zurückzuhalten …

MCD: Die Gesellschaft entwickelt sich rasant. Im Bereich der nachhaltigen Entwicklung hat jeder eine Verantwortung zu tragen, es bringt nichts, die verschiedenen Gruppen gegeneinander auszuspielen. Von der Politik über die Medien und Business Leaders bis hin zu den Verbrauchern, aber auch die Unternehmen: Alle sind gefragt.

FNW: In letzter Zeit häuften sich die Debatten zum Tierschutz. Wie setzen Sie sich in diesem Bereich ein?

MCD: Als ich im Jahr 2012 von Tierschutz sprach, beispielsweise bei den Pythonschlangen, wurde ich dafür belächelt. Heute hat ein Umdenken stattgefunden. In diesem Bereich will Kering etwas bewirken, eine Führungsrolle einnehmen. So haben wir in unseren "Kering Standards" die für jede Art angemessenen Zuchtvorgänge festgehalten und die Standards für Entnahmen aus der Natur und auch für die Schlachtung beschrieben. Diese Tierschutzmaßnahmen sind strenger als die gesetzlichen Vorschriften. Sie werden voraussichtlich im ersten Halbjahr 2019 veröffentlicht.

FNW: Angesichts der Anzahl der Zulieferer ist die Umsetzung dieser Standards bestimmt kein leichtes Unterfangen?

MCD: Wir haben viele Treffen mit den Lieferanten, den Gerbereien usw. organisiert. Eine Sensibilisierung für diese Themen ist klar spürbar. Doch bedarf die Entwicklung auch einer entsprechenden Begleitung und spezifischer Schulungen zum Thema. Unsererseits engagieren wir uns partnerschaftlich an der Seite unserer Lieferanten.

FNW: Auch die Öffentlichkeit scheint stärker auf Umweltfragen zu achten. Haben Sie diesbezüglich ein Gefühl der Dringlichkeit bemerkt?

MCD: Die Dringlichkeit ist Fakt. Doch das ist für Kering nichts Neues. Natürlich war 2012 das Echo nicht dasselbe wie heute. Die Gesellschaft ist stärker von diesen Themen betroffen als damals. Der Klimawandel kann von den Menschen hautnah beobachtet werden. Bei der Artenvielfalt ist es nicht ganz so einfach und doch handelt es sich um einen entscheidenden Aspekt. Es besteht ein akuter Handlungsbedarf, wir müssen schnell, konkret und pragmatisch eingreifen.

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