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Veröffentlicht am
27.11.2013
Lesedauer
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Markt stützt Luxus und setzt auf neue Diversifizierungsmöglichkeiten

Veröffentlicht am
27.11.2013

Der Luxus bleibt für Investoren ein sicherer Hafen. Und die Unternehmer können sich in Italien, das mit Frankreich eine Führungsposition in der Luxusbranche einnimmt, gut einbringen. Insbesondere diejenigen, die auf den Export und die Annäherung an andere Branchen des Made in Italy setzen. In Zusammenarbeit mit der Gastronomie oder dem Tourismus beispielsweise kann um die Marken herum ein wahrhafter Lifestyle geschaffen werden.

Dies ist das Bild, das die Teilnehmer des Milano Fashion Global Summit 2013 in Mailand zeichneten. Das Symposium wurde von der italienischen Verlagsgruppe Class Editori unter dem Thema „Golden Age, Golden Bridges. Zukunftsweisende Links. Touch, Taste, Travel“ organisiert.


Eine Gesprächsrunde des Milano Fashion Global Summit 2013.



„Der Luxus hat besser abgeschnitten als andere Industriebereiche. 2013 beobachteten wir eine massive Investitionsbewegung in Richtung Europa und in einige periphere Gebiete. Das bedeutet, dass der Markt mit einem möglichen Aufschwung rechnet, auch in den Ländern, die die größten Schwierigkeiten hatten“, erklärt Diego Selva, Head of Investment Banking Italy der Bank of America Merrill Lynch.

Den Angaben der amerikanischen Bank zufolge hat die Luxusindustrie den Investoren ein sehr zufriedenstellendes Ergebnis geboten mit einer Marktaufwertung um 348 Prozent in zehn Jahren, im Schnitt also 35 Prozent pro Jahr. In den vergangenen drei Jahren waren die Resultate in diesem Bereich weiterhin hervorragend, mit einem Wertzuwachs von durchschnittlich 30 Prozent pro Jahr.

2013 dürfte der globale Luxusmarkt bei konstanten Wechselkursen um 6 Prozent zunehmen (+2 Prozent bei flexiblen Wechselkursen) und einen Gesamtumsatz von 217 Milliarden Dollar erwirtschaften. Diese Zahlen stammen aus einem unlängst veröffentlichten Bericht des Verbands Altagamma, der die wichtigsten Luxusgüterhersteller Italiens vertritt.
„Italien und Frankreich sind die Leader auf dem Markt mit einem Anteil von je ca. 25 Prozent. Die Italiener sind zahlenmäßig in mehr Märkt vertreten. Sie sind eher auf Kreativität und Herstellung konzentriert, wohingegen der Fokus in Frankreich vermehrt auf den Vertrieb gelegt wird“, analysiert Andrea Illy, CEO von Illy Caffè und Präsident von Altagamma.


Der Prada-Store in Tokyo.



Vor diesem Hintergrund können sich die italienischen Unternehmen gut behaupten, sofern sie sich stärker auf den Export konzentrieren, wie der Präsident der Camera della Moda, Mario Boselli, betont.

„Die steigende Nachfrage aus dem Ausland muss als Ausgleich für das mangelnde interne Wachstum genutzt werden“, erklärt Boselli. „In den vergangenen drei Jahren war der Export der wahre Wachstumstreiber der italienischen Mode. Er entsprach 2010 zwei Dritteln des Gesamtumsatzes in der Modebranche. 2013 ist er auf drei Viertel dieses Umsatzes angestiegen und in Italien übersteigen die Exporte in Nicht-EU-Länder erstmals das Exportvolumen nach Europa. Insbesondere Japan, die USA, Russland und China sind die Hauptdestinationen“.

Doch der Export ist nicht der einzige Ansatzpunkt. Federico Aliboni, Leiter der Global Consumer & Retail Banking Investment Banking Bank of America – Merrill Lynch zählt fünf Hauptfokuspunkte auf, auf die sich die Investoren generell konzentrieren: „Die Traditionen der Marke, die Vertriebskontrolle, die Preisleistung, das Wachstumspotenzial des Unternehmens sowie die Stärke des Managements. Wenn einer dieser Grundpfeiler abhandenkommt, so passt der Markt seine Bewertungen umgehend an, wie dies beispielsweise nach dem Abgang von CEO Angela Ahrendts bei Burberry der Fall war“.

Die italienischen Unternehmen wollen immer mehr einen richtigen Lifestyle schaffen und interessieren sich so für die Diversifizierung auf andere Sektoren, um das Image des Made in Italy am besten einsetzen zu können. Pionier in dieser Sache war Giorgio Armani. Auch Versace und Roberto Cavalli haben in dieselbe Kerbe geschlagen.

„Für die Entwicklung unserer Roberto Cavalli Clubs und Cafés haben wir darauf spezialisierte Unternehmen herbeigezogen. Wenn diese Projekte mit den entsprechenden Fachleuten in der Branche umgesetzt werden, können sie zu rentablen Unternehmen werden und dienen nicht nur der Promotion der Marke. Unsere Kunden schätzen die Möglichkeit, während ihrer Shoppingtour eine Pause in einem unserer Cafés einzulegen, immer mehr“, freut sich Gianluca Brozzetti, CEO von Roberto Cavalli.


Das ‘Cavalli Restaurant & Lounge’ in Miami Beach von innen.



„Gucci ist nicht einfach nur eine Kleidermarke, sondern arbeitet seit eh und je an einem wahrhaften Lifestyle. Schauen Sie nur einmal in den Archiven nach. Da findet man bereits in den 50er Jahren von der Marke gestaltete Cadillacs, Golfschläger usw. Unlängst haben wir mit dem italienischen Motorboothersteller Riva und mit Fiat 500 zusammengearbeitet. Nicht, um daraus Profit zu schlagen, sondern, weil diese Projekte andere Ikonen des Made in Italy feiern, und sie sich mit unserer Marke identifizieren“, erläutert Frida Giannini, Creative Director von Gucci.

„Der wahre Trumpf, den es in Zukunft zu spielen gilt, ist jedoch die Tourismus-Karte. Das bedingt reibungslos funktionierende Strukturen und ein Umdenken in unseren Kunstgütern“, schließt der Chef von Tod’s.

Er ist überzeugt, dass die Aufwertung des transalpinen Raums der Schlüssel zum Erfolg des „guten italienischen Geschmacks“ und der Eleganz des Made in Italy im Export sein könnte.

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