Massenet verlässt British Fashion Council

​Die Vorsitzende des British Fashion Council (BFC), Natalie Massenet, legt ihre Funktion nach fünf Jahren im Amt nieder. Der BFC setzt sich in Großbritannien und im Ausland für die Interessen britischer Designer ein.


Natalie Massenet tritt Ende Jahr als Vorsitzende des BFC zurück - BFC

Die in der Modebranche verankerte Unternehmerin und Gründerin von Net-A-Porter tritt Ende Jahr von ihrer Funktion zurück, bleibt aber aktives Vorstandsmitglied des Verbands. Mit ihrem fünfjährigen Mandat blieb sie als Vorsitzende länger im Amt als beim BFC bislang üblich. Mit Massenets Antritt wurde das zuvor dreijährige Mandat auf fünf Jahre verlängert, wie Fashion Network von einer gut informierten Quelle erfuhr.

Der BFC schlug noch keinen potenziellen Nachfolger für Massenet vor.

Massenet wurde vergangene Woche in London mit einer verfrühten Abschiedsparty geehrt. Dabei wurden die in den vergangenen fünf Jahren erzielten Errungenschaften gefeiert, von Investitions- und Sponsorship-Projekten über Initiativen zur Förderung von Nachwuchsdesignern und der Durchführung der London Fashion Week, die international auf erhöhte Sichtbarkeit und stärkeres Interesse stieß.

Unter der Schirmherrschaft von Massenet zog das Event in London in den vergangenen Jahren viele Branchengrößen an (unter anderem Armani und Tommy Hilfiger), die ihre Kollektionen in London zeigten. Dies steht im klaren Kontrast zur Situation zu Beginn des Jahrhunderts, als der Fortbestand der Veranstaltung durch die Verlängerung anderer Modewochen in Frage gestellt wurde.

Natalie Massenet wird als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der britischen Modebranche gesehen und genießt auch international hohes Ansehen. Dies durch die Gründung von Net-A-Porter im Jahr 2000 wie auch die Versöhnung einer oft widerstrebigen Luxusbranche mit dem E-Commerce. Weiter förderte sie mit der Einführung von Outnet im Jahr 2009 das E-Tail-Konzept im Luxussegment. Sechs Jahre später wandte Massenet das Prinzip von Net-A-Porter auf die Menswear an und schuf Mr Porter.

Sie entwickelte das Unternehmen zu einem der führenden Luxus-E-Tailer und konnte unter anderem Richemont als wichtigen Geldgeber gewinnen. Nach dem Zusammenschluss mit Yoox (YNAP) vor über zwei Jahren verließ sie das Unternehmen.

Nach abgelaufener Wettbewerbsverbotsfrist wurde sie zu Beginn des Jahres zur geschäftsführenden Präsidentin von YNAP-Konkurrentin Farfetch ernannt und dürfte maßgeblich an der auf USD 5 Milliarden Dollar (EUR 4,2 Mrd.) geschätzten IPO beteiligt zu sein.

In Anerkennung ihrer Arbeit zur Förderung der britischen Mode und der Errichtung eines neuen Einzelhandelskanals wurde sie 2009 mit dem Offiziersordens des Britischen Empire ausgezeichnet und 2016 zum Grad einer "Dame" erhoben.
 

Übersetzt von Aline Bonnefoy

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