Massimo Duttis minimalistischer Moment in Paris

In der Mode, wie auch in der Finanzwirtschaft, gibt es gewisse Leitaktien. Marken, deren Leistung die Zukunft voraussagt. Und, wenn es um Kleidung geht, ist eine dieser Marken Massimo Dutti, die am Donnerstagmorgen im Palais de Tokyo ihre Debüt-Show auf dem Pariser Laufsteg vor einem hochkarätigen Publikum aus Redakteuren und Influencern inszenierte.

Massimo Dutti inszeniert seine Debüt-Runway-Show in Paris. - FashionNetwork.com

Was hat diese Show über die Zukunft vorhergesagt? Dass Frauen in diesem Sommer schlichte, minimalistische Looks tragen werden. Ohne auffällige Logos, nicht im Entferntesten ironisch und ohne sportliche Einflüsse war diese Show eine heilsame Lektion in Sachen „weniger ist mehr“. High Fashion mag von Instagram mit seiner Look-at-me-Einstellung und einem Maximalismus à la Gucci dominiert werden – aber wenn es darum geht, was viele Frauen – und Männer – in diesem Sommer zur Arbeit und in der Freizeit tragen werden, dann sprach diese Massimo Dutti-Show Bände.
 
Für die Mädels: Wadenlange Plissee-Leinenröcke mit Chiffon-Wickelhemden; Leder-Jumpsuits, wie Safari-Jacken geschnitten; Waffel-Leinen-Militärhemden; extra große kanariengelbe Baumwollhosen, die mit Duster-Mänteln gepaart sind; fließende Kleider. Kaum ein einziger Print in Sicht, abgesehen von einem übergroßen Big Cut-Look.
 
Und das alles in den Farben einer texanischen Wüste. Die Show wurde vor der neuesten Werbekampagne der Marke inszeniert, die der Fotograf Josh Olins in Marfa, Texas, in der berühmten Kunststiftung von Donald Judd, Amerikas berühmtestem Minimalisten, gedreht hat.
 
Für die Jungs: Prince-of-Wales-Leinenanzüge, weiße Baumwoll/Leinen-Mischblazer und eine smarte Wildleder-Safari-Jacke, wie sie von Markenchefs hinter der Bühne getragen wird. Zwei wahre See Now Buy Now Shows; die Kollektionen waren online und in ausgewählten Flagship-Stores verfügbar, sobald die Show kurz vor 13 Uhr endete.

Ein Look von Massimo Dutti's Show in Paris - FashionNetwork.com

Obwohl der Name italienisch ist, ist die Marke spanisch. Massimo Dutti ist in der Tat ein Warenzeichen, da es keinen solchen Designer gibt. Die 1985 gegründete Marke gehört dem spanischen Riesen Inditex, dem Eigentümer von Zara.

Im vergangenen Frühjahr veranstaltete das Label Massimo Dutti in Madrid seine erste Runway-Show. Für ihr Pariser Debüt flog die Marke zahlreiche Modegrößen für die erste Reihe ein; von Influencern wie Jeanne Damas, Tamu McPherson, Candela Pelizza und Eleonora Carisi bis hin zu Redakteuren aus China, Italien und der iberischen Halbinsel.
 
"Warum wir in Paris sind? Ich würde sagen, für jede Modemarke ist es der einzige Ort, den man zeigen muss. Es ist eine Frage des Prestiges für unsere Marke", lächelte Jean-Jacques Salaün, General Director von Inditex France. Die Gruppe ist bekanntermaßen geheimnisvoll, aber Inditex France hat bereits 2015 die Marke von einer Million Euro Jahresumsatz überschritten, während Massimo Dutti einen weltweiten Umsatz von rund 1,7 Milliarden Euro verbuchen kann. Massimo Dutti verfügt über rund 20 französische Boutiquen, die sich ganz bewusst auf stark frequentierte Standorte in Großstädten wie der Rue Royale oder der Rue de la Paix in Paris konzentrieren. Die Geheimhaltung erstreckte sich auch auf diese Show, in der es nur eine Handvoll akkreditierter Fotografen und nur vier Filmteams gab – winzige Zahlen für eine Catwalk-Show in einem prestigeträchtigen Veranstaltungsort wie dem Palais de Tokyo mit einem teuren Model-Casting.
 
"Natürlich sind wir stolz auf Inditex. Zara ist die größte Modemarke der Welt, während Massimo Dutti tolle, erschwingliche Kleidung herstellt. Sie sind vielleicht keine Haute Couture, aber wir Spanier haben Cristobal Balenciaga, der die Couture erfunden hat. Nicht wahr!" lachte Yolanda Sacristan, Chefredakteurin von Harper's Bazaar Spanien.
 
Obwohl außerhalb Barcelonas beheimatet, ist der Womenswear-Designer der Italiener Damiano Biella.
 
"Unsere Idee war es, ein sehr klares Statement abzugeben. Fast minimalistisch, weshalb Donald Judd und Texas so viel Sinn machten. Wir machen vielleicht keine superdirektionale Mode. Aber ich glaube, dass unsere Mode einen klaren Standpunkt hat", sagte Biella Backstage. Das lässt sich nach der heutigen Show nicht mehr bestreiten.
 
 

Übersetzt von Felicia Enderes

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