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MBFW: Christoph Rumpf zeigt seine Hyères-Kollektion in Berlin

Veröffentlicht am
today 01.07.2019
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Christoph Rumpf hat am Montagmittag die Mercedes-Benz Fashion Week (MBFW) im Berliner E-Werk eröffnet. Der 25-jährige Nachwuchsdesigner hat dabei neben seiner Hyères-Kollektion auch einige bemerkenswerte Womenswear-Styles gezeigt. FashionNetwork.com konnte am Rande seines ersten Defilees in der Hauptstadt mit dem jungen Österreicher sprechen.

Final Walk des Defilees von Christoph Rumpf im E-Werk. - MBFW/Getty


FashionNetwork.com: Christoph, wie war Hyères für Dich – der Moment, als Du als Gewinner genannt wurdest? 


Christoph Rumpf: Der erste Moment war sehr stressig. Ich wurde von meinen Models nach draußen geschoben, aber natürlich war er super! Es hat ungefähr eine Stunde gedauert, bis ich es wirklich begriffen habe. Aber insgesamt war es sehr aufregend.


FNW: Was hat sich seitdem schon alles verändert?  

CR: Als ich zurückgekommen bin, war ich erst mal krank und hatte zwangsläufig eine kurze Pause. Aber seitdem hat es sich zu sehr viel Arbeit gewandelt und das ist für mich toll, denn als Student willst du arbeiten und das ist aktuell sehr schwierig, wo so viele Leute Mode studieren und auch in diesem Bereich einen Job haben wollen. Dass ich jetzt die Optionen habe, mit Chanel oder Petit Bateau zu arbeiten ist für mich toll. Vor allem auch, dass ich überhaupt arbeiten darf. Und mein Email-Kontakt. Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Emails geschrieben (lacht).


FNW: Du hast in Hyères mit Menswear gewonnen. Ungewöhnlich. Wie kamst Du zu der Entscheidung? Was bedeutet es für Dich, für Männer zu entwerfen? 

CR: Ich habe in meinem ersten Jahr Mens- und Womenswear gemacht und fand das Beste war Menswear, daher habe ich erst mal Womenswear gelassen. Aber jetzt für die Mercedes-Benz Fashion Week habe ich wieder Womenswear gemacht und es war super. Ich gehe jetzt ein wenig anders ran an. Eher direkt am Körper. Für Männer zu designen ist einfacher für mich, weil ich es mir mehr vorstellen kann, obwohl ich meine Frauen-Outfits an mir selbst fitte, da ich zufälligerweise die Maße habe. Allerdings ist Menswear meiner Ansicht nach sehr aufregend.

Christoph Rumpf mit Topmodel Stefanie Giesinger am Rande seiner Show im E-Werk. - MBFW/Getty


FNW: Deine "majestätischen Silhouetten" und die hochwertigen Materialien der Kollektionen haben in Hyères für enorme Aufmerksamkeit gesorgt. Woher nimmst Du Deine Inspiration? 

CR: Die Inspiration selbst für die Kollektion kommt von einer kleinen Geschichte. Dabei geht es um einen Jungen der im Wald aufwächst und später erfährt, dass er ein Prinz ist. Er kämpft am Anfang darum zu überleben und später damit, sich anzupassen. Die Inspirationen kommen von den Materialien, die ich auf Flohmärkten finde und von Filmen wie beispielsweise Pink Narcissus von James Bidgood’s oder von Fotos wie beispielsweise von Pierre et Gilles. Generell stammt meine Inspiration aus der ganzen Welt. Ich bin ein Mensch, der Dinge auf der Straße sieht und sich dadurch inspirieren lässt.

Seine Hyères-Kollektion hat Christoph Rumpf mit einer Reihe von Womenswear-Styles ergänzt. - MBFW/Getty


FNW: Wo siehst Du die Zukunft der Menswear? 


CR: Ich denke, dass in Zukunft die Menswear wieder aufregender wird. Man sieht aktuell so viel Streetwear, wogegen ich nichts habe, ich trage es selbst, aber ich sehe es so, dass es momentan genug davon gibt und ich es daher nicht machen muss. Ich wollte etwas anderes machen, etwas extrem Aufwändiges und Dinge, die sofort rausstechen. Kleidungsstücke für Menschen, die entweder ein extremes Selbstbewusstsein haben und dies auch zeigen wollen oder für extrem schüchterne Menschen, die vielleicht einen Look benötigen und sich somit mehr damit ausdrücken können.


FNW: Was bedeutet es für Dich jetzt nochmal auf der MBFW zu zeigen? 

CR: Für mich ist es toll gewesen. Erstens ist es ein anderes Team, das super durchorganisiert gewesen ist und so viele Leute beinhaltet hat, die hinter mir stehen. Und das Zweite natürlich ist, dass ich überhaupt zeigen darf. Ich will so viele Menschen wie möglich erreichen und als erste Fashion Show in diesem Fashion Week Rahmen ist dieses Erlebnis auf der MBFW sehr selten und einmalig.


FNW: Was sind die nächsten Schritte und Deine kommenden Pläne? 

CR: Als nächstes möchte ich mein Diplom machen und verbinde das mit meiner nächsten Kollektion für Hyères. Ich mache also beides zugleich. Die Schritte danach kann ich aktuell noch nicht genau definieren. Ich hoffe, dass ich irgendwann vielleicht mein eigenes Studio habe, ich bin allerdings auch offen dafür für jemanden zu arbeiten.

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