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Menswear-Schauen: Die Trends der Herbst-/Wintersaison 2019/2020

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
today 22.01.2019
Lesedauer
access_time 5 Minuten
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Die soeben in London, Florenz, Mailand und Paris präsentierten Herbst-/Winterkollektionen 2019/2020 brachten zehn große Trends zum Vorschein. Global war eine Rückkehr zu einer schlichteren und dennoch ultramodernen Eleganz zu bemerken. Die Streetwear wird anspruchsvoller, ihr Einfluss nimmt aber ab.

1) Klassische Anzüge


Dries Van Noten, Herbst/Winter 2019-2020 - © PixelFormula


Der klassische Anzug feiert sein großes Comeback auf der Modebühne. Am augenscheinlichsten zu sehen in vielfältigen Ausführungen in der Celine-Kollektion, die am letzten Tag des Schauen-Marathons enthüllt wurde. Auch wenn der Anzug als solches nie wirklich verschwunden ist, kommt er nun in fast allen Kollektionen neu zur Geltung. Als hätten die Männer nach der überwältigenden Dominanz der Street- und Sportswear in den vergangenen Saisons nun das Bedürfnis, sich auf Bewährtes zu stützen und Abstand zu nehmen.

Neu aufgelegt, neu interpretiert, neu erfunden: Der Anzug wird auf tausende Arten überarbeitet und avanciert zum ultracoolen Kleidungsstück. Bei Thom Browne gab es gar ein Anzugskleid! Doch ist es der klassische zweireihige Blazer mit Bundfalten- oder XXL-Hose, die die meisten Designer inspirierte: Vom Dreiteiler (Daks, Dolce & Gabbana) über die allgegenwärtigen Nadelstreifenanzüge bis hin zu unzähligen Modellen, die aus typischen Menswear-Stoffen gearbeitet wurden (Hahnentritt, Chevrons, Karos und weitere graue und insgesamt dunkle Wollstoffe). 

2) Hosen in Überlänge


Marni, Herbst/Winter 2019-2020 - © PixelFormula


Nicht nur Jacken, auch Hosen werden immer länger und breiter, die Silhouette erhält ein XL-Format. Unter den zahlreichen Modellen, die die Laufstege bevölkerten, setzten sich vor allem breite Hosen im Retro-Look der 40er durch. Das Besondere daran? Sie bieten nicht nur hohen Tragekomfort, sondern werden immer länger, fallen und fließen in mehreren Stoffwellen über die Füße, mit einem Akkordeon-Effekt auf Knöchelhöhe. Zu sehen in allen Kollektionen, von den großen Modehäusern wie Dior und Louis Vuitton bis hin zu Nachwuchstalenten, bei denen zahlreiche überdimensionierte Modelle zu sehen waren.

3) Total verkehrt


Prada, Herbst/Winter 2019-2020 - © PixelFormula


Die Rückkehr zu einer schlichteren, klassischen Eleganz wird durch eine ganz natürlich lässige Haltung aufgelockert, wo Makel zum Stilelement erhoben werden. Die Designer setzten klassische Outfits auf den Kopf und fügten sie mit etwas Fantasie neu zusammen. So werden Pullover über Jacken oder Daunenjacken getragen (Prada, Marni, Dsquared2, Y/Project, CMMN SWDN), Jacken über Mänteln oder unter Hemden (OAMC, Beyond Closet, Wooyoungmi). Außerdem werden Jacken, Hemden und Strickjacken doppelt getragen und zerstreuterweise miteinander verknöpft (Marni, Bed J. W. Ford, Acne Studios).

4) Bergromantik


White Mountaineering, Herbst/Winter 2019-2020 - © PixelFormula


Riesen-Schals und Wollmützen, dicke Rollkragenpullover, Jacquard-Sweater mit typischen Alpen- oder skandinavischen Motiven, Wollhemden mit großen Karos, Ski-Überhosen, XL-Daunenjacken für eisig kalte Wintertage … Und natürlich dicksohlige Wanderschuhe mit roten Schnürsenkeln, soweit das Auge reicht.

Der Alpenlook ist im kommenden Winter hochangesagt. Besonders gut kam dies beim japanischen Label White Mountaineering zum Ausdruck, das sich traditionell in diesem Universum zu Hause fühlt. Ein sehr vielfältiges Thema, vom Party-Skifahrer bei Dsquared2 oder dem Moonboots-tragenden Sportler im farbenfrohen und enganliegenden Skianzug bei Walter Van Beirendonck über den Gentleman-Stil von Emporio Armani bis hin zu den Bergsteigern von Juun. J, Takahiromiyashita The Soloist und Les hommes oder auch dem einfachen Wanderer bei Philipp Plein, Undercover, Kenzo usw.<<<43>>>
5) Krieger


Takahiromiyashita The Soloist, Herbst/Winter 2019-2020 - © PixelFormula


In einer feindseligen, instabilen Welt haben die Menschen mehr denn je das Bedürfnis, sich zu schützen und einen Panzer anzulegen, um sich den äußeren Widrigkeiten zu stellen. Dieser Trend kam bereits in den vergangenen Saisons auf, intensiviert sich nun aber. Insbesondere im Kopfbereich, mit Masken oder umfangreichen Kopfbedeckungen, die auch bedrohlich wirken können. Bei Jil Sander lässt der Reithelm an einen Militärhelm aus dem Ersten Weltkrieg denken.

Bei Off-White gab es einen Fußball-Kopfschutz zu sehen, bei Juun. J einen Daunenhelm. Vetements und Andrea Crews verbargen die Gesichter ihrer Models in Skimasken, Sankuanz setzte hingegen auf Biker-Handschuhe, wie auch Dior, hier in Kombination mit einer schusssicheren Weste. Die Krieger von A Cold Wall versteckten sich hinter einer transparenten Kunststoffstruktur, und bei Loewe trugen die Männer riesige Overknees.

6) Kuschelweich


Vetements, Herbst/Winter 2019-2020 - © PixelFormula


Um dieser geballten Ladung Männlichkeit entgegenzuwirken, halten kuschelweiche Stoffe Einzug in die Männergarderobe. Helle, leuchtende Farben – allen voran Hellrosa – lockern die klassischen Farben – Schwarz, Dunkelblau und Grau – auf. So ist ein klarer Trend zu Plüschstoffen erkennbar, der nicht zuletzt durch die Förderung von Kunstpelz angestoßen wurde. Watteweiche Outerwear-Stücke, wie Jacken, Westen und Wollmäntel, aber auch Pullover und Fleece-Jacken.

7) Zweifarbig


Fendi, Herbst/Winter 2019-2020 - © PixelFormula


Es handelt sich zwar nicht um eine Revolution, doch im heutigen Kontext, in dem die Mode immer hybrider wird, steht "Two-in-One" wieder auf der Tagesordnung. Jacken und Hosen werden bei vielen Designern auf der einen Seite in einer Farbe bzw. Stoff gefertigt und auf der anderen in einer/m anderen: Fendi, Off-White, Balmain, Juun. J, Angus Chiang, Rick Owens, Henrik Vibskov und andere mehr.

8) Der Leder-Blazer


Celine, Herbst/Winter 2019-2020 - © PixelFormula


Wie Daunenjacken, Parkas und Velourslederjacken in den vergangenen Saisons wird der schwarze Leder-Blazer der Liste der Must-haves für die Herbst-/Wintersaison 2019/2020 hinzugefügt. Mit seiner Retro-Seele, die an die Zeit des Schwarz-Weiß-Kinos erinnert, wird er wieder zum Klassiker der Männermode. Leder ganz allgemein ist hoch im Kommen, so unter anderem in vielen Lederhosen in den unterschiedlichsten Farben.

9) Das Kleid


Craig Green, Herbst/Winter 2019-2020 - © PixelFormula


Das Maxikleid für Herren hielt Einzug in zahlreiche Kollektionen. Ganz unbeschwert, in den verblüffendsten Formen. Bei Facetasm gab es eine lange Schürze zu sehen, bei Louis Vuitton einen Seiden-Plissee-Rock und Acne Studios entwarf einen fransenbesetzten Maxi-Poncho. Doch auch mönchsartige Tuniken wurden von mehreren Designern auf die Laufstege geschickt: Pronounce entwarf eine schwarze Baumwolltunika, Craig Green ein Karo-Gewand, Sean Suen und Boris Bidjan Saberi eine Stricktunika und Loewe eine Sweat-Shirt-Djellaba. Das ausgereifteste Modell wurde von Thom Browne geliefert: Ein Patchwork-Kleid, das aus typischen Menswear-Elementen zusammengesetzt wurde.

10) Rot-Schwarz


Juun.J, Herbst/Winter 2019-2020 - DR


Im kommenden Winter trägt Mann Rot und Schwarz. Für Abendevents beispielsweise einen prächtigen roten Kaschmirmantel mit schwarzem Pelzbesatz (Dolce & Gabbana), für Stadtspaziergänge einen großen Schal in Mohnrot und aus schwarzem Jeansstoff (Ami) und für kalte Wintertage eine leuchtrote XL-Daunenjacke mit schwarzen Nylon-Trainingshosen (Juun. J). Die eigentlich urklassische Kombination inspirierte zahlreiche Marken in allen Modehauptstädten und war eng mit dem noch immer stark präsenten Trend zu großkarierten rot-schwarzen Tartanstoffen verbunden, der die Laufstege im Sturm erobert hat.
 

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