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Michael Kors verzichtet auf Runway-Show im September

Übersetzt von
Felicia Enderes
Veröffentlicht am
16.06.2020
Lesedauer
3 Minuten
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Michael Kors hat die Debatte über den Modekalender neu entfacht. Der in New York lebende Designer wird im September keine Laufsteg-Show veranstalten und zieht es vor, seine Kollektion irgendwann zwischen Mitte Oktober und Mitte November im Rahmen einer Präsentation – deren Einzelheiten noch festgelegt werden müssen – vorzustellen. Nach Angaben der Marke könnte dieser Schritt weg vom Laufsteg bis Februar 2021 andauern.
 

Michael Kors' letzte Show für Herbst/Winter 2020/21 - © PixelFormula


Die Marke plant, mit der Michael Kors Collection-Linie zur Produktion und Präsentation von zwei Kollektionen pro Jahr zurückzukehren – eine für Frühjahr/Sommer und eine für Herbst/Winter, um "einen rationaleren Ansatz auf der Verkaufsfläche" zu ermöglichen. Diese Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die Covid-19-Pandemie die Verzerrungen des gegenwärtigen Modesystems mit seinem hektischen Rhythmus und Überproduktionen ans Licht gebracht und Designer gewissermaßen wachgerüttelt hat.

"Ich habe lange geglaubt, dass sich der Modekalender ändern muss. Ich bin gespannt auf den offenen Dialog, der innerhalb der Modebranche – von Giorgio Armani über Dries Van Noten bis hin zu Gucci und Saint Laurent und großen Einzelhändlern weltweit – darüber entstanden ist, wie wir den Prozess entschleunigen und unsere Arbeitsweise verbessern können. Wir hatten alle Zeit, die Dinge zu reflektieren und zu analysieren, und ich denke, viele sind sich einig, dass es Zeit für einen neuen Ansatz für diese neue Ära ist", sagte er in einer Erklärung.

Die Produktlieferungen sollen im Laufe jeder Saison nach und nach in den Geschäften eintreffen, um die Kundenbedürfnisse so gut wie möglich zu erfüllen, kündigt das Label weiter an. "Es ist unerlässlich, dem Verbraucher Zeit zu geben, um die Herbstlieferungen, die im September eintreffen werden, aufzufangen und sie nicht mit einer Überfülle an zusätzlichen Ideen, neuen Saisons, Produkten und Bildern zu vermengen", erklärt der Designer.

Laut Kors werden September und März immer noch "Schlüsselmonate für den Beginn des Saisonverkaufs für den Verbraucher" sein. "Das ist der Zeitpunkt, an dem wichtige redaktionelle und mediale Inhalte veröffentlich werden, an dem das Wetter beginnt, sich zu ändern, und an dem die Menschen bereit sind, neue Kollektionen und Produkte zu entdecken – die sie sofort tragen und einkaufen können", sagte er.  Der Designer prüft daher, wie er seine Herbst/Winter-Kollektion am besten der Öffentlichkeit und der Presse präsentieren kann, stellte aber klar, dass dies wahrscheinlich "irgendwann zwischen Mitte März und Mitte April" geschehen wird.

Die amerikanische Marke wird sich nun so organisieren, dass sie ihre Kollektionen an Einzelhändler verkauft, bevor sie der Öffentlichkeit und der Presse vorgestellt werden, mit dem Ziel, der Logistik- und Produktionskette mehr Zeit für die Herstellung und den Vertrieb der Produkte zu geben und einen gesünderen Produktionsrhythmus zu schaffen.

Giorgio Armani war eine der ersten Marken, die die Modeindustrie aufforderte, zu reagieren, um "zu reparieren, was nicht funktioniert", "überflüssige Produktionen abzuschaffen" und "eine menschlichere Dimension wiederzuentdecken". Im April folgte Saint Laurent diesem Beispiel und kündigte an, dass es sich 2020 aus dem Pariser Modekalender zurückziehen werde, "um seiner eigenen Agenda zu folgen". Im Mai erklärte Guccis Kreativdirektor Alessandro Michele, dass er seinen eigenen Rhythmus einschlagen werde. Er kündigte an, dass er im September keine Laufsteg-Show veranstalten werde, bestätigte aber, dass er an der digitalen Modewoche in Mailand im Juli teilnehmen werde.

Parallel dazu veröffentlichten der Belgier Dries Van Noten und die junge französische Designerin Marine Serre ein Manifest, das von einer Reihe kleiner Modehäuser und Einzelhändler unterzeichnet wurde, darunter Chloé, Thom Browne, Y/Project, Lemaire, Alexandre Mattiussi, Nordstrom, Bergdorf Goodman, Selfridges und Harvey Nichols. In dem Dokument forderten sie einen echten Wandel in der Modeindustrie durch eine Reduzierung der Produktion, der Reisen und der Werbeaktionen sowie durch umweltfreundlichere Laufsteg-Shows. 

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