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Veröffentlicht am
12.04.2017
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Mikroplastik in Kosmetik: Hendricks droht mit Rechtsvorschriften

Von
DPA
Veröffentlicht am
12.04.2017

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) hält ein gesetzliches Verbot von Mikroplastik in Kosmetika für nötig, wenn die Industrie nicht von selbst handelt. "In Zahnpasten aktueller Produktion wird bereits kein Mikroplastik mehr verwendet", sagte Hendricks am Mittwoch in Berlin.

Mkrolastik gelangt ungefiltert in die Meere und über die Fische zurück in die Nahrungskette - Foto: BUND/Stephan Glinka


In anderen Bereichen sei die Industrie aber noch nicht so weit. Seit 2013 gibt es eine freiwillige Vereinbarung mit der Kosmetikindustrie. "Wenn die Maßnahmen der Hersteller nicht zum vereinbarten Ergebnis bis 2020 führen, werden wir auch ordnungsrechtlich vorgehen müssen."

Plastikteilchen unter anderem aus Kosmetika belasten Meere, gefährden die Tierwelt und gelangen in die Nahrungskette. Greenpeace prangerte am Mittwoch an, dass viele deutsche Markenhersteller und Drogerien ihre Produkte zwar frei von Mikroplastik nennen, aber Kunststoffe verwendeten, über deren Folgen für die Umwelt sie nicht Bescheid wüssten. Der Einsatz fester und flüssiger Kunststoffe sei überflüssig und müsse per Gesetz verboten werden.

Quelle: www.die-reale-welt.de


Zum Hintergrund

Im Oktober 2015 hatte der europäische Kosmetikverband Cosmetics Europe erklärt, seine Mitgliedsunternehmen würden bis 2020 auf den Einsatz von Mikroplastzik in Kosmetika verzichten. Von einem "langsamen Ausschleichen" in den Produkten war die Rede. Ersetzt werden sollen die Partikel gemäß einer Forderung des Umweltverbandes Naturschutz Deutschland (BUND) durch Sand, Salz oder Cellulose. Mikroplastik reichert sich über Jahrhunderte in den Flüssen und Meeren an, wo es mit den Abwässern hingespült wird und sich nicht zersetzt. Über Plankton und Fische gerät das Plastik in die Nahrungskette. 

Wie aus der Untersuchung der Verbraucherplattform Codecheck hervorgeht, hat der Einsatz von Mikroplastik bei zahlreichen Produkten – etwa Make-up oder Körperpeeling – in den vergangenen zwei Jahren sogar leicht zugenommen. Bei Make-up stieg der Anteil der betroffenen Produkte von 7,9 auf 8,3, bei Körperpeeling von 15,0 auf 15,6 Prozent.

Auch andere Kunststoffe würden von den Herstellern eingesetzt. Der Bund für Umwelt und BUND fordert ein EU-weites Verbot von Mikroplastik in Kosmetika. Die Forscher untersuchten 2014 sowie 2016 bis Ende August insgesamt knapp 103.000 Kosmetikprodukte.

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