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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
23.09.2022
Lesedauer
7 Minuten
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Milan Fashion Week Donnerstag: Emporio Armani, Prada, Max Mara und MM6

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
23.09.2022

Der Donnerstag bescherte Mailand ein spannendes Schauenprogramm: Von Max Maras Riviera-Romantik und Pradas großem Minimalismus über die von einem Orchester begleitete MM6-Show bis hin zu tosendem Applaus für Giorgio bei Emporio Armani – die italienische Mode hat sich wieder aufgerappelt und ist kerngesund.

Emporio Armani: Ein König verneigt sich



Was auch immer man über die jüngste Emporio-Show sagt, eines ist sicher: Sie endete in einem gewaltigen Applaus. Der 88-jährige Designer mag unsicher auf seinen Beinen stehen, doch verneigte er sich zu tosendem Beifall. In einer Saison, die von Queen Elizabeths Tod überschattet wurde, wirkte die Beständigkeit des Branchen-Doyens beeindruckend.


Emporio Armani - Frühjahr/Sommer 2023 - Womenswear - Milan - © PixelFormula


Er ist es, der als letzter stehenbleibt, nachdem alle seine großen Rivalen ihre Marken entweder veräußert haben oder mit ihnen an die Börse gegangen sind. Der Applaus am Donnerstagnachmittag galt somit gleichermaßen Armanis bemerkenswerter Karriere und seinem Lebenswerk wie auch der Kollektion. Diese wirkte zugegebenermaßen erratisch, doch umschloss sie Momente wahrer Schönheit.

Kulisse und Laufsteg waren von unzähligen LED-Leuchten besetzt, die den Eindruck eines wässrigen Sonnenuntergangs erweckten. Zur Eröffnung sandte Emporio Leinenanzüge mit sanften Schultern, Blazer und Chauffeur-Jacken mit gestrickten Kappen, Basken- und Schottenmützen über den Laufsteg. Weshalb er Hosen mit Tüll- und Gazeröcken bedeckte, war jedoch schwer zu verstehen. Auch die seltsamen Proportionen von Babydoll-Kleidern mit viel zu hoch angesetzten Taillen waren schwer nachzuvollziehen.

Anfänglich bestand die Farbpalette aus herrlichen Nicht-Farben: Naturweiß, Ecru und Blassbeige. Doch kurz bevor ein Anflug von Langeweile aufkam, schaltete die Show einen Gang höher und enthüllte sanfte asiatisch inspirierte Jacken, Dhotis und Tanktops, mit fabelhaften tropischen Blumenprints. Zum Höhepunkt erschienen kristalline Paillettentops, die zu bauschigen Seidenpyjamahosen getragen wurden.

Abschließend setzte Armani zu seiner 40 Sekunden langen Verneigung an. Er machte sich über seinen wankenden Gang lustig und entschwand sanften Schrittes vom Laufsteg, eine Hand auf der LED-Wand, um das Gleichgewicht zu wahren.

Donnernder Applaus begleitete den König der italienischen Mode, während er seinen Thron – den Laufsteg an der Via Bergognone – verließ.

Prada: Draußen Chaos, drinnen Ruhe



Keine andere Veranstaltung in Mailand zieht so viele Fans an wie die Prada-Show. Mehrere Tausend Teenager versammelten sich, um ihren Idolen am Hauptsitz der Marke und darum herum zuzujubeln.

Zahlreiche Security Guards in schwarzen Anzügen begleiteten die Celebrities, die den Fans nach zu urteilen mehr K-Pop-Stars als Filmlegenden umfassten. Der glänzende Auftritt von Miuccia Prada und ihres Designpartners Raf Simons sorgte dennoch für chaotische Szenen.



Prada Frühjahr-/Sommerkollektion 2023 in Mailand - DR


Die neue Kollektion wurde vor riesigen schwarzen Papierwänden mit ausgeschnittenen Fenstern enthüllt, die den Blick auf den Sonnenuntergang freigaben. Die Kulissen stammten von Filmautor Nicolas Winding Refn, der vor allem für seinen Film Drive mit Ryan Gosling berühmt ist. Sogar die Türen zu vier verschiedenen Show-Bereichen wurden aus Scherenschnitten hergestellt.

Eine passenderweise schlichte Show, die mit einem halben Dutzend einfarbiger Assemblagen begann. Dies war Prada-Minimalismus vom Feinsten – Graue Nylon-Mäntel über hellgraue Baumwollleggings und jungenhafte Hemden. Die Palette war verblüffend eingeschränkt: Perlfarben, Beige, Grau und Aquamarin.

Die bravouröseste Idee des Designerduos war ein neuer Overall, gepaart mit einem maßgeschneiderten Hemd und Leggings. Schlanken Menschen ist in diesem Outfit der Look eines Mailändischen Trendsetters sicher.

Pradas Abendgarderobe umfasste eine Reihe Rothko-inspirierter Seidenträger- und Cocktailkleider, die das Knie knapp bedecken. Für kühlere Frühlingsabende gab es verblüffende Cardigans mit einem einzigen Knopf, die rückwärts getragen werden. Künstlerisch, doch nie antiseptisch, während alle Models mit ungepflegten Haaren und unendlich langen Wimpern defilierten.

Die ganze Show enthielt zwar nur einen guten Schuh, doch der hatte es in sich. Ein Clogs-ähnliches Modell mit runder Ferse in Schwarz, Limettengrün und Mattorange.

Auch die neue Totebag aus abgetragenem Leder und mit aufgenähten Lederrosen dürfte ein Erfolg werden. Die Idee der aufgenähten Blumen wurde in Form von Stoffrosen in verschiedenen Jerseykleidern aufgegriffen. Doch den Schlüsselmoment der Kollektion bildeten die halbtransparenten Röcke, Wickelmäntel und Kleider aus Gaze – unter denen große schwarze Bloomers nicht zu übersehen waren.

Es mag sein, dass es schon mutigere und abenteuerlichere Schauen als diejenigen von Prada gegeben hat. Doch angesichts der unglaublichen Macht dieser Kleider kommt man nicht umhin, das von ihnen ausströmende Gefühl der Ermächtigung, des Selbstvertrauens zu bewundern und den Designern Beifall zu spenden.

MM6: Strawinksy-Sternenpracht



Eine Marke, die sich in Mailand in diesem Monat bester Gesundheit erfreut, ist die zeitgenössische Linie des Hauses Martin Margiela. MM6 beauftragte das 60-köpfige Mailänder Sinfonieorchester mit der musikalischen Begleitung der Show im Auditorium Fondazione Cariplo.

Im Großen und Ganzen folgte die Veranstaltung Gustav Mahler, doch eröffnete das Orchester mit Strawinskys 'Frühlingsopfer'. Eine vorzügliche Basis für eine Kollektion, die jugendlichen Elan und skurrilen Konzeptualismus zusammenfließen lässt.


Das Design-Team griff die DNA von Margiela auf, von den durchlöcherten Stoffen, die für abgenutzte violette Jeans verwendet wurden oder den großzügig geschnittenen schwarzen Herren-Pullovern/-Kleidern bis hin zu in die Länge gezogenen weißen Jacken.

Gelungen auch der Sinn für das Unterwartete und die Aneinanderreihung von Stoffen, die mit MM6 in Verbindung gebracht werden. Mit Badeanzügen oder Trikots, die als aufgeknöpfte Oberteile getragen werden, oder durch die 90-Grad-Drehung abgetragener Pullover, um sie zu Miniröcken mit Reißverschlüssen zu machen. Dazu witzige visuelle Spielereien wie die Mini-Tasche aus einem zusammengefalteten Ballettschuh.

Und darüber hinaus ein Gefühl künstlerischer Volumen. Der einleitend gezeigte Oversized-Agentenmantel wurde etwa mit einem breiten Stoffgürtel zusammengezurrt, dazu Mikro-Mesh-Leggings, die in einem Schuh endeten.

Weiter gab es einige fabelhafte Nylonstiefel/-Sneaker zu sehen, die in Zusammenarbeit mit dem Sportartikelhersteller Salomon entstanden sind. Ebenfalls aus dieser Collaboration stammen mehrere schwungvolle High-Tech-Westen, die auch als Rucksäcke verwendet werden können.

Unter der Führung von Renzo Rossis Holding OTB ist MM6 zu einer beeindruckenden Marke herangewachsen. Weltweit verfügt das Modehaus über 29 Flagship-Stores, über die Hälfte davon in Japan. Zudem vertreibt das Unternehmen seine Produkte in einem über 500 Verkaufsstellen umfassenden Netzwerk, zu dem auch Kaufhäuser und große Läden wie am Dover Street Market zählen.

Zum erfolgreichen Abschluss der Show im Auditorium Fondazione Cariplo deckte das Publikum die Verantwortlichen mit anhaltendem Applaus ein.

Cariplo war einst die größte Sparkasse der Welt und es ist gut, zu sehen, dass die Stiftung einen Teil dieser Gelder für den Bau dieses akustisch vollendeten Auditoriums mit Holzdecken und -Wänden verwenden konnte.

Max Mara: Göttinnen in Godet-Kleidern



Eine Mischung aus Eileen Gray und Renée Perle und eine Ode an Riviera-Raffinesse bot diese untertriebene Darbietung reiner Eleganz von Max Mara.



Max Mara - Frühjahr/Sommer2023 - Womenswear - Milan - © PixelFormula


Grays kluger Modernismus war in einigen perfekt geschnittenen und geformten Kleider augenscheinlich, die das Herz dieser Kollektion bildeten. Die Entwürfe enthielten viele Anspielungen auf Eileens legendäre E 1027-Villa in Roquebrune-Cap-Martin mit ihrem symmetrischen Grundriss, der hier und da durch Kurven durchdrungen wurde.

Max Mara verschaffte sich den Ruf des besten Mantelherstellers Italiens, und die Tatsache, dass das Haus nun eine sichere Adresse für großartige Kleider ist, zeugt vom Talent und Know-how des Kreativdirektors Ian Griffith.

Sein Lieblingsstoff, lino greggio, ein ungefärbter Leinenstoff, einem Jutegewebe nicht unähnlich, wurde zu stark ausgestellten Matrosenhosen mit Latz, gepflegten Jacken mit Oversize-Revers und trägen Mänteln verarbeitet.

Doch Ians größte Idee war eine Reihe von Godet-Kleidern, deren Extra-Stoffbahnen im schrägen Fadenlauf geschnitten wurden und die Kleider mit viel Eleganz aufbauschen ließen.

“Ossie Clark hat mir alles über Godets beigebracht. Er erklärte mir die Feinheiten ihrer Herstellung und den Knackpunkt, also dass die Extra-Stoffelemente im schrägen Fadenverlauf geschnitten werden müssen", strahlte Griffiths in Erinnerung an seinen früheren Mentor.

Dann zeigte er auf eine Skizze von Clark auf seinem Moodboard im Backstage-Bereich. Verschiedene Bilder aus sorglosen Zeiten in den 20er- und 30er-Jahren, in denen die Riviera von Künstlern wie F. Scott Fitzgerald, Picasso, Strawinksy und Musen wie Perle, die Liebhaberin des Fotografen Jacques-Henri Lartigue, entdeckt wurde.

Die Kollektion wurde von großartigen Hüten abgerundet. Riesige Provence-Strohhüte drehten und wanden sich, als wären sie von der Sonne genau so getrocknet worden. Dazu Plattformschuhe und riesige Strohtaschen. Sogar an einem kühlen Morgen in Mailand konnte man dadurch die Wärme in Saint-Jean-Cap-Ferrat förmlich spüren.

Die Côte d’Azur mag für ihre Fauna und Natur bekannt sein, doch gab es kaum Prints zu sehen, mit Ausnahme eines Quintetts abstrakter Blumenprints auf Etuikleidern – alle in den Farben Grau, Schwarz und Weiß gehalten.

Dennoch arbeitete Ian einige Sommerfarben ein, wie Zartgelb, Eierschalenfarbe und Flechtengrün – so in drei fabelhaften Kaschmirmänteln, die zu Badeanzüge aus der Zwischenkriegszeit getragen wurden. Dazu ein Quäntchen Bleu de travail, ein ausgewaschenes Blau von abgewetzten Arbeiteroveralls.

Kein Wunder hieß die Kollektion 'The Blue Horizon', war es doch eine elegante und coole Modeauswahl just in einem Moment, in dem viele andere Designer allzu sehr damit bemüht sind, genau dies zu erreichen.

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