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Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
03.10.2018
Lesedauer
2 Minuten
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Miu Miu: Gegen die zu offensichtliche Schönheit

Übersetzt von
Aline Bonnefoy
Veröffentlicht am
03.10.2018

Die Teilnahme an der Miu Miu Show am Abschlusstag der Paris Fashion Week ist stets lohnenswert. Miuccia Pradas intensive Vision bildet einen starken Gegenpol zu den zahlreichen französischen Konzernmarken im Programm.

Miu Miu - Frühjahr/Sommer2019 - Womenswear - Paris - PixelFormula


Unter riesigen Miu Miu Logos aus Styropor zeigte Miuccia Prada eine gekonnt inszenierte Kollektion. Subversiver als gewohnt, vermischte sie klassische Aspekte wie Eleganz, Glamour und Handwerkskunst und zerschnitt viele Kleider, um ihnen einen gröberen, irdischeren Look zu verleihen.

Die Qualität der Kollektion lag auf Couture-Niveau, mit sündhaft gut geschnittenen Kleidern, clever drapierten Hemdkleidern mit beeindruckenden Stoffblumen und nahezu perfekten Taft-Mänteln, die ebenfalls mit plakativen Stoffblumen verziert waren.

Für junge Karrierefrauen paarte Miuccia Prada breite A-Linien-Mäntel, Spy-Mäntel und doppelreihige Chauffeur-Jacken aus glattem Leder mit kräftigen und farbintensiven Röcken mit Schwertlilienprint und Hemden, die in ungewöhnlichen Winkeln abgeschnitten worden waren. Das Ergebnis war überraschend, künstlerisch und höchst elegant.

"Es war ein bisschen wie diese Show, wie hieß sie nochmal? Project Runway. Da lief für alle Designer ein Countdown bis zum Moment, an dem sie nichts mehr ändern durften. Nun, wir haben gestern mit unseren Scheren gespielt. Meine Mitarbeiter sagten immer wieder: 'Können wir nicht doch einen ganz sein lassen und nicht alles zerschneiden?'. Und ich weiß, dass die Käufer ab morgen nach anderen Proportionen fragen werden. Aber ich bin gegen das Klischee der zu augenfälligen Schönheit", lachte Signora Prada und zeichnete mit ihren Händen wilde Scherenschnitte in die Luft.

Miu Miu - Frühjahr/Sommer 2019 - Womenswear - Paris - PixelFormula


Und just, als wir die triumphale Rückkehr von Denimstoffen auf den internationalen Catwalks – mit Ausnahme von Paris – vergessen hatten, verzückte Miuccia Prada mit einer Reihe von Denim-Röcken mit Zipfelsaum und ebensolchen Cocktailk-Kleidern, gepaart mit Veloursleder-Plattformstiefeln mit angeschrägten, unlackierten Absätzen.

"Alles ist stone-washed: Die Jeans-, Taft- und sogar die Gazestoffe", ergänzte die Kreativdirektorin mit strahlenden Augen. Sie könne zu offensichtliche Schönheit einfach nicht akzeptieren.

Nach der Show wurde sie von einem Dutzend "It-Girls" und Filmstars umringt, darunter Juliette Lewis, Dree Hemingway, Poppy Delevinge und Elodie Bouchez. Doch wie üblich zog es Miuccia vor, über ihre Kollektion zu sprechen, als für Paparazzi zu posieren.

Der Soundtrack aus dem neuen Prince-Album "Prince & a Microphone" passte hervorragend zur Kollektion. Es handelt sich um eine Veröffentlichung privater Aufnahmen von Prince in seinem Heimstudio, darunter einige seiner berühmtesten Songs.

Wie der legendäre Musiker, so schien auch Miuccia Prada nicht die Absicht zu haben, leise in die dunkle Nacht hinaus zu entschwinden.

"Ich bin aus einem anderen Grund wütend. Alle reden über die Zukunft und über eine Revolution, doch in Wirklichkeit läuft alles in die falsche Richtung. Nicht nur in der Politik, sondern auch in der Kunst und im Filmgeschäft", schnaubte sie.

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