Mode aus Israel soll Europa erobern

Tel Aviv (dpa) - Bei dieser jungen Dame ist Abstand geboten: Sie trägt ein blaues Kleid, das an ihrem Kinn in einer sehr spitzen und sehr starren Kreation aus Metall und Stoff endet. Die Modeschau in Tel Aviv zeigt nicht nur, was tragbar ist: Es geht um Innovation und Kreativität. Was junge israelische Modedesigner darunter verstehen, ist auf der Tel Aviv Fashion Week zu sehen.

Tamar Primak. Photo DR
Es ist zweite Veranstaltung dieser Art und noch immer eine Ausnahme in Israel. Im vergangenen Jahr hatte Stardesigner Roberto Cavalli die Fashion Week eröffnet - am Montagabend tat es für 2012 Moschino, sein nicht minder bekannter Kollege aus Italien. Moschino zeigte seine neue Frühjahr/Sommer-Kollektion, eine Erinnerung an die 1960er Jahre mit Jane Fonda als Barbarella und den eleganten Frauen in den James Bond-Filmen dieser Zeit.

Ofir Lev, Manager beim israelischen Mode- und Textilverband, sprach von einer «guten Zusammenarbeit» mit den Italienern. Auch bekannte israelische Designer wie Lanvin sind bei der Fashion Week dabei. Ansonsten dient die Schau vor allem dem Nachwuchs. Ziel sei es, israelische Mode auch in Europa zu einem Markenzeichen zu machen.

15 junge Designer zeigen in Tel Aviv ihre Kollektionen, eine Jury wählt einen davon als Gewinner. Das israelische Modehaus Renuar produziert dann einen Teil seiner Kreationen und verkauft sie in seinen Geschäften.

Unter den Bewerbern ist auch «Frau Blau». Dahinter stecken Philip Blau und seine Lebensgefährtin Helena Blaunstein. Der Name entstand nicht nur, weil beide das Wort «Blau» in ihrem Namen tragen, sondern, «weil wir deutschlandsüchtig sind», sagt Philip Blau. Sie liebten alles, was aus Deutschland komme: Kunst, Literatur, Küche, Leute. Das einzige, was ihnen noch fehle, sei eine Filiale in Deutschland.

Die beiden haben das Label 2002 gegründet und zeichnen sich durch humorvolle Entwürfe aus. So ist Kopfschmuck mit Teelöffeln als Dekoration nichts Ungewöhnliches.
Von Ulrike Schleicher, dpa

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