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Modebranche befürchtet eine "noch nie dagewesene Insolvenzwelle"

Von
DPA
Veröffentlicht am
25.03.2020
Lesedauer
2 Minuten
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Branchenverbände und Unternehmen fordern Nachbesserungen beim Hilfspaket der Bundesregierung. Viele Händler drohten sonst zwischen den Förderprogrammen durchzufallen – mit verheerenden Folgen für die Innenstädte.


Der Mode- und Textilhandel in Deutschland hat vor einem Kollaps der gesamten Branche durch die Corona-Krise gewarnt. "Wenn nicht spätestens im Mai die Geschäfte wieder öffnen, droht eine noch nie dagewesene Insolvenzwelle speziell von mittelständischen Händlern und Lieferanten", prognostizierten der Handelsverband Textil (BTE) und der Modeindustrie-Verband GermanFashion am Mittwoch in einer gemeinsamen Erklärung. Bereits die beschlossenen Öffnungsverbote bis Ende April würden zu zahlreichen Insolvenzen führen. Dies werde auch dramatische Folgen für die deutschen Innenstädte haben, warnten die Verbände.

BTE, GermanFashion, aber auch der Handelsverband Deutschland (HDE) und mehr als ein Dutzend Mode- und Textilunternehmen forderten angesichts der Gefahrensituation mehr Hilfen der Bundesregierung für ihre Branche. HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth forderte die Regierung auf, beim angekündigten Hilfspaket erheblich nachzubessern. "Unter den gegebenen Umständen halten viele Einzelhändler nicht länger als vier Wochen aus", betonte Genth. Bei ungefähr einem Sechstel der Händler handele es sich um mittelgroße Unternehmen, die nicht vom Soforthilfeprogramm der Bundesregierung profitierten. "Sie laufen Gefahr, zwischen den einzelnen Förderprogrammen der Bundesregierung durchzufallen", warnte Genth.

Auch mehr als ein Dutzend Mode- und Textilunternehmen riefen die Bundesregierung zu mehr Hilfen für ihre Branche auf. "Der aktuelle Lock Down des deutschen Modehandels bedroht die Existenz des Handels und der Industrie massiv", warnten die 13 Unterzeichner in dem am Mittwoch veröffentlichten Aufruf mit Blick auf die Schließung vieler Geschäfte im Kampf gegen Sars-CoV-2. Die bisherige Hilfe in Form von Darlehen der staatlichen Förderbank KfW würde "viele Unternehmen nicht oder zu spät erreichen".

"Wir brauchen einen Rettungsschirm, der die Liquidität der Händler unterstützt", fordern die Unterzeichner. Die Regierung solle den Top 30 Textilunternehmen einen Fonds in Höhe von 850 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Der Einzelhandel könne so alle Lieferungen der Herbst/Winter-Kollektionen erhalten. Die Zahlungen dafür sollen erst ein halbes Jahr später rechtswirksam werden. Verwaltung, Kontrolle und Rückführung des Fonds soll eine unabhängige Wirtschaftsprüfungskanzlei übernehmen. "Mit dieser staatlichen Hilfe sind die Warenflüsse gesichert und die Liquidität bleibt für 180 Tage im Handel. Der Fonds sollte nach Ablauf dann entsprechend aufgelöst und zurückgeführt werden", heißt es in dem Aufruf.

Die Fashion-Branche leide aufgrund ihrer saisonalen Produkte extrem stark unter den Auswirkungen der Corona-Krise, betonte BTE-Präsident Steffen Jost. "Hosen und Schuhe aus der Frühjahrskollektion kann der Modehandel im Sommer kaum noch verkaufen", betonte er.

Zudem machen der Branche aktuell die langen, internationalen Lieferketten zu schaffen. Obwohl die Läden geschlossen sind, wird neue Ware angeliefert, die bereits vor Monaten bestellt wurde. Gleichzeitig läuft schon jetzt die Orderrunde für die Herbstmode und sorgt für zusätzliche finanzielle Belastungen.

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